Autonomes Fahren: Apple & Co. Im Fahrersitz?

Die Produktion von Autos erfordert Erfahrung, Infrastruktur und viel Kapital. Wer Gewinne erzielen will, braucht einen langen Atem. IT-Giganten wie Apple wollen in den Automarkt einsteigen. Aber die Produktion lieber anderen überlassen. Nicht ohne Grund.

Laut Berechnungen von „Bloomberg“ generierten die zehn größten Autohersteller im vergangenen Jahr eine durchschnittliche operative Marge von 5,2 Prozent. Das ist im Vergleich mit den Gewinnspannen der IT-Giganten wie Apple sehr bescheiden. Die erzielen locker das Sechsfache – und tüfteln hinter den Türen eifrig an Technologie fürs autonome Fahren.


Die Motive für Apple & Co. sind nicht dieselben wie die von Tesla oder BMW. Autohersteller bauen Autos, um möglichst viele davon zu verkaufen. Firmen wie Apple machen mit Datenkreisläu8fen Geld. Setzen sie diese Kenntnisse in Geschäftsmodelle rund um das Auto der Zukunft um, kann der Vertrieb von Automobilen zu einer gigantischen Gewinnmaschine werden. Das autonome Fahren beschleunigt die Entwicklung.


Auf über 2 Billionen Dollar soll der Markt mit Daten aus Autos nach der Prognose von „Bloomberg“ bis zum Jahr 2030 steigen. „Es wird erwartet, dass bis dahin mehr als 58 Millionen Fahrzeuge weltweit selbst fahren werden“, schreibt der Datendienstleister in seinem jüngsten Report. Autonutzer sollen dann dank autonomer Technologie im Auto Zeit zum Surfen, zum Einkaufen oder für Bankgeschäfte haben.


Die „25. Stunde“ nennt Audi diesen Zeitgewinn (Titelfoto). Traditionelle Hersteller wie die Ingolstädter wollen ganz vorne mitfahren und sich nicht von Tech-Konzernen überholen lassen. Seit geraumer Zeit forschen die Autofirmen an entsprechender Technologie. Die Fahrzeuge müssen als rollende Rechner konzipiert sein, um die notwendigen Daten für autonomes Fahren verarbeiten zu können.


Diese Chance wollen die Tech-Giganten ergreifen – und werben dafür Spezialisten von den Autofirmen ab. Bei Apple beispielsweise heuerte jüngst Ulrich Kranz an, der bei BMW die Ära der E-Mobilität einläutete. Kranz gilt als genialer Tüftler auf dem Gebiet der Antriebe.


Auch hinter den Türen von Waymo wird fieberhaft entwickelt. Die Firma gehört der Dachgesellschaft von Google-Mutter Alphabet. Was die Praxis anbetrifft, sind deren Fortschritte schon sichtbar: Lkw und Ride-Hailing-Dienste drehen in den USA bereits auf öffentlichen Straßen ihre Runden. Waymo gilt als führend in der Technologie fürs autonome Fahren.


Das Mega-Online-Kaufhaus Amazon kooperiert bei den selbstlenkenden Fahrzeugen mit Rivian Automotive und verstärkte die eigenen Aktivitäten durch die Übernahme von Zoox. Microsoft unterstützt Volkswagen bei der Softwareentwicklung.


Wer auch immer mit wem zusammenarbeitet, und wer am Ende die Autos baut, ist für den Kunden am Ende gleichgültig. Aber der, der die Daten absaugt, wird dafür Gewinne ernten – und zwar weit mehr als bislang im klassischen Autogeschäft drin war.


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