Abarth/Alfa Romeo-Trackday: Krawallkisten und Traumerfüllung

Arne Roller

22 Okt. 2020

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Wenn Abarth und Alfa Romeo mit ihren Sportwagen zum Trackday rufen, lassen wir uns nicht zweimal bitten. Besonders nicht Redakteur Arne Roller, der seine Schwäche für italienische Sportler aus dem Hause Alfa Romeo nicht wirklich verbergen kann.

(Fotos: Fiat)




Es ist ein Paradies für Fans italienischer Fahrzeuge an diesem Tag auf der Rennstrecke Bilster Berg bei Bad Driburg. Hier stehen Abarths in Reih und Glied, bereit zur Abfahrt auf die Strecke, daneben Giulias und Stelvios – natürlich alles Quadrifoglio-Versionen – und dort lockt eine Giulia GTAm. Man weiß gar nicht, was man zuerst machen soll vor lauter verlockenden Möglichkeiten. 


Fiat 595 Scorpioneoro: Abart(h)ig schnell 


Wir fahren alle gerne (schnell) Auto, also fällt die Entscheidung zuerst auf eine Ausfahrt im Abarth 595 Scorpioneoro, dem besonders auf Stil und Eleganz getrimmten der zwei neuen Sondermodelle des Abarth 595.


Die neuen Sondermodelle des Abarth 595: Monster Enegery Yamaha (vorne) und Scorpioneoro (alle Fotos: Fiat Chrysler Automobiles)


Die giftigen Abarth starten simultan ihre Motoren und ab geht es auf die Strecke. Pflichtbewusst drücke ich zu aller erst den obligatorischen “Sport”-Knopf. Alles andere wäre quasi Blasphemie, wir fahren hier ja nicht spazieren. Dann das: "Mamma mia!" Wie kann ein 1,4-Liter-Motor nur so gut klingen? Die "Record Monza"-Klappenauspuffanlage ist einfach ein Traum!


Gut aber, dass der 595 nicht automatisch im Sportmodus startet. Denn das könnte in Wohnvierteln zu ernsten Verstimmungen bei den Nachbarn führen. Auf dem Bilster Berg sind wir glücklicherweise weit weg von sensiblen Anwohner-Gehören. Einige Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt dürfen wir es krachen lassen. Also geht es als Kolonne auf die Strecke, die an diesem feucht-kühlen Vormittag noch richtig nass ist, weshalb die Regelsysteme eingeschaltet bleiben. Schließlich soll keiner der schicken Flitzer von einer Streckenbegrenzung zerknautscht abgeschleppt werden müssen– schon gar nicht meiner!


Runde für Runde steigt das Tempo und der Grenzbereich rückt näher, immer näher. Das spürt man und das hört man auch – Beschleunigung und Sound des mit Garret-Turbo aufgeladenen 595 Scorpioneoro sind ganz einfach ein Hochgenuss!


Gleiches gilt für die Optik: Das neue Sondermodell ist mit zahlreichen Design-Clous versehen. Dabei ist es zwar nichts Neues, dass die Italiener einen besonderen Sinn für Stil und Liebe zum Detail haben. Doch genau dafür steht der Scorpioneoro und er verkörpert das durch und durch. Ob Sitze, Einstiegsleisten, die Zielflaggenlackierung auf dem Dach, der große Skorpion auf der Motorhaube oder die Schriftzüge an Flanke und Heck – von jedem Blickwinkel aus ist unverkennbar, dass dies ein ganz besonderer 595 ist.    


Die Plakette in der Mittelkonsole weist auf die Limitierung des Sondermodells hin.


Abart 595 Monster Energy Yamaha: Schneller als die Polizei erlaubt


Am Mittag kommt langsam die Sonne raus, was noch mehr und noch schnellere Ausfahrten auf der Strecke verspricht. Zunächst aber entschließe ich mich zu einer kleinen Ausfahrt über die Landstraßen der Umgebung mit dem zweiten Sondermodell, dem Monster Energy Yamaha. Auch diese Version liefert 165 PS und ist entweder ganz in Schwarz oder natürlich im bekannten Schwarz-Blau des Yamaha-Werksteams aus der MotoGP – und damit angelehnt an das Design von Rekordweltmeister Valentino Rossis Rennmaschine – zu haben. 


Beim Abarth 695 Monster Energy Yamaha schmückt diese schöne Plakette die Mittelkonsole.


Ich begebe mich auf die Landstraße und bade förmlich im süchtig machenden Sound, der ab rund 3000 Umdrehungen einsetzt. Dann röhrt der kleine Abarth, dass es einem in Mark und Bein fährt. Auch zu betonen: Das knackige Fahrwerk und das blitzschnelle Feedback der Lenkung, die im Sportmodus nochmal direkter ist, genau wie die Gaspedalkennlinie. Kurzum: Im Sportmodus lässt der 595 die Muskeln so richtig spielen!


Ein gutes Rezept: Kurvige Straßen und ein giftiger Abarth.


Doch dann das: Anscheinend bin ich ein bisschen zu begeistert und hole mir in Folge ein 10-Euro-Ticket bei den Carabieneri ab (Ein Tag mit Italienern und das Vokabular wird schon südlicher). Wofür? Ich bediene mich hier des Mottos: Der Gentleman genießt und schweigt. Es sei nur gesagt, niemand war gefährdet. Das hat auch der Herr Wachtmeister höchstpersönlich so formuliert. Allora! Zurück auf dem Boden der Tatsachen und zehn Euro leichter gehts weiter.


Da steht jemandem die Freude ins Gesicht geschrieben: Redakteur Arne Roller im Abarth 595 Monster Energy Yamaha.


Forza Alfa! Wenn eine Giulia ruft, lässt man sie nicht warten


Am Nachmittag, die Strecke ist nun etwas trockener, ruft mich die Giulia Quadrifoglio für eine Spritztour zu sich. Damit erfüllt sich ein Traum: hinterm Steuer einer Kleeblatt-Giulia auf der Rennstrecke – besser geht es einfach nicht!


Zunächst fahren wir gemäßigt eine erste Runde. Auto und Mensch kommen sich näher, das muss sein – und dann gemeinsam auf Temperatur, das muss auch sein. Nach der Einführungsrunde gebe ich meiner Giulia die Sporen, und sie mir all ihre Pferdestärken. Dazu spuckt der 2,9-Liter-BiTurbo Töne, die ich bis tief in die Magengrube spüre. Am Ausgang vom Pumpenhaus, der dritten Kurve am Bilster Berg, gebe ich beherzt Gas und lasse das Heck der Giulia ausscheren. An dieser Stelle gesellen sich meine Freudenschreie zum brüllenden Sound des V6. Ich befinde mich jetzt faktisch im Alfa-Himmel – mit Romeo und Giulia!



Alfa Romeo Giulia GTAm: Die Wiedergeburt einer Rennsport-Legende


Im Anschluss an die wilde Fahrt gönne ich mir eine kleine Pause und meinen Augen einen Blick auf die schöne, wohlgeformte Giulia GTAm, die man uns heute (zumindest vorerst) nur geparkt präsentiert.


Die Giulia GTAm ist eine auf nur 500 Stück limitierte, kraftstrotzende Augenweide.


Die dedizierte Rennversion, ein Zweisitzer mit Überrollbügel, ist 100 Kilogramm leichter als die “normale” Quadrifoglio und leistet dank Veränderungen an der Motorsteuerung 40 PS mehr. Kostenpunkt: 178.000 Euro. Die GTA, also ohne "m", ist ein Viersitzer und liegt preislich bei 173.000 Euro. Die Limitierung auf 500 Einheiten bezieht sich auf beide Versionen zusammengenommen. Das heißt: Letzten Endes entscheidet es die kaufkräftige Kundschaft, wie viele der 500 Exemplare auf die jeweilige Version entfällt.


“Taxi-Fahrt” in der Giulia Quadrifoglio: Und wie die quer geht!


Zu guter Letzt darf ich dann noch die Fahrkünste des ehemaligen DTM-Profis Christian Menzel erleben, der mich auf eine unfassbar spaßige Fahrt in der Giulia Quadrifoglio mitnimmt. Quasi im Dauerdrift absolvieren wir zwei Runden über den Bilster Berg. Eine Fahrt, die ich so schnell nicht vergessen werde. Was für ein Tag!



Technische Daten Abarth 595 Scorpioneoro / Monster Energy Yamaha 


Motorisierung: 1.4 T-Jet mit 121 kW (165 PS)

Beschleunigung (0–100 km/h): 7,3 Sek. (MT) / 7,4 Sek. (MTA)

Höchstgeschwindigkeit: 218 km/h

Kraftstoffverbrauch (l/100 km) kombiniert: 6,8 (MT) / 6,7 (MTA)

CO²-Emission (g / km) kombiniert: 155 (MT) / 153 (MTA)

CO²-Effizienzklasse:

Schadstoffklasse: Euro 6d TEMP


Preise:


Monster Energy Yamaha:

Limousine: ab 23.872,60 Euro

Cabrio: ab 26.407,06 Euro


Scorpioneoro:

Limousine: ab 25.822,18 Euro

Cabrio: ab 28.356,64 Euro


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