Auto-Macher: Markus Duesmann

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Markus Duesmann mag sicher keine Aprilscherze mehr. Denn die hat er zu seinem Amtsantritt am 1. April vergangenen Jahres bestimm bis zum Überdruss gehört. Das Duesmann weder mit Witzen noch ansonsten Zeit verliert, bewies er schon zwei Monate nach seiner Amtsübernahme. Er präsentierte das Projekt „Artemis“.

„Die Marken des Volkswagen Konzerns stehen für exzellente Technologien – und haben Potenzial für noch viel mehr“, sagte er bei der Präsentation. Das Projekt „Artemis“ soll nach Duesmanns Willen ein Gutteil dazu beitragen. Damit soll Audi wieder an die Zeiten als Innovations- und Gewinnmotors im Mehrmarkenkonzern anschließen.


Im Projekt sollen neue Technologien rund um das elektrische, hoch-automatisierte Fahren mit konkretem Modellbezug entwickelt werden – mit hohem Zeitdruck. Schon in drei Jahren soll das erste Produkt, ein hocheffizientes Elektroauto, serienreif sein. Im Zusammenhang mit dem neuen „Super Car“ soll ein umfassendes Ökosystem geschaffen werden, um nicht nur durch das reine Fahrzeug, sondern auch mit Dienstleistungen rund um die Mobilität zu verdienen.

Das sind Herausforderungen, die der Konzern mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik“ lange nicht mehr angenommen hat. Man war als langjähriger Margenkönig im Volkswagen-Reich zu satt geworden. Beim Sonnenbad im Glanz hatte man jedoch nicht bemerkt, dass BMW und Mercedes-Benz überholt hatten und mit Tesla ein ernst zu nehmender Konkurrent im Rückspiegel auftauchte. Bis der Dieselskandal kam. Ein Ereignis, das in Ingolstadt die Grundfesten erschüttert hat. Doch zugleich waren die Folgen ein segensreicher Weckruf. In Wolfsburg wie in Ingolstadt kamen neue Chefs ans Ruder. Bekanntermaßen viele Topleute von BMW. Auch der 50-jährige Duesmann.

Eigentlich hätte der schon viel früher im Chefsessel in der obersten Etage des bugförmigen Gebäudes „Markt und Kunde“ sitzen sollen. Dann wäre ihm die Aprilscherz-Nummer erspart geblieben. Allerdings entließ ihn der Premiumwettbewerber aus München nicht so schnell Richtung bayerische Provinz. Von Juli 2018 bis April 2020 wurde er in die Warteschleife geschickt.


Immerhin war Duesmann im Münchner Vierzylinder seit 2016 Vorstand für Einkauf und Beschaffung. Das schien der Höhepunkt einer zwei Jahrzehnte andauernden Karriere zu sein, die immer mit gaaanz viel PS zu tun hatte. Nach einem Maschinenbau-Studium an der FH Steinfurt zum Diplom-Ingenieur stieg er 1992 als Konstrukteur für den V12-Serienmotor bei Mercedes-Benz in Stuttgart ein. Er verließ Schwaben Richtung Westen und heuerte 1995 beim Entwicklungsdienstleister FEV nach Aachen an. Doch 2004 kehrte Duesmann zu Daimler zurück und wurde Hauptabteilungsleiter Dieselmotoren. Im Jahr 2005 stieg er zum Leiter Entwicklung in das Formel-1-Labor bei Mercedes-Benz in Brixworth in Großbritannien ins Monocoque. Zwei Jahre später wechselte er als Leiter Formel 1 Antrieb ins BMWs Formel 1-Team Sauber, und sorgte dort bis 2010 für die weiß-blauen in der Königsklasse für Tempo.


Nun beweist Duesmann, dass die BMW-Vorstandsposition doch nicht das Ende seiner Fahnenstange ist und er immer noch gerne mit Tempo arbeitet. Als Chef von Audi übernahm er zugleich im VW-Konzernvorstand den Bereich Forschung und Entwicklung. Das ist eine sportliche Leistung. Die zeigt er auch im Nebenberuf. Da engagiert er sich noch zusätzlich als Aufsichtsrat der FC Bayern München AG, an der Audi maßgeblich beteiligt ist. Da bleibt zu hoffen, dass es nicht nur beim Rekordmeister, sondern auch bei Audi wieder alles rund und mit Vorsprung läuft.



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