Automacher: Oliver Blume

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In unserer Reihe "Automacher" stellen wir prägende Persönlichkeiten aus der Autoindustrie vor. Heute: Porsche-Chef Oliver Blume.

(Fotos: Porsche)


Er ist der Marathon-Mann im Volkswagen-Konzern. Porsche-Chef Oliver Blume, passionierter Langstreckenläufer, braucht auch eine gute Kondition. Denn Erfolg setzt einen langen Atem voraus. Natürlich hilft ihm der Nimbus Porsche, aber auch seine Eigenschaft, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.


Oliver Blume hat vermeintlich einen Traumjob. Blume ist der Cheflenker von Porsche und der Profit-König innerhalb des Mehrmarkenreichs von Volkswagen. Selbst im Corona-Jahr 1 konnte er abliefern: Die Erlöse der Porsche AG stiegen 2020 im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro.


Solche Zahlen qualifizieren ihn zum Thronerben auf den Vorstandsposten in Wolfsburg. Doch er drängelt nicht. Er sitzt ja schon seit drei Jahren einen Sitz im Vorstand. Dort verantwortet Blume die Konzernproduktion. Ein klares Zeichen für das Vertrauen, das ihm die Großaktionärsfamilien Porsche/Piëch entgegenbringen.


Würde er Herbert Diess auf dem Chefsessel beerben, käme ein teamorientierter Stratege nach Wolfsburg. Das wäre mal ganz was Neues. Blume kennt sich dort aus, wurde er doch in Braunschweig geboren und studierte dort Maschinenbau an der Technischen Universität.


Durch ein internationales Trainee-Programm kam er 1994 zu Audi und ist erst mal geblieben. Nach Ablauf seiner Lehrzeit wurde er Planer im Karosseriebau und in der Lackiererei. Schon drei Jahre später stieg er zum Leiter Fertigung Karosseriebau für das volumenstarke Modell Audi A3 auf und machte nebenberuflich im Jahr 2001 seinen Doktor an der renommierten Tongji Universität in Schanghai.


Soviel Einsatz wurde belohnt. Im selben Zeitraum wurde er Vorstandsassistent im Produktionsressort in Ingolstadt. Nach zwei Jahren erreichte er die nächste Station: Blume wurde zum Leiter der Pilothallen ernannt. Für den Posten braucht es diplomatisches Geschick, denn der Bereich ist das Relais zwischen den Entwicklungsabteilungen und der Produktion. Steht ein Fahrzeug zur Serienproduktion an, wird hier der Prozess optimiert.


Da half es dem Ingenieur, dass er zwar leise, aber bestimmt ist. Und: Blume weiß, dass vor dem Vorsprung durch Technik immer der Mensch steht. Ein Jahr später entsandte man das Talent zu Seat, der spanischen VW-Tochter. Dort übernahm er die Planung und Vorserie. Fünf Jahre später rief ihn Wolfsburg auf den Posten nach Niedersachsen.


Vor acht Jahren dann der erste Vorstandstitel. Blume wurde Produktionsvorstand beim Sportwagenbauer in Stuttgart. Nach dem Stühlerücken im Konzern, ausgelöst durch den Dieselskandal, nahm er im Chefsessel von Porsche Platz. Intern beharkte er sich in der finalen Dieselskandalphase mit Audi-Chef Stadler um die Hoheit im Premium- und Luxusbereich. Stadler ist nicht mehr da, Blume schon. Denn er liefert und liefert, Corona hin oder her. „Wir haben umfangreich an unserer Kostenstruktur gearbeitet und darüber unseren Break-even weiter verbessert“, erklärt Blume im Interview mit dem „Handelsblatt“. Sein Erfolgsrezept ist einfach: „Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Was macht Porsche aus, was ist uns wirklich wichtig.“ Das soll er nun auch beim Mutterkonzern. Mit den VW-Werken kennt er sich bestens aus und kann auch hier zeigen, ob er der Nachfolger unter den gehandelten ist. Die nötige Kondition hat der Marathon-Mann ja bereits bewiesen.




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