Automobilbranche: harte Ansagen für ein sauberes Klima

Das Ziel der EU-Kommission ist heftig. Der Ausstoß an Treibhausgasen soll bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 sinken. Dies beschloss der EU-Gipfel in Brüssel am Freitagmorgen, wie Ratschef Charles Michel mitteilte. Bisher galt ein Ziel von minus 40 Prozent. Nach dem Willen der Politik sollen in zehn Jahren mindestens 30 Millionen Fahrzeuge mit null Emissionen unterwegs sein.


Frans Timmermans, stellvertretender EU-Kommissionsvorsitzender, dürfte derzeit in der deutschen Automobilindustrie nicht besonders beliebt sein. Denn er setzte seine Vorstellungen von Grenzwerten für CO2 und Schadstoffe für Fahrzeuge durch. „Ich kann die Tatsache nicht verbergen, dass wir streng sein müssen“, sagte der Niederländer im Vorfeld und legte seine Vision eines klimaschonenden Verkehrs dar. Die Pläne sollen im kommenden Jahr konkretisiert werden.


„Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen die Emissionen des Transportsektors klar nach unten gehen", so Timmermans. Zusätzlich zu den 30 Millionen emissionsfreien Pkw und Transportern will er Verkehr auf die Schiene verlagern. Zudem sollen 2030 mindestens 100 Städte in Europa klimaneutral sein. Wie das alles umgesetzt werden soll, wird in rund 80 Einzelvorhaben definiert.


Nach Meinung des Verbands der deutschen Autoindustrie (VDA) gehen die Pläne an der Realität vorbei. „Wir haben in ganz Europa 270 Millionen Pkw und 42 Millionen Nutzfahrzeuge im Einsatz“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie fordert von der Politik eine Förderung von synthetischen Kraftsoffen. „Nur mit E-Fuels können alle Fahrzeuge, die jetzt schon zugelassen sind und noch dazu kommen werden, einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen leisten. Diese Realität darf eine nachhaltige und intelligente Mobilitätsstrategie nicht ignorieren. Auch Wasserstoff wird gerade bei den Nutzfahrzeugen eine sehr wichtige Rolle spielen“, so Müller.


Markus Ferber, für die CSU im EU-Parlament, kritisiert die Vorhaben nach Timmermanns Präsentation ebenfalls: „Es fehlen echte Lösungsansätze für urbane Mobilität“, sagte der Politiker gegenüber der „dpa“. Die Schwierigkeit der ländlichen Regionen, bei den anstehenden Änderungen im Verkehr abgehängt zu werden, sei gar nicht erst erwähnt.


Derweil überrascht es wohl keinen, dass die Pläne den Umweltorganisationen nicht weit genug gehen.


(Foto: BMWi)

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