Automacher: Oliver Zipse

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In unserer Serie „Die Automacher“ stellen wir prägende Persönlichkeiten aus der Autobranche vor. Heute: BMW-Chef Oliver Zipse.

(Fotos: BMW)


Vorstandsvorsitzende von BMW, Oliver Zipse, ist kein Chef, dem man gerne Fehler gesteht. Trifft man ihn, wirkt Zipse kühl und distanziert. Emotional wird er nur, wenn er einen Freund aus der Naturwissenschaft trifft und menschlich, wenn es um Opern geht. Geht es um Entscheidungen, geht es um Fakten. Ist Zipse das, was man einen Technokraten nennt?


Fragt man den Duden, charakterisiert die Definition eines Technokraten den BMW-Chef ganz gut. Ein Mensch, dessen Handeln nach den Gesichtspunkten der Technik und Verwaltung bestimmt und auf das Funktionieren gerichtet ist. Seine Studienfächer sind ein Indiz dafür, dass die Umschreibung stimmen könnte.


Der geborene Heidelberger studierte zwei Jahre in Salt Lake City Informatik und Mathematik. Danach schloss er sein Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt im Studienfach „Allgemeiner Maschinenbau“ 1991 als Diplom-Ingenieur ab. Darauf folgte ein ergänzendes Studium zum Executive MBA. Mit dem Studiengang empfiehlt man sich für höhere Weihen.


Der Vorstandsvorsitzende ist ein echtes BMW-Gewächs. Er war nie woanders tätig als für das Münchner Unternehmen. 1991 startete er als Trainee und absolvierte Stationen im Bereich Entwicklung, Technische Planung und Produktion. Wie immer empfiehlt man sich bei BMW auch mit Auslandsstationen. Diese absolvierte er in Südafrika unter anderem in der Produktion. Ein Jahr leitete er das Mini-Werk in Oxford.

Dann ging es die Karriereleiter nach oben. Drei Jahre leitete Zipse die technische Planung. 2015 erreichte er die höchste Ebene und wurde in den Vorstand für das Ressort Produktion der BMW AG berufen, vor zwei Jahren übernahm er der den Vorsitz. Von dem liberalen und teamorientierten Führungsstil Krügers ist seitdem nichts mehr zu spüren. Immerhin hielt er daran fest, einen weiblichen Personalvorstand im Gremium zu haben.


Seine Entscheidungen einigen eins: Zipse gibt die Struktur vor. Die überlegt er sich im Morgengrauen. Der Cheflenker ist Frühaufsteher. Er nutzt die frühe Stunde zum Sport, denkt nach und strukturiert seinen Tag. Auch wie er die Herausforderung E-Mobilität bewältigt. Zwar war BMW Pionier in dem Segment, doch Tesla, lange unterschätzt, fuhr auch den Münchnern davon. Das soll unter Zipse anders werden, sagt Zipse auf der DLD All Stars Tech-Konferenz. Er glaubt, dass die Dominanz der Kalifornier bald Geschichte wird. „Es wird für Tesla nicht einfach sein, in diesem Tempo weiterzumachen, weil der Rest der Branche mit großen Schritten voranschreitet“, ist Zipse überzeugt.


Das er mit BMW vorne mitfahren möchte, ist klar. Vielleicht ist sein technokratischer Führungsstil in den derzeit bewegten Zeiten genau das Richtige. Denn jetzt braucht man Manager, die sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Neben der Transformation müssen die Autokapitäne auch gerade die Auswirkungen von Corona stemmen. Und wie es aussieht, klappt das ganz gut. Doch auch der BMW-Vormann leidet unter. Corona. Die Pandemie hat zur Folge, dass er mit seiner japanischen Frau derzeit nicht der Vorliebe für Opern frönen kann, die er gerne und oft in München besucht.

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