Alfa Romeo, Lancia, DS: Elektrifizierung im Eiltempo

Mathias Keiber

09 Aug. 2021

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Verbrenner der einst so stolzen italienischen Marken wird es nur noch wenige Jahre geben. Als elektro-mobiler Pacemaker bei Stellantis fungieren die Pariser von DS.

Beim Stichwort „Premium“ denkt man zwischen Garmisch und Flensburg an Autos von Mercedes, BMW und Audi. Ausländische Marken spielen hierzulande bestenfalls eine untergeordnete Rolle, manche sind gemessen an den Gesamtzulassungen kaum mehr als eine statistische Anomalie. Da mag man schon mal vergessen, dass allein Stellantis drei Premiummarken unter dem Konzerndach hat – Alfa Romeo, Lancia und DS. Und mit eben diesen Dreien will der Konzern die deutschen Platzhirsche nun immerhin beim Elektrifizierungstempo überholen – was sich angesichts verschwindend geringer Modellvielfalt natürlich anbietet, aber genauso mangels technischer Augenhöhe mit den Deutschen. Eine Frischzellenkur ist dringend geboten.


Mit der Mittelklasse-Limousine Giulia und dem SUV Stelvio hat Alfa Romeo aktuell gerade einmal zwei Modelle im Angebot. Konkurrenzfähig im Premiumbereich sind diese aber allenfalls noch in Sachen Design. Derweil ist Lancia nur noch auf dem italienischen Heimatmarkt vertreten – und das mit nur einem einzigen Modell, dem Ypsilon, einem Kleinwagen auf Basis des Fiat Panda. Doch verkaufte sich der in Italien im letzten vorpandemischen Jahr 2019 besser als alle Modelle von Alfa Romeo zusammen in ganz Europa (damals noch inklusive des Kompaktwagens Giulietta). Nichtsdestotrotz: Technische Meisterleistungen wie der einstige Rallye-Dominator Delta Integrale (S4) sind einige Jahrzehnte her. Außerhalb von Italien ist die Marke praktisch nicht mehr wahrnehmbar.

Lancia Delta Integrale 16v, Bauzeit 1989-1991. (Foto: Lancia)


Besser sieht es für die Pariser Premiummarke DS aus. Was im Jahr 2009 quasi mit zwei optisch herausgeputzten Citroën-Modellen, DS3 und DS4, begann, führte 2015 zur Markengründung und 2017 zum ersten eigenständigen Modell. Mittlerweile hat DS konzernintern die Führungsrolle in Sachen Elektromobilität übernommen. Mit DS3 Crossback, DS4, DS7 Crossback und DS9 sind vier Modelle im Portfolio. Allerdings gibt es bislang nur den DS3 Crossback als reinrassigen Stromer. Doch das soll sich schleunigst ändern.


Schon in drei Jahren, ab 2024 also, will DS nur noch vollelektrische Autos anbieten. Bei Lancia soll es 2026 soweit sein, bei Alfa Romeo ein Jahr später. Aktuell gibt es von den zwei italienischen Marken noch kein Elektroauto. Ob die wenigen verbliebenen Käufer der Marken den Umstieg annehmen, oder vielleicht neue hinzukommen, wird sich zeigen müssen.


Der erste Gehversuch von Alfa Romeo in Sachen Elektromobilität wird das SUV Tonale sein. Eigentlich sollte das Auto dieses Jahr in den Verkauf gehen. Wegen Schwächen beim Plugin-Hybrid-Antrieb wurde der Marktstart jedoch auf 2022 verschoben. Für 2023 ist mit dem Brennero ein weiteres SUV geplant. Erstmals wird es dann einen Alfa Romeo auch in einer vollelektrischen Variante geben. Spekuliert wird zudem über ein viertüriges Elektro-Coupé in Anlehnung an den GTV. Auch um Wiederbelebungen der Modelle Spider und Mito ranken sich Gerüchte. An der künftigen Strategie der Marke tüftelt aktuell ein Team aus 49 Managern, zusammengestellt von Markenchef Jean-Philippe Imparato. Der sieht in Alfa Romeo das Potenzial, zum globalen Premium-Zugpferd des Stellantis-Konzerns zu werden.


Was Lancia betrifft, ist weniger bekannt. Stellantis will laut CEO Carlos Tavares noch mindestens zehn Jahre in die Marke investieren. Zunächst könnten dabei bis zu drei neue Modelle entstehen – ein Kleinwagen als Ersatz für den Ypsilon, ein kompakter Crossover und eine kompakte Kombilimousine. Der Ypsilon-Nachfolger könnte laut einem Bericht von „Automotive News“ Mitte 2024 auf den Markt kommen und mit einer entsprechenden Variante die Ära der Elektromobilität für die Marke einläuten. Der kompakte Crossover soll dem Fachblatt zufolge 2026 an den Start gehen – ausschließlich vollelektrisch. Die Kombilimousine sei hingegen noch nicht final abgesegnet.


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Mathias Keiber

09 Aug. 2021