Autokauf: Rabatte steigen wieder

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Wenn der Neuwagenverkauf schleppend läuft, versucht Autohandel und Autohersteller mit Rabatten zu locken. Das sind gute Zeiten für Schnäppchenjäger. Die können sich laut Analyse des CAR-Instituts in Deutschland jetzt wieder auf die Pirsch begeben.

Der deutsche Automarkt verhält sich derzeit paradox. Auf der einen Seite wurden durch Corona-bedingten Lockdown und Auswirkungen des Chip-Mangels in den ersten drei Monaten weniger Neuwagen zugelassen, auf der anderen Seite boomt der Markt für Autos mit alternativen Antrieben. Laut Zahlen des Kraftfahrt Bundesamtes (im Bild / Quelle: KBA) wurden im Verlauf der ersten drei Monate 123,8 Prozent mehr Pkw mit alternativen Antrieben (batterieelektrisch, Hybrid, Plug-In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) zugelassen. Bei einem Gesamtzulassungsvolumen von 656.452 Pkw erreichten die alternativen Antriebe mit 246.689 Neuwagen insgesamt einen Anteil von 37,6 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 16,8 Prozent gewesen. Doch betrachtet man alle Automobile, wurden insgesamt im ersten Quartal 6,4 Prozent weniger zugelassen als 2020.


Darauf reagiert der Autohandel und versucht mit Rabatten den Neuwagenabsatz anzufeuern, heißt es in der Marktstudie es Duisburger CAR-Instituts. Die Analysten haben im vergangenen Monat wieder höhere Nachlässe registriert als im März.


Wer ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybriden kaufte, konnte sich über überdurchschnittliche Preisnachlässe freuen, errechneten die Studienautoren. Bei vollelektrischen Autos waren es 36,4 Prozent und bei Plugin-Hybrid-Fahrzeugen noch 27,3 Prozent – dank Innovationsprämie.


Die Internet-Händler gewährten bei den selbstkonfigurierten Neuwagen im Schnitt 17,9 Prozent Rabatt. Ein Plus von 0,2 Punkten gegenüber dem Vormonat. Das hört sich wenig an, sind aber unterm Strich beim zu zahlenden Preis einige Hundert Euro weniger.

Händler von Importmarken waren bei den Nachlässen großzügiger als die von deutschen Automobilen: „Besonders die Importeure, aber auch Ford und Opel versuchen mit höheren Kundenzugeständnissen ihre Verkäufe zu stimulieren“, lässt sich Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer zitieren. Die Hersteller und Händler von VW und Audi waren nach der Auswertung jedoch bei den Nachlässen weiterhin sehr zurückhaltend. Das könnte zum einen daran liegen, dass der Konzern derzeit ein E-Auto nach dem anderen auf den Markt bringt. Zuletzt VW mit dem ID.4 GTX. Der ID.5 SUV-Coupé ist bereits in der Pipeline. Doch schon jetzt verzögern sich die Auslieferungen durch den weltweiten Prozessor-Mangel in den unteren Segmenten. Also wird das Auto zur baren Ware. „Ich denke, dass die Situation durchaus noch angespannt bleiben wird“, sagte VW-Markenchef Ralf Brandstätter der Deutschen-Presse-Agentur.


Dafür, dass das die Produktion drosselt, spricht auch ein weiteres Ergebnis der Studie. Die Autoren ermittelten, dass die Eigenzulassungen im abgelaufenen Monat zurückgingen. 26 Prozent aller Neuzulassungen wurden auf Autohäuser oder Händler zugelassen. Damit lag die Quote um 0,8 Prozent unter der aus dem März. Das machen Autohäuser gerne mit Neuwagen, die auf dem Hof stehen, verbilligt anbieten können. Das scheint aber im Moment weniger notwendig zu sein.


Gefragt sind nach Angaben des Instituts zunehmend das Rundum-Sorglos-Paket der Auto-Abos. Das sind Leasingverträge inklusive Wartung und Versicherung. Darum steigt die Auswahl auf der Anbieterseite: Hier wurden im April 36 mehr Angebote eingestellt. Zwischenzeitlich kann an hierzulande zwischen 416 Modellen wählen.


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