Seit 25 Jahren voller Bremsdruck bei Mercedes: 1996 wird der Brake Assist vorgestellt

Ralf Kund

22 Nov. 2021

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Je größer der Bremsdruck, desto kürzer der Anhalteweg – das klingt logisch und sollte mittels sogenanntem Bremsschlag eigentlich kein Problem sein. Aber weil viele Autofahrer Angst vor dem harten Kontakt mit dem Bremspedal haben, hat Mercedes-Benz 1996 einen Assistenten entwickelt, der die Schwerstarbeit übernimmt

Anfang der 90er Jahren stellten Mercedes-Techniker bei Versuchen mit Autofahrern in Fahrsimulatoren fest, dass die meisten von ihnen das Bremspedal zwar schnell, aber nicht hart genug durchtraten und damit Bremsweg verschenkten. So entstand die Idee des Bremsassistenten (BAS), der in bestimmten Situationen den vollen Bremsdruck unabhängig von der Trittstärke des Fahrers aufbaut.

Bremskraftverstärker inklusive BAS wie er in den Baureihen W202 und W208 verbaut ist


Der BAS erkennt die Geschwindigkeit, in der das Bremspedal betätigt wird, und interpretiert das Geschehen. Liegt das Tempo über einem bestimmten Grenzwert, „erkennt“ der BAS eine Notsituation und baut in Sekundenbruchteilen den maximalen Bremsdruck auf. Untersuchungen von Mercedes-Benz ergaben, dass so der Bremsweg aus 100 km/h auf trockener Fahrbahn um bis zu 45 Prozent verkürzt werden kann. Auffahrunfälle lassen sich so mildern oder ganz verhindern.

Die S-Klasse vom Typ W140 war eines der ersten Fahrzeuge mit serienmäßigem BAS


Auch die nächste Stufe der „vorbeugenden Insassenschutzsysteme“ wurde mit der Einführung des BAS vorbereitet: Auch das 2002 vorgestellte Pre-Safe-System nutzt die Daten des BAS und bereitet Fahrzeug und Insassen in einer Notsituation auf einen Aufprall vor, indem etwa die Sitzlehnen für eine optimale Wirkung der Gurte voreingestellt werden oder das Schiebedach automatisch schließt.

 

In der S-Klasse W221 kam erstmals BAS Plus zum Einsatz: hier wird der nötige Bremsdruck zum Stillstand ohne Kollision permanent berechnet


Heute sind die Sicherheitssysteme sehr stark vernetzt. So befindet sich die Regelelektronik für ABS, BAS, die Stabilitätskontrolle ESP oder die Antriebschlupfregelung ASR in einem Steuergerät. Dazu kommen Systeme wie Abstandstempomat, die Steuerung des Sperrdifferenzials (ASD) oder des Getriebes, die in einem Gesamtsystem für die Sicherheit an Bord zusammenarbeiten und so die Fahrbarkeit in Extremsituationen verbessern oder erst ermöglichen.


Fotos: Mercedes-Benz

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Ralf Kund

22 Nov. 2021