Zu Besuch im Museo Storico Alfa Romeo

Arne Roller

21 Okt. 2021

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Wer als Auto- oder gar Alfa-Fan in die Mailänder Gegend kommt, sollte sich das Museo Storico Alfa Romeo nicht entgehen lassen.



Sechs Ebenen, 4.800 Quadratmeter und 250 Autos in der Ausstellung. Das sind die Eckdaten des historischen Museums von Alfa Romeo am traditionsreichen Standort in Arese. Neben seiner Funktion als Museum hält der ehemalige Stammsitz der Marke auch als Brand Center her. Dazu gehören: Buchladen, Café und eine Schau-Teststrecke. Auch als Event-Location und zur Werksabholung von Neufahrzeugen nutzt Alfa Romeo den zwischen 2011 und 2015 sanierten, ehemaligen Hauptsitz.  



Ursprünglich eröffnet das Museum in Arese 1978. Zur damaligen Zeit allerdings können neugierige Alfisti es lediglich auf Anmeldung besuchen. Als der Werksstandort Arese schließt und auch die Verwaltung zur Fiat-Zentrale nach Turin verlegt wird, schließt auch das Museum 2009. Allerdings nur für kurze Zeit. 

 


Museo Storico Alfa Romeo: Modernes Ambiente im denkmalgeschützten Betonbau


Denn kaum zwei Jahre später erhält der italienische Stararchitekt Benedetto Camerana den Auftrag, den Komplex im Sinne der Neuausrichtung von Alfa Romeo zu renovieren und gleichzeitig die historische Bausubstanz zu erhalten.

So entsteht im ehemaligen Stammsitz von Alfa Romeo einem grauen Betonklotz aus der "béton brut"-Ära der frühen Siebzigerjahre das vor Jahren geschlossene Alfa-Romeo-Museum. Camerana ist es dabei gelungen, den funktional aussehenden, aber denkmalgeschützten Verwaltungsbau zu erhalten und ihn gleichzeitig mit einem atemberaubenden Innenleben zu füllen. Die Neueröffnung des Museums findet dann nicht zufällig  am 24. Juni 2015 statt zum Anlass der weltweiten Vorschau auf die neue Alfa Romeo Giulia

 


Museo Storico Alfa Romeo: Historie in drei Teilen


Im Museo Storico finden Alfa-Fans die wichtigsten Serienfahrzeuge, Designstudien, Prototypen und Rennautos aus der heute 111-jährigen Geschichte der Marke mit dem klangvollen Namen. Die Sammlung ist in insgesamt drei verschiedenen Themenspektren arrangiert: Timeline, Bellezza (Schönheit) und Velocita (Geschwindigkeit). In der Timeline sind die wichtigsten Modelle, angefangen vom allerersten, dem 24 HP, über die Giulietta der 50er-Jahre und die Giulia der 60er- und 70er, bis hin zum modernen Supersportwagen 8C Competizione zu sehen. 


YesAuto-Redakteur Arne Roller mit einer der großen Ikonen der 50er-Jahre: der Alfa Romeo Giulietta Spider. (Foto: YesAuto)


Der Bereich Bellezza zeigt unter anderem drei auf dem Alfa Romeo Stradale 33 basierende Design-Studien namens Carabo, Iguana und 33/2 Speciale. Auch mit dabei: Der 40/60 HP Aerodinamica, ein im Jahre 1913 für einen wohlhabenden Kunden maßgeschneidertes Modell in Tropfenform. Das Original ging im Krieg verloren, weshalb das Museum hier eines seiner weniger Replika zeigt gebaut nach den Plänen von damals.


Teil des Bellezza-Bereichs: Drei Studien auf Basis des Alfa Romeo Stradale 33 und ein sehr ungewöhnliches Unikat aus den 10er-Jahren des letzten Jahrhunderts.


Natürlich darf bei einer Marke mit derart vielen Erfolgen im Motorsport auch dieser im Museum nicht zu kurz kommen: von den legendären Gewinnern der Mille Miglia und Targa Florio, über den ersten Alfa Romeo-Rennwagen mit dem berühmten “Quadrifoglio”, bis zu den Gewinnern der ersten beiden Formel 1-Saisons – den Alfetta 158 und 159 von Nino Farina und Juan Manuel Fangio. Diese "Velocita"-Sammlung im Museo Storico Alfa Romeo lässt Rennsport-Herzen höher schlagen. 


Darf im Motorsport-Aufgebot des Museums nicht fehlen: Nicola Larinis Meisterschaftswagen der DTM-Saison '93: der Alfa Romeo 155 V6 TI. (Foto: YesAuto)



Museo Storico Alfa Romeo: Ein Blick hinter die Kulissen


Bei unserem Besuch im Museum dürfen wir sogar ins Lager schauen, wo weitere Studien, Rennwagen und Einzelstücke auf ihre nächste Runde im Rampenlicht der Ausstellung warten: Beispielsweise die drei anderen Design-Studien auf Basis des Stradale 33. Oder der Kamal, ein SUV-Konzept von 2001, das nie umgesetzt wurde. Das Lieblingsstück von YesAuto-Redakteur Arne Roller ist jedoch das Alfa Romeo ProCar: Von außen wie ein Alfa 164, unter der Hülle aber mit Formel 1-Technik und einem 620 PS starken V10-Motor ausgerüstet. Das Auto sollte in der Procar-Serie starten, die Bernie Ecclestone Ende der 80er neu aufsetzten wollte – diesmal mit mehreren Herstellern. Allerdings trug der Wiederbelebungs-Plan keine Früchte. Und so blieb auch das Alfa 164 ProCar ein schönes Motorsport-Unikat, das allerdings nie an einem Rennen teilnahm.


Zu Gast im „Lagerraum“: Nicht unter der Haube, sondern weiter hinten im Alfa Romeo 164 ProCar schlummert ein Formel-1-V10-Mittelmotor mit 620 PS. (Foto: YesAuto)


Die Zeitreise durch den Mythos Alfa Romeo endet für die Besucher mit einem Finale namens „Bolle emozionali“ (Gefühlsblasen): von Kurzfilmen bis zur virtuellen Realität können die Gäste in die Welt des Cuore Sportivo einsteigen. In einem Kinosaal haben die Zuschauer die Möglichkeit, in ihren interaktiven Sitzen via 4D-Filmvorführungen an den legendären Alfa-Romeo-Erfolgen im Rennsport teilzuhaben. Das Museo Storico Alfa Romeo ist jeden Tag (außer Dienstag) von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

 

Merkmale:

·        Ganzjährig offen

·        Shop

·        Restaurant   

 

Adresse:

Museo Storico Alfa Romeo

Viale Alfa Romeo

IT-20020 Arese

Italien


Telefon:

+39 02 444 255 11


Email:

info@museoalfaromeo.com


Webseite:

https://www.museoalfaromeo.com

 

(Fotos: Alfa Romeo)

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