Absatz: Mini-Stromer überflügelt alle anderen

Mathias Keiber

26 Apr. 2021

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Das Hongguang Mini EV ist das meistverkaufte Elektroauto Chinas.

Die Zukunft der Mobilität, und damit die Elektromobilität, entscheide sich in China, heißt es oft. Nirgendwo sonst werden mehr Elektroautos verkauft. Im Jahr 2020 waren es insgesamt 1,25 Millionen neue reine Stromer und Plugin-Hybride. Damit steht China für mehr als ein Drittel des weltweiten Absatzes solcher Fahrzeuge. Schaut man sich den EQS von Mercedes an, merkt man schnell: Die Stuttgarter schauen mit anderthalb Augen ins Reich der Mitte, was das aktuell reichweitenstärkste Elektroauto der Welt betrifft.


Doch verkauft sich dort auch ein reiner Stromer besonders stark, genau genommen besser als alle anderen, das gut und gerne als Antipode des EQS durchgehen darf. Die Rede ist vom Hongguang Mini EV der Marke Wuling. Produziert wird es vom chinesischen VW-Joint-Venture-Partner SAIC zusammen mit dem amerikanischen VW-Rivalen GM. Über 100.000 Exemplare sind davon in den ersten drei Monaten des Jahres in der Volksrepublik verkauft worden.

Elektromobiles Knallbonbon: das Hongguang Mini EV von innen. (Fotos: YesAuto)


Das Gefährt ist knapp drei Meter lang und wiegt leer maximal 705 Kilo. Letzteres ist von der Größe der Batterie abhängig: die größere hat 13,8 kWh Kapazität und ermöglicht eine Reichweite von 170 Kilometern, die kleinere 9,3 kWh und 120 Kilometer. Mit ihr wiegt das Hongguang Mini EV nur 665 Kilo und kostet umgerechnet 3700 Euro. Die Variante mit größerer Batterie steht mit umgerechnet 5000 Euro in den Büchern. Mit einer Leistung von 13 kW, also knapp 18 PS, kann man den Mini bis auf 100 km/h beschleunigen.


Der Anschaffungspreis ist so günstig, dass das Fahrzeug offenbar kaum Gewinne abwirft, für seine Hersteller aber dennoch lukrativ ist. Warum, das erklärte der auf den chinesischen Automarkt spezialisierte Berater Jochen Siebert jüngst dem „Spiegel“: „Der Kleinwagen soll dem Hersteller möglichst viele sogenannte NEV-Credits einbringen, mit denen Autohersteller in China die Emissionen ihrer verkauften Verbrenner ausgleichen müssen. Dieser Plan scheint angesichts der hohen Verkaufszahlen aufzugehen.“

Den Mini-Stromer gibt es auch optisch auch weniger gewöhnungsbedürftig.


Für den Sprung zu uns sei das Fahrzeug allerdings nicht gerüstet: „In Europa könnte das Fahrzeug in dieser Form nicht verkauft werden, da es nur einen Fahrerairbag hat und ESP fehlt“, so Siebert gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Einen Markt für solche Fahrzeuge gibt es hierzulande aber. Für Pizzalieferanten oder Pflegedienste wäre der Wuling ideal, meint Stephan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach gegenüber dem „Spiegel“.


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Mathias Keiber

26 Apr. 2021