Bentley: Mit Biosprit zu den Wolken

Ralf Kund

13 Apr. 2021

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Mit einem zum GT3-Fahrzeug hochgerüsteten Nobelhobel der britischen Marke soll am Pikes Peak ein neuer Rekord fallen.

(Fotos: Bentley)


Bereits zum dritten Mal startet Bentley beim prestigeträchtigen „Race to the clouds“ am Pikes Peak im amerikanischen Bundesstaat Colorado. Nach zwei Rekorden 2018 (Bentayga – schnellstes SUV: 10:49,9 min) und zum 100jährigen Firmenjubiläum 2019 (Continental GT – schnellstes Serienfahrzeug: 10:18,4 min) tritt der britische Nobelhersteller in diesem Jahr mit einem Continental GT3-Rennauto an, das mit Sprit aus erneuerbaren Rohstoffen betrieben werden soll. Im Visier haben die Engländer in diesem Jahr den Rekord in der Top-Kategorie „Time Attack 1“, den seit letztem Jahr ein Porsche 911 GT2 RS Clubsport mit 9:36,55 Minuten hält.Zur Einordnung: Die schnellste jemals erreichte Zeit wurde 2019 von Romain Dumas mit dem Elektro-Prototyp VW I.D. R Pikes Peak gefahren; sie liegt bei 7:57,15 Minuten.

Eingebunden ist die Rekordfahrt in das „Beyond100“-Programm der Marke, die damit auch ein Zeichen setzen will: „Der Continental GT3 Pikes Peak wird zeigen, dass erneuerbare Kraftstoffe Motorsport in einer verantwortungsbewussten Weise ermöglichen“, erklärt Bentley-Technik-Vorstand Dr. Matthias Rabe. Auch Bentley trimmt seine Flotte in eine nachhaltigere, umweltfreundlichere Richtung und will ab 2023 Hybrid-Varianten anbieten, ab 2030 sollen nur noch Elektrofahrzeuge angeboten werden.


Für die bis dahin verbleibenden neun Jahre soll Biosprit den Kunden ermöglichen, auch mit Verbrennungsmotoren nachhaltig und umweltbewusst unterwegs zu sein, da innovative Kraftstoffe bis zu 85 Prozent weniger Treibhausgase verursachen. Mehr als 80 Prozent aller jemals produzierten Bentleys sind immer noch auf den Straßen unterwegs.


Der Rekordversuch wird gemeinsam mit dem Kunden-Rennstall „Fastr“ durchgeführt, der das Auto betreut und in Colorado von K-Pax Racing unterstützt wird. Pilotiert wird der Continental GT3 vom Neuseeländer Rhys Millen, der bereits die ersten beiden Rekorde für Bentley einfuhr. Vor dem Rekord stehen 156 Kurven und knapp 20 Kilometer Streckendistanz, bei der 1439 Meter Höhenunterschied bis zum 4301 Meter hohen Gipfel überwunden werden müssen. Zu den besonderen Schwierigkeiten der Pikes-Peak-Strecke gehören neben der eingeschränkten Trainingsmöglichkeit für die Fahrer die Unwägbarkeiten des Wetters und die dünne Höhenluft, durch die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bis zu einem Drittel ihrer Leistung verlieren.

Das erste „Race to the clouds“ fand bereits 1916 statt. Rekordsieger ist bis heute die amerikanische Rennfahrerfamilie Unser, die seit 1934 mit bis heute zwölf Familienmitgliedern am Pikes Peak startete und die meisten Siege einfuhr. Hierzulande wurde Pikes Peak 1987 populär, als Walter Röhrl mit dem Audi Sport quattro E2 Pikes Peak als zweiter Fahrer überhaupt unter elf Minuten blieb. War die Strecke damals überwiegend unbefestigt, wurde sie ab 2001 Stück für Stück asphaltiert. Seit 2012 ist sie komplett geteert.



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Ralf Kund

13 Apr. 2021