Autokauf: Wartezeiten wegen Chip-Mangels

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Zunächst traf es nur einzelne Hersteller. Doch nach und nach bremst der akute Chipmangel die weltweite Autoproduktion aus. Die Folge: Der Käufer muss sich auf längere Lieferzeiten einstellen.

Die Autobranche hat es gerade nicht leicht. Pandemie und Transformation müssen gleichzeitig bewältigt werden. Nun kommt noch eine neue Herausforderung hinzu. Die Chiplieferungen bleiben aus. Und das dürfte nach der Prognose von Intel-Chef Pat Gelsinger noch einige Zeit so bleiben. Es dauere einfach, die Produktionskapazitäten hochzufahren, sagte Gelsinger gegenüber dem „Manager Magazin“.


Das trifft die Autobranche zu einer Unzeit und fordert querbeet Opfer. Werke müssen schließen, Mitarbeiter werden nach Hause geschickt. Peugeot besinnt sich wieder auf analoge Tachos und plant das Comeback anstelle der digitalen im 308, muss aber dennoch im Stellantis-Werk Rennes die Bänder langsamer laufen lassen. Der indisch-britische Hersteller JLR bremst die Produktion. Daimler schickt Tausende Beschäftigte in Rastatt und Bremen in die Kurzarbeit. Ford pausiert in Saarlouis und zieht die Werksferien teilweise vor. Volkswagen ist ebenso betroffen und fährt neben Emden die Produktionskapazitäten des Golfs im Stammwerk Wolfsburg herunter.


Wie aber konnte es so weit kommen? Ganz einfach. Die Nachfrage ist extrem angesprungen. Das macht Chips zum neuen Gold. Homeoffice und Homeschooling als Folge der Pandemie löste einen Boom aus. Zugleich rissen die Lieferketten teilweise ab. Der Mangel wurde auch durch Huawei verschärft. Der chinesische Kommunikationsriese füllte aufgrund drohender Sanktionsfolgen seine Lager.

Objekt der Begierde: ein Chip. (Fotos: Intel)


Nicht nur die Autoindustrie ist betroffen. Alle Branchen, die mit Prozessoren arbeiten, kommen derzeit ins Schleudern. Denn smarte Produkte brauchen nun mal Chips. Das zusammengenommen führt zu Engpässen, die sich nicht schnell auffangen lassen. Denn eine neue Chip-Fertigung aufzubauen, das dauert. „Alle kämpfen um dieselben Kapazitäten“, sagt Experte Falk Meissner von der Unternehmensberatung Roland Berger, der Mitautor einer Studie zum Thema ist. Meissner warnt, wie der Intel-Chef, dass der Mangel noch Jahre dauern kann.


Was heißt das aber für den Neuwagenkunden? Warten, warten, warten. Schon jetzt verschieben sich die Auslieferungen um Wochen. Das wird noch schlimmer. Vor allem die Kunden für Klein- und Kompaktfahrzeug müssen sich auf mehrere Monate einstellen. Aus ökonomischer Warte macht es für die Hersteller mehr Sinn, zunächst die renditestarken Modelle ab der Oberklasse zu fertigen und auszuliefern. Das spült Geld in die Kassen. Das könnte auch auf die Chiphersteller zutreffen. Denn große Nachfrage und kleines Angebot führen nach den Marktgesetzen zu höheren Preis. Das könnte möglicherweise auch bald die Autos verteuern.


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