Automacher: Anton Piëch

1/2
In unserer Reihe "Automacher" stellen wir prägende Persönlichkeiten aus der Autoindustrie vor. Heute: Anton Piëch.

Die Namen Porsche und Piëch sind das Synonym für eine Auto-Dynastie. Nun will sich der Sohn des legendären Volkswagen-Chefs Ferdinand Piëch und Enkel von Ferdinand Porsche mit einem eigenen Sportwagen in der automobilen Welt ein Denkmal setzen.


Kommendes Jahr ist es so weit. Da soll der GT Mark Zero auf die Straßen rollen. Leistet das Auto das, was die verkündeten Leistungsdaten versprechen, könnte sich ein weiterer Piëch Hoffnung auf einen Platz in der „Hall of Fame“ der Autowelt machen.


Doch um aus dem Windschatten der prominenten Familie zu fahren, bedarf es nicht nur eines außergewöhnlichen Autos, sondern auch viel Mut und Kapital. Denn am Ende muss Piëch vor allem die Investoren überzeugen. Einen prominenten hat er schon auf seine Seite gebracht: Peter Thiel, der mit Facebook und PayPal Milliarden Dollar machte, fährt auf ihn ab.


Dabei hat der Piëch-Nachkomme nicht das viel beschworene „Benzin im Blut“. Anton, genannt Toni, studierte das Fach Ostasien-Wissenschaften – unter anderem an der elitären Universität von Princeton. Zwölf Jahre seines Lebens verbrachte der Piëch-Nachkömmling in China. Von seinem Vater und Großvater hat er jedoch die Leidenschaft für Automobile geerbt. Aber die Branche liebt er nicht: „Die Branche hat mich, anders als das Produkt, eher abgeschreckt“, sagte Piëch einmal gegenüber dem „Handelsblatt“. Doch sein hoher Anspruch an das Produkt Auto liegt in seiner DNA. Alles, was er bisher sah und aus den Sportwagenschmieden fuhr, war nicht so recht nach seinem Geschmack. Und was macht ein Piëch in diesem Fall? Er baut sich selbst eins. Natürlich nicht allein, sondern mit erfahrenen Entwicklern, die er bei den innovativsten Unternehmen der Branche wie Porsche, Tesla oder BMW abgeworben hat.

Das Ergebnis von so viel gebündelter Passion: Das Erstlingswerk unter Leitung vom jungen Piëch wurde ein Wagen der Superlative. Bislang konnte man das Auto nur in Genf auf dem Autosalon 2019 als stehende Präsentation begutachten. Ob er dann in der homologierten Version die versprochenen 612 PS Leistung und in der Spitze auf 250 km/h bringt, bleibt abzuwarten. Fest steht, er fährt mit Strom und das von null auf 100 in 3,3 Sekunden, sagt Piëch. Die Aufladezeit des Boliden reicht nach Unternehmensangaben nicht mal für einen Kaffee: In vier Minuten und 40 Sekunden soll die Batterie zu 80 Prozent voll sein. Das klingt nach einem echten Porsche-Taycan-Konkurrent. Der GT Mark Zero ist allerdings nur das Premierenmodell, lautet Piëchs Plan. Es sollen noch ein SUV und ein Viersitzer folgen.


Das Start-up hat seinen Sitz in der steuerfreundlichen Schweiz und weit genug von der Familienfeste Salzburg. Von dort aus wird das Durchstarten des Newcomers in der Autodynastie kommentarlos beobachtet. Seinen verstorbenen Vater ließ das sogar öffentlich kalt und unterstütze den Filius nicht.


Das erledigen erfahrene Wegbegleiter, wie Matthias Müller als Präsident des Aufsichtsrates und zuvor ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Porsche und Volkswagen. Ob das die Familien Porsche und Piëch gutheißen, weiß man nicht. Sein verstorbener Vater sicher nicht.

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.