Audi RS e-tron GT: Vorsprung durch Technik (von Porsche)

Mathias Keiber

05 Nov. 2020

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RS – diese zwei Buchstaben stehen bei Audi für maximale Leistung. Und maximale Leistung erhält bei Audi mit dem RS e-tron GT nun Einzug ins elektro-mobile Zeitalter.

(Fotos: Audi)


RS – diese zwei Buchstaben stehen bei Audi für maximale Leistung. Und maximale Leistung erhält bei Audi mit dem RS e-tron GT nun Einzug ins elektro-mobile Zeitalter.


Wer ein Auto baut, das sich möglichst häufig verkaufen soll, ist aktuell gut beraten, auf eine SUV-Karosserie zu setzen. Genau das hatte Audi mit seinem ersten Stromer, dem e-tron, auch getan, dann aber erstmal Lieferprobleme gehabt. E-Auto-Massenproduktion war 2018 eben noch keine Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie ist es heute noch nicht, die Umstellung braucht Zeit.



Trotzdem gilt es, die Kohlen heiß und das Interesse hoch zu halten. Das funktioniert am besten mit sehr ästhetischen Schlitten, die eh nicht in Großserie gefertigt werden. Zum Beispiel mit einem Fahrzeug wie dem e-tron GT, dessen Produktion demnächst in der Audi-Manufaktur Böllinger Höfe startet und von dem es eben auch eine RS-Version geben wird. Und weil die Elektromobilität bei den meisten Performance-Marken schlicht noch in den Kinderschuhen steckt, funktioniert das mit der Aufmerksamkeit bei Audi besonders gut.


Ferrari hat zum Beispiel noch nicht mal offizielle Pläne für batterieelektrische Sportwagen. Für Audi aber viel wichtiger: Man ist in dem Bereich mit der Audi Sport GmbH deutlich schneller als die Erzrivalen BMW M und Mercedes-AMG. Letztere wollen 2022 mit dem AMG EQS an den Start gehen, bei den Bajuwaren könnte es vielleicht schon etwas früher mit dem i4 M Performance was werden. Aber wie M-Chef Markus Flasch betont, werde es sich dabei nicht um ein vollwertiges M-Modell handeln. Stehen die vier Ringe also wieder für „Vorsprung durch Technik“? Unter den Performance-Divisionen der Premium-Platzhirsche schaut es jedenfalls so aus.



Hilfreich dabei ist natürlich, dass Konzernschwester Porsche mit dem Taycan die Pionierarbeit geleistet hat. Denn mit dem Zuffenhausener E-Sportler teilt sich der RS e-tron GT die Plattform und damit 40 Prozent der verbauten Teile. Einen solchen Partner, auch wenn das Verhältnis zwischen Audi und Porsche noch nie so wirklich von Nächstenliebe geprägt war, gibt es für BMW und Mercedes schlicht nicht.


Ganz so schnell wie der Taycan (Turbo-S-Version) darf der RS e-tron GT natürlich nicht sein, direkte Konkurrenz gilt es konzernintern schließlich zu vermeiden. Aber mit 598 PS Leitung und einem maximalen Drehmoment von 830 Nm hat er sich das RS-Abzeichen trotzdem redlich verdient. Genau genommen handelt es sich sogar um den stärksten Audi RS, den es je gegeben hat: Im sogenannten „Overboost-Modus“ sind kurzzeitig sogar 646 PS drin, was beim Herausbeschleunigen aus einer Gefahrensituation sicherlich hilfreich sein kann.



Aus dem Stand beschleunigt der Flitzer trotz seiner 2,3 Tonnen Gewicht in 3,5 Sekunden von Tempo 0 auf 100. Zum Vergleich: Der 761 PS starke Porsche Taycan Turbo S nimmt seinem Ingolstädter Plattform-Bruder dabei sieben Zehntel ab. Schluss mit der Beschleunigung ist derweil bei 250 km/h. Noch mehr Geschwindigkeit würde die Batterie in Windeseile leersaugen, obwohl diese mit 83,7 kWh einiges an Kapazität mitbringt.


In der EU homologiert – sprich: zugelassen – ist der RS e-tron GT noch nicht, weshalb es auch noch keine offiziellen Angaben zur Reichweite gibt. Man rechnet mit etwa 400 Kilometern nach WLTP. Doch ist dieser Wert bei einem extrem PS-starken E-Auto natürlich mit Vorsicht zu genießen. Bei Vollgas-Fahrten sind Elektromotoren deutlich durstiger als Verbrenner.



Beim Fahrwerk geht Audi indes eigene Wege. Mit seinen Dreikammer-Luftfedern lässt sich die Karosserie zum Beispiel auf verschiedene Höhen einstellen. Das Zusammenspiel mit den geregelten Dämpfern erledigt ein zentrales Fahrwerkssteuergerät.


Serienmäßig wird der RS e-tron GT mit 19-Zöllern vorfahren, 20- und 21-Zöller werden optional verfügbar sein. Einen genauen Termin für den Marktstart gibt es zwar noch nicht, angepeilt ist Frühjahr 2021, einen ungefähren Startpreis hingegen schon: 138.000 Euro.

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Mathias Keiber

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