Ausstiege von Audi, VW, BMW: Harte Woche für den Motorsport

Frederik Hackbarth

03 Dez. 2020

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Angekommen ist die Corona-Krise bei den Herstellern schon lange, jetzt zeigt sie auch ihre harten Konsequenzen für den Motorsport. Binnen weniger Tage haben Audi, BMW und VW bei diversen Engagements den Stecker gezogen - teilweise komplett, in anderen Fällen mit Neuausrichtungen und Umstrukturierungen verbunden.

(Fotos: Audi, BMW, VW)


Angekommen ist die Corona-Krise bei den Herstellern schon lange, jetzt zeigt sie auch ihre harten Konsequenzen für den Motorsport. Binnen weniger Tage haben Audi, BMW und VW bei diversen Engagements den Stecker gezogen - teilweise komplett, in anderen Fällen mit Neuausrichtungen und Umstrukturierungen verbunden.


Der große VW-Konzern beendet alle Motorsport-Aktivitäten komplett - nach mehr als 50 Jahren. Vor allem mit dem Dakar-Projekt und in der Rallye-Weltmeisterschaft war VW über viele Jahre hinweg erfolgreich unterwegs. Immerhin: die 169 im Motorsport-Segment der Marke beschäftigten Mitarbeiter sollen mit anderen Aufgaben in den Mutterkonzern integriert werden.

Grund für den Rückzug sind, neben den Spätfolgen des Dieselskandals und der weltweiten Krisensituation durch die Conrona-Pandemie, die Zukunftspläne der Marke in puncto Elektromobilität. Daher habe man sich zur "Neuausrichtung und weiteren Fokussierung des Unternehmens" entschieden, teilte VW mit. "Die Marke Volkswagen ist auf dem Weg, der führende Anbieter in der nachhaltigen Elektromobilität zu werden. Zu diesem Zweck bündeln wir unsere Kräfte", heißt es in einer Pressemitteilung.


Hintergrund: VW's Totalausstieg aus dem Motorsport


VW-Tochter Audi bleibt zwar im Motorsport, stellt die Aktivitäten allerdings komplett um. Die Ingolstädter haben den werksseitigen Ausstieg aus der Formel E nach der kommenden Saison bekanntgegeben. Ein Knalleffekt, war eben dieses Engagement doch vor gerade mal einem halben Jahr beim DTM-Ausstieg noch in den Vordergrund gestellt worden.

Stattdessen peilt Audi nun die Rückkehr auf die Langstrecke und nach Le Mans an. Unter neuem Reglement soll ein LMDh-Bolide für die Sportwagen-WM entwickelt werden, in der man bis Mitte des letzten Jahrzehnts schon sehr erfolgreich unterwegs war. Darüber hinaus will Audi auch bei der Rallye Dakar angreifen und dort mit einem alternativen Antriebskonzept antreten. "Die wichtigste Botschaft für unsere Fans ist, dass Motorsport bei Audi weiter eine bedeutende Rolle spielen wird", heißt es aus dem Vorstand.


Hintergrund: Audis Neuausrichtung im Motorsport


In Bezug auf die Formel E kommuniziert Audi die Entscheidung auch damit, dass die beim Start der Serie noch eher futuristische Elektromobilität inzwischen Realität sei und daher die Plattform zur Bewerbung an Bedeutung verloren habe. Ähnliche Töne gibt es auch vom anderen großen Automobilhersteller in Bayern: BMW zieht wie Audi ebenfalls den Stecker in der Formel E und schlägt bei der Begründung in die gleiche Kerbe: "Die Möglichkeiten des Technologietransfers hat die BMW Group bei der Entwicklung von E-Antrieben im Wettbewerbsumfeld der Formel E inzwischen im Wesentlichen ausgeschöpft", heißt es in einem Statement.

Anders als bei Audi wird aber vorerst kein Alternativprogramm angepeilt. Wie VW richtet BMW seinen Fokus in diesen herausfordernden Zeiten auf die Serienproduktion.

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Frederik Hackbarth

03 Dez. 2020