Mitunter drastische Wartezeiten bei Elektroautos

Mathias Keiber

09 Dez. 2021

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BMW kann sich vor Bestellungen des i4 kaum retten. Und bei Ford in den USA könnte es bizarr werden.

Mit dem i3 war BMW früh dran. Ein eigenständiges Elektroauto gab es im Jahr 2013 von keinem anderen deutschen Hersteller. Ein Schnellstarter war der i3 zwar nicht, doch nach dem verhaltenen Anlauf kam er absatzmäßig von Jahr zu Jahr stärker ins Rollen. Anno 2021, im neunten Marktjahr also, verkauft sich der i3 sich besser denn je. Einen absoluten Blitzstart hat hingegen der seit November erhältliche i4 hingelegt. Die Kunden rennen BMW förmlich die Tür ein. In der Tat so sehr, dass laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ nach dem Jahreswechsel Samstagsschichten im Werk München eingeführt werden sollen. Anders sei die hohe Nachfrage kaum mehr zu bedienen. Die Wartezeit für einen bestellten i4 betrage aktuell schon neun Monate, Tendenz steigend Richtung 12 Monate. Um dem Trend entgegenzuwirken, sollen durch zusätzliche Schichten mehr Exemplare vom Band fahren.

Ford F-150 Lightning (Foto: Ford)


Einen noch größeren, fast schon beispiellosen Run auf ein ganz konkretes Modell verzeichnet derzeit Ford in den USA. Seit Mai dieses Jahres können gewillte Käufer den vollelektrischen Pickup-Truck F-150 Lightning für 100 Dollar reservieren. Und wie der im Regelfall bestens informierte Techblog „Electrek“ nun erfahren hat, sollen bereits knapp 200.000 Interessenten davon Gebrauch gemacht haben – was zu drastischen Wartezeiten führen könnte. Nach dem für Frühling anberaumten Marktstart sollen im kommenden Jahr 15.000 F-150 Lightning vom Band fahren. 2023 soll der Output auf 55.000 steigen, 2024 auf 80.000 und 2025 auf 160.000. Demzufolge wird Exemplar 200.000 erst im Jahr 2025 fertig. Fraglich dabei ist allerdings, wie viele Reservierungen tatsächlich auch zum Kauf führen. Grund: die Reservierungen sind zunächst unverbindlich, die zu entrichtende Gebühr voll erstattungsfähig.

Audi Q4 45 e-tron quattro. (Foto: Audi)


Auch bei anderen Modellen gibt es teils lange Wartezeiten. Laut der Zeitschrift „Moove“, einem Ableger von „Auto Motor und Sport“, sind von den 30 auf dem deutschen Markt meist nachgefragten Elektroautos nur sechs innerhalb von drei Monaten lieferbar. Die durchschnittliche Wartezeit liege bei fünf bis sechs Monaten. Die längste Wartezeit müsse man mit bis zu 15 Monaten beim Audi Q4 e-tron in Kauf nehmen, zehn Monate seien es bei den Modellen VW ID.3, Mercedes EQC und Dacia Spring. Etwas kürzer dauere es mit zwischen acht und neun Monaten beim VW ID.4, beim Smart Fortwo und beim Hyundai Ioniq 5. Innerhalb von ein bis zwei Monaten lieferbar seien nur die Tesla-Modelle 3 und Y, drei Monate warte man beim Fiat 500e, beim Opels Corsa-e und beim Mokka-e sowie beim Polestar 2.


(Titelfoto: BMW)

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Mathias Keiber

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