Automacher: Linda Jackson

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In unserer Reihe „Automacher“ stellen wir prägende Persönlichkeiten aus der Autoindustrie vor. Heute: Peugeot-Chefin Linda Jackson.


Eins steht fest: Jackson kann rechnen. Das bewies die 1959 geborene Managerin hinlänglich im Laufe ihres Berufslebens. Als sie vor 12 Jahren bei PSA anfing, trug sie die finanzielle Verantwortung für die PSA-Tochter Citroën auf dem britischen Markt, später kam Frankreich dazu. Von 2010 bis 2014 war sie Geschäftsführerin für Citroën UK und Irland tätig. Vor sieben Jahren wurde die Britin Chefin des ur-französischen Autoherstellers, der seit 1975 zu PSA gehört. Sie wurde außerdem Mitglied des Global Executive Committees im Konzern.


Jackson hatte gleich zum Start bei Citroën Glück. Kurz vor ihrer Ernennung zum CEO kam der C4 Cactus auf den Markt. Das Auto erwies sich nicht nur als Bestseller, sondern war ein Imagegewinn für die Marke mit dem Doppelwinkel im Logo. Doch eines verzeihen die Fans ihr nicht. Unter ihrer Regie verabschiedete sich Citroën von der berühmten hydropneumatischen Federung. Die Technologie wurde in den 50ern von den Franzosen entwickelt. Sie hob das Auto anstelle von Stoßdämpfern und mechanischer Federn nach dem Start auf die einstellbare Bodenfreiheit und passte die Federung dem Fahrzeuggewicht an. Saß man in den Modellen mit Hydropneumatik, hatte auf man den Eindruck, man saß auf einer weichen, dick gepolsterten Couch. Zum Beispiel in der Markenikone DS oder der Ente.


Ein weiterer Meilenstein in der Karriere Jacksons war die Abspaltung und Etablierung des Premium-Ablegers DS. Jacksons Führungsstil ist ganz nach dem Geschmack ihres Vorgesetzten Carlos Tavares. Sie kappt die Kosten, bis die Zahlen schwarz werden.

Linda Jackson. (Fotos Stellantis)


Das brachte die in Coventry West Midlands geborene Jackson karrieretechnisch auf die Überholspur. 2020 wurde Jackson neben ihrer Chef-Funktion zur Leiterin des sogenannten „Mainstream Brand Portfolio Development“ der Groupe PSA ernannt. In dieser Funktion ist sie für die Abgrenzungen der Marken innerhalb des Mainstream-Produktportfolios zuständig.


Im Januar 2021 erreichte ihre berufliche Laufbahn den bisherigen Höhepunkt. Sie wurde als CEO von Peugeot berufen, nun unter dem Dach von Stellantis. Darüber hinaus kümmert sich die stets elegant-gekleidete Jackson um die Identifizierung, Implementierung und Beschleunigung von Synergien im Konzern. Sie ist damit einer der wenigen Frauen und die erste Britin, der in der Autoindustrie einen Aufstieg auf diese Ebene gelang. Sie findet zu Recht. Da Frauen das Auto oft aus einer anderen Perspektive als Männer betrachten, halten neue Gedanken und Ideen Einzug in eine Männerdomäne, findet sie.


Jackson war bislang beruflich immer nur in der Autoindustrie unterwegs. Vor ihrem Engagement bei PSA startete sie bei Jaguar Land Rover in verschiedenen Finanzfunktionen und im Vertrieb. Im Anschluss arbeitete sie für die Rover Group, wo sie als Regional Financial Manager für Rover Europe und danach bis zu ihrem Wechsel als Europa Sales Finale Director für die MG Rover Group zeichnete.


Dass sie einmal in der Autobranche arbeiten würde, war nicht abzusehen. Jackson wollte Englisch und Geschichte lehren. Doch nach einem Ferienjob bei Jaguar war sie mit dem „Auto-Virus“ infiziert, erzählte sie in einem Interview.


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