Automacher: Volkmar Denner

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In unserer Reihe "Automacher" stellen wir prägende Persönlichkeiten aus der Autoindustrie vor. Heute: Bosch-Chef Volkmar Denner.

Die Elektromobilität wird für den Autozulieferer und Digitalkonzern Bosch mehr und mehr zum Kerngeschäft, verkündete Volkmar Denner jüngst anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Rechtzeitig wurde bei Bosch in Stuttgart dank Denner darauf gewettet und fährt dadurch weit vorne. Allein im vergangenen Geschäftsjahr sammelte der weltweit größte Zulieferer Aufträge im Wert von 20 Milliarden Euro ein. Noch sind zwar die ungeheuren Investitionen von bislang 5 Milliarden Euro nicht eingespielt. Denner rechnet aber ab 2024 in diesem Geschäftsfeld mit Gewinnen. „Und, während der Markt für elektrische Antriebskomponenten derzeit jährlich um gut 20 Prozent wächst, legt Bosch um nahezu 40 Prozent zu“, lobt Denner ein wenig sich selbst. Das hat er aber verdient. Denn das Unternehmen profitiert von seinem richtigen Riecher, wie die Zahlen belegen.


Doch für den Physiker ist das Elektroauto nicht das Ende der Fahnenstange. Er baut nicht, wie beispielsweise Herbert Diess von Volkswagen, ausschließlich auf Strom, sondern setzt auf Wasserstoff als künftige Antriebsart. Der befinde sich „auf dem raschen Weg zur Serienreife“, ist Denner überzeugt. 


Er ist nun seit neun Jahren am Ruder und Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. In Personalunion kümmert er sich zudem um die Unternehmensstrategie, die Kommunikation und Regierungsbeziehungen sowie Anlagen und Bauten. Das ist aber noch nicht alles. Der mustergültig emsige Schwabe ist ebenfalls für die Gesellschaft Bosch HealthCare Solutions GmbH und für das Bosch-Geschäft in China verantwortlich.


Das für ihn schwäbische Sparsamkeit eine Tugend ist, zeigt die im vergangenen Monat verkündete Reduzierung von zehn auf nunmehr acht Mitglieder der Geschäftsleitung. Denner fängt das auf, indem er noch die bisherigen Aufgaben von Entwicklungs- und Digitalchef Michael Bolle schultert. Der kümmerte sich unter anderem um die Märkte in Südostasien und Westeuropa.


In der Branche wird das als ein Zeichen dafür gewertet, dass Denner wohl über sein Vertragsende im Sommer 2022 hinaus bleiben wird, kolportiert das „Handelsblatt“.

Auch im Bereich Wasserstoff ist Bosch mit Denner am Ball. (Fotos: Bosch)


Denner heuerte 1986 nach seinem Studium und seiner Promotion bei Bosch an. Zunächst als Fachreferent Entwicklung Leitungshalbleiter im Geschäftsbereich Halbleiter und elektronische Steuergeräte. Drei Jahre später kletterte Denner eine Stufe auf der Karriereleiter nach oben und wurde Entwicklungsleiter Leistungshalbleitertechnologie. Zwei Jahre danach wechselte er zur Entwicklungsabteilung integrierte Schaltkreise.


Dann durchlief er als Leiter die Verkaufsabteilung für Steuergeräteentwicklung und Systemapplikation im Geschäftsbereich Motorsteuerungen für Benzinmotoren und wurde 1988 Entwicklungsleiter Motorsteuergeräte. Denner übte seit diesem Jahr mehrere Tätigkeiten aus. Der heutige Bosch-Chef war neben seinen Aufgaben im Bereich Verkauf ebenfalls Entwicklungsleiter, Produktmanager und zugleich Geschäftsleiter Verkauf und Entwicklung im Geschäftsbereich Halbleiter und elektronische Steuergeräte.


Er kennt sich also aus und das hat sich für ihn ausgezahlt. Drei Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Bereichsvorstands, Geschäftsbereich Automotive Electronics, berufen. Wiederum nach drei Jahren übernahm er die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. 2012 wurde er zum Vorsitzenden berufen.

Klar, dass ihm auch seine Bosch-Tätigkeit nicht reicht. Nebenbei sitzt er im VDA und an die Rente denkt der 64-jährige Denner wohl noch lange nicht.


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