Automacher: Akio Toyoda

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Der weltgrößte Automobilhersteller Toyota ist in Familienhand. Aktuell lenkt Akio Toyoda, Enkel des Gründers, erfolgreich die Geschäfte des Konzerns. Vor ein paar Tagen wurde er zur "World Car Person of the Year 2021" erkoren.

(Fotos: Toyota)


Akio Toyoda warnt Apple vor dem Einstieg ins Automobilgeschäft. Es gehöre mehr dazu als nur ein Auto zu produzieren und zu verkaufen. Die Automobilindustrie begrüße neue Marktteilnehmer, „aber nachdem sie ein Fahrzeug hergestellt haben, möchte ich, dass sie darauf vorbereitet sind, 40 Jahre lang mit Kunden und verschiedenen Veränderungen umzugehen“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ aus Anlass der Pressekonferenz der Japan Automobile Manufacturers Assoziation (der Entsprechung des deutschen VDA) im März, deren Vorsitzender er ist.


Toyotas Präsident liebt die klare Kommunikation. So plädiert er laut dem „Wall Street Journal“, die politische Fokussierung der Regierenden für E-Autos zu überdenken. „Verstehen das die Politiker, wenn sie Autos mit Benzinmotor verbieten wollen?“, zitierte ihn das Finanzblatt. Vor allem auf der umweltsensiblen Insel Japan, auf der Strom aus nicht nachhaltigen Quellen kommt, würde das E-Auto keinen Nutzen für das Klima bringen. Sein Unternehmen denkt hier schon einen Schritt weiter und konzentriert sich auf die serienreife Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs. Als Beispiel sei der Mirai genannt. Toyota kooperiert seit 2013 beim Thema Brennstoffzelle mit BMW. Zudem entwickeln die beiden Autohersteller gemeinsam einen Sportwagen.


Erst kürzlich wurde die Kooperation bis mindestens 2025 verlängert. Das ist ein Glücksfall für BMW. Toyota und Toyoda sind innovative Partner mit Pioniergeist. Wer kennt nicht die sogenannte „Lean Production“, die seit den 80er Jahren weltweit in der Branche angewendet wird? Die Japaner entwickeln seit der Einführung bis heute an der Fertigungsmethode, die heutzutage so gerne als nachhaltig bezeichnet wird.

Neues auszuprobieren, beschränkt sich für den Chef nicht nur auf die Produktionsmethoden, sondern umfasst auch die Produkte. 1989 wurde unter Toyodas Regie Lexus aus der Taufe gehoben. Die Premiummarke konnte sich zwar in Deutschland nie wirklich durchsetzen, in den USA aber ist sie einer der führenden Marken ihres Segments.


Toyoda ist ein Weltenbürger. Nach seinem Masterabschluss im Fach Betriebswirtschaft in den USA stieg er 1984 ins Familienbusiness ein und fing bei der Toyota Motor Corporation (TMC) an. Er durchlief alle Ressorts, die es braucht, um ein Auto zu fertigen und zu vertreiben. Der heute 65-jährige wurde im April 1998 als Executive Vice President und Vorstandsmitglied zur New United Motor Manufacturing, Toyotas Produktions-Joint-Venture mit General Motors im US-Bundesstaat Kalifornien, entsandt.


Anfang 2000 kehrte er in die Heimat zurück und wurde im Juni in den Verwaltungsrat von TMC berufen. Dort kümmerte er sich um das Thema Internet und den Aufbau von gazoo.com, einen der größten Marktplätze Japans – auch für den Vertrieb von Gebrauchtwagen. Parallel war der Enkel des Toyota-Firmengründers Kiichirō Toyoda für das Inlandsmarketing, das US-Geschäft und die Produktionsmanagementberatung tätig. Im Juni 2001 wurde Toyoda zum Chief Officer für den asiatischen Markt ernannt.


Anfang 2005 wurde er Chief Officer sowohl der China Operations Group als auch der Asia, Oceania & Middle East Operations Group. Im Juni 2005 wurde er zudem Executive Vice President und Representative Direktor, wo er unter anderem für die IT, Qualität, Produktmanagement, Einkauf, Vertrieb in Japan und Übersee sowie für Auslandsaktivitäten verantwortlich war. 


Er hat es ihn den Augen seiner Familie wohl gut gemacht. Im Juni 2009 übernahm er das Steuer als Präsident von TMC. Und das zu einer Zeit, als das Unternehmen Verluste auswies. Wie man sich denken kann, setzte er alles daran, Toyota wieder in die Gewinnzone zu lenken. Das ging sehr schnell.


Geschwindigkeit liebt der Manager auch beim Autofahren. Er nahm mehrfach unter einem Pseudonym am 24-Stunden-Rennen am Nürburgring teil und nutzt das gerne als Bühne, um die Prototypen der Japaner vorzuführen. Wenn man ihn also live sehen will, heißt es am ersten Juni-Wochenende auf die Eifel.


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