Bill Gates setzt sich für E-Fuels ein: "Batterien sind groß und schwer"

Arne Roller

29 Jan. 2021

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Microsoft-Milliardär und Philanthrop Bill Gates fördert mit der Bill & Melinda Gates Stiftung viele zukunftsweisende Projekte in Bereich der umweltfreundlichen Mobilität. Dabei hält Gates Elektromobilität für kein Allheilmittel.

Foto: United States Department of Health and Human Services


In seinem Blog "Gatesnotes" schreibt Microsoft-Gründer Bill Gates regelmäßig über den Klimawandel und die Herausforderungen der Mobilitätswende. Aktuell sind in E-Autos der Trend schlechthin. Dennoch stellen batterieelektrische Fahrzeuge für Gates kein Allheilmittel dar. Auch wenn die Batterien immer günstiger und leistungsfähiger werden, sieht der Milliardär sie dennoch nicht als den besten Energieträger für lange Strecken: "E-Fahrzeuge sind sehr gut auf kurzen Strecken. Daher sind sie eine gute Option für Pkw und kleine Nutzfahrzeuge wie Busse oder Müllwagen. Aber batterieelektrische Fahrzeuge sind nicht die beste Option für alle Arten des Transportes". Was Gates meint, sind große 40-Tonner, Container-Schiffe und Passagierflugzeuge. Seiner Meinung nach braucht es hier eine Alternative zum Strom als Energielieferanten. Und diese sind nach der Meinung von Bill Gates allen voran Biokraftstoffe und E-Fuels.



Biokraftstoffe und E-Fuels: Herstellung wird immer umweltfreundlicher


Biokraftstoffe lassen sich mittlerweile aus nicht essbaren Pflanzen gewinnen, die zudem kaum bis gar keine Düngung benötigen. Auch landwirtschaftliche Abfallprodukte eignen sich zur Herstellung dieser Kraftstoffe, die dann teilweise ohne Modifikationen in herkömmlichen Verbrennungsmotoren funktionieren.


2019 lag der Anteil von Biokraftstoffen in Deutschland unter fünf Prozent. (Bildmaterial: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.)



E-Fuels: CO2-neutraler Kraftstoff für Verbrennungsmotoren


Bill Gates nennt auch noch eine weitere Technologie: die sogenannten E-Fuels. Sie können CO2-neutral hergestellt und verbrannt werden. Ihr Nachteil sind die aktuell noch sehr hohen Produktionskosten. Gemeinsam mit Porsche und einer Reihe von internationalen Unternehmen realisiert Siemens Energy aktuell ein Pilotprojekt zur Herstellung von E-Fuels. Man nutzt die optimalen Windbedingungen im Süden Chiles, um mithilfe von grünem Strom klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. In einem ersten Schritt produziert die dortige Anlage grünen Wasserstoff, aus dem in einem zweiten Schritt E-Fuels entstehen, für die Porsche der größte Abnehmer sein möchte. Ab 2026 sollen alle neuen 911er mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff fahren. Schon dieses Jahr sollen die E-Fuels im Rennsport zum Einsatz kommen. Wie auch die Biokraftstoffe sind die E-Fuels rückwärtskompatibel, also in gewöhnlichen Verbrennungsmotoren einsetzbar.


In dieser Pilotanlage stellt Siemens Energy in Chile grünen Wasserstoff aus Windkraft her, aus dem wiederum CO2-neutrale E-Fuels gewonnen werden. (Bildmaterial: Siemens Energy)



Grüner Wasserstoff als weitere Alternative


Zwar nicht rückwärtskompatibel, kann jedoch auch der grüne Wasserstoff selbst langfristig zu einem wichtigen Energieträger in der Mobilität werden. Im Zuge der nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands erhält Siemens Energy daher für das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Förderung von rund 8 Millionen Euro. Auch Bill Gates investiert mit seinem Venture-Fonds "Breaktrough Energy" in den europäischen Wasserstoffmarkt. Vor allem im Langstreckentransport sagen viele Experten dem Wasserstoff als Energieträger eine große Zukunft voraus. Aber auch in Serien-Pkw kommt er schon jetzt zum Einsatz – in Deutschland sind die Brennstoffzellen-Fahrzeuge Toyota Mirai und Hyundai Nexo verfügbar.






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Arne Roller

29 Jan. 2021