Batterien made by VW: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

11 Mai. 2021

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Die Nachfrage nach Elektroautos auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens MEB der VW Group steigt. Das Komponentenwerk in Salzgitter hat die Produktion der dafür nötigen Batteriesysteme auf 500.000 Stück pro Jahr ausgeweitet. Wir haben uns angeschaut, was die Batterien made in Germany können, wie es mit den E-Modellen bei VW weitergeht und ob auch die Batteriezellenfertigung zu uns kommt.

Neben Batteriesystemen fertigt VW mit seiner Komponenten-Tochter zahlreiche weitere Bestandteile der neuen ID-Modelle selbst (Alle Bilder: VW)


Welche Ziele verfolgt VW?


 Die Marke Volkswagen will den Absatz rein elektrisch angetriebener Modelle (BEV) in Europa bis 2030 auf 70 Prozent steigern, in den USA und China auf bis zu 50 Prozent. Langfristiges Ziel ist die vollständig bilanzielle Dekarbonisierung der Marke bis 2050. Dazu werden bis 2025 jedes Jahr ein neues Elektroauto vorgestellt. 2021 präsentieren die Wolfsburger das sportliche SUV-Coupé ID.5, im kommenden Jahr den lang ersehnten ID. BUZZ. Für 2025 steht bereits ein Einstiegsmodell unterhalb des ID.3 in Aussicht.


Die Produktion der Batteriesysteme erfolgt im Werk der Volkswagen Group Components in Braunschweig, hier hat auch ihre Entwicklung stattgefunden. Auf einer Fläche von etwa neun Fußballfeldern können aktuell bis zu 500.000 MEB-Batterien pro Jahr vom Band laufen. Weitere Standorte für die Fertigung der Batteriesysteme sind Foshan und Anting in China. In Zukunft will derKonzern auch in Chattanooga (USA) und Mlada Boleslav (Tschechische Republik) für die dortigen Werke lokal fertigen.

In Salzgitter wird aktuell bereits die Aufnahme einer eigenen Batteriezellfertigung vorbereitet und in Kooperation mit dem Partner QuantumScape an der Feststoff-Batterie der nächsten Generation gearbeitet. Ebenso werkelt VW an Lösungen alten Batterien ein zweites Leben, zum Beispiel als flexible Schnellladesäule, einzuhauchen. Eine Pilotanlage zur Rückgewinnung wertvoller Batterie-Bestandteile ist auch in Betrieb.


Wie ist ein MEB-Batteriesystem aufgebaut?


Das Batteriesystem der ID. Modelle ist skalierbar konzipiert, als Verbund aus Aluminium-Profilen. Jedes Fach nimmt ein Batteriemodul auf, das 24 Zellen mit flexibler Außenhülle integriert. Das größte Batteriesystem ist 182 cm lang, das kompakteste 142 cm. Die Breite beträgt einheitlich 145 cm und die Höhe 14 cm. Das Gewicht liegt zwischen etwa 320 kg und zirka 500 kg.


Im Längsträger des Gehäuses sitzen je nach Batteriegröße bis zu drei Controller, die die Module auf Spannung und Temperatur überwachen. In Kooperation mit dem zentralen Batteriemanagement-Controller gleichen sie Abweichungen bei der Kapazität der einzelnen Zellen aus. Das Haupt-Steuergerät und die Anschlussbox mit ihren Sicherungen sind an der Rückseite des Batteriesystems montiert, bei einem schwereren Unfall schalten sie es sofort stromlos.


Der Heckantrieb und das Packaging des ID.3 und des ID.4 schaffen beste Voraussetzungen für eine sportliche, sichere und problemlose Fahrcharakteristik. Die Batterie ist zwischen den Achsen am tiefsten Punkt des Autos montiert, das sorgt bei allen Varianten für eine Gewichtsverteilung nahe am Idealwert von 50:50. Ihr Gehäuse ist fest mit der Karosserie verschraubt und trägt maßgeblich zur Steifigkeit bei. Ein starker umlaufender Rahmen schützt das Batteriesystem vor Beschädigungen bei einem Crash. Ein Aluminiumdeckel verschließt es nach oben, unter dem Zellraum liegen die Kühlplatte und eine weitere starke Abdeckung aus Aluminium.

Welche Batterien fertigt VW in Deutschland?


VW setzt auf Batteriegrößen von 45 kWh bis 77 kWh. Im kompakten ID.3 stehen drei Batteriegrößen zur Auswahl, die je nach Energiegehalt 352 (45 kWh), 426 (58 kWh) und 549 (77 kWh) Kilometer Reichweite nach WLTP ermöglichen. Beim ID.4 ist die Auswahl ähnlich: Der E-SUV kann mit der 52-kWh-Batterie an Bord bis zu 346 und mit der 77-kWh-Batterie 522 Kilometer erreichen. Der ID.4 GTX bringt den Dualmotor Allradantrieb mit einer maximalen Leistung von 220 kW in die ID. Familie. Die Batterie hält 77 kWh bereit – genug für bis zu 480 Kilometer.

Die Batterien des ID.3 und des ID.4 lassen sich mit Wechselstrom und Gleichstrom laden. An der heimischen Wallbox laden sie je nach Batteriegröße mit bis zu 11 kW Leistung. An einer starken Gleichstromsäule können die Autos mit 45 kWh und 52 kWh Netto-Energieinhalt mit bis zu 50 kW oder optional bis zu 100 kW laden. Der ID.3 mit 58 kWh-Batterie schafft serienmäßig 100 kW, die 77 kWh-Batterie erreicht bis zu 125 kW. Damit können sie in rund 30 Minuten Gleichstrom für die nächsten 320 km (gemäß WLTP) nachladen. VW garantiert eine Mindestkapazität der Batterie von 70 Prozent für acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

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Lukas Schmidt

11 Mai. 2021