Wal auf zwei Rädern: Custom-Spezialist Kimura gestaltet „seine“ BMW R 18

Ralf Kund

10 Nov. 2021

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Mit dem Custombike "The Wal" des Japaners Shinya Kimura steht jetzt das dritte Einzelstück auf Basis von BMW's (relativ) neuer R 18

Die SoulFuel-Reihe steht bei BMW Motorrad für außergewöhnliche Umbauten, sogenannte Custom Bikes. Jetzt hat der Japaner Shinya Kimura die BMW R 18 als dritter Customizer in ein Unikat verwandelt, genannt „The Wal“. Der ungewöhnliche Name ist bewusst gewählt, erklärt Kimura: „Dank ihres gewaltigen Motors ist sie einerseits wild und von nahezu unerschöpflicher Kraft, andererseits aber doch völlig gutmütig: Wie ein Wal eben, daher der deutsche Tiername für die R 18.“

Auch in der Frontpartie der Maschine lassen sich Züge der Meeresriesen erkennen. So trägt die von Kimura für komfortableres Handling bei hohen Tempi gestaltete Halbschalenverkleidung zwei asymmetrisch geformte Scheinwerfer, die fast wie Augen anmuten. Darunter zieht sich eine Art Gebiss über die ganze Breite, die wie die Barten eines Wals wirken. Farbgebung und grobe Lackstruktur ergänzen die Wal-Assoziationen.

Zustande kam die Zusammenarbeit nach einem Besuch des Japaners beim BMW-Entwicklungsteam in Deutschland. Nach ein paar hundert Kilometern auf einer Serien-R18 in seiner Heimat Kalifornien kam Kimura die Idee zu „The Wal“. „Als ich die serienmäßige R 18 gefahren bin, dachte ich, dass sie vielleicht besser zu meiner Statur und zu meinen fahrerischen Vorlieben passt, wenn ich sie mit einer Verkleidung etwas frontorientierter konzipiere. Ich beschloss, Rahmen, Räder und Bereifung sowie Federelemente und Bremsen zu übernehmen, weil ich nach dem Fahren nicht das Bedürfnis verspürte, sie zu ändern. Zudem wollte ich, dass ich mit meiner R 18 auch lange Strecken fahren kann, während ich den legendären Boxermotor spüre und genieße. Sehr wichtig war mir, die beiden Charaktere der R 18 zu erhalten, so wie ich sie beim Fahren erlebt habe“, sagt der Custom-Bike-Spezialist.


„Die R18 habe ich ganz für mich selbst gebaut“, erklärt Kimura und zählt auf, was er alles geändert hat. Es beginnt bei dem völlig neu gestalteten Tank, an den sich ein langgestreckter, gerundeter Sitzbankhöcker anschließt. Die Fußrasten wurden zugunsten einer größeren Beinflexibilität um rund zwei Zoll nach hinten verlegt, der Lenker acht Zoll schmaler und sechs Zoll niedriger. „Alles zusammen ergab schließlich die sehr natürliche Körperhaltung, die ich mag“.

Interessant ist auch die Arbeitsweise des Vaters der in der Szene bekannten „Zero Style“-Motorräder, denn Kimura fertigte für den Umbau weder Skizzen, Zeichnungen oder Mockups an. Nach fünf Monaten und einigen gelösten, mechanischen Problemen erwuchs dann aus den präzisen Vorstellungen des Zweiradkünstlers die fertige „The Wal“. Die größten Herausforderungen waren dabei die drastische Veränderung der Sitzposition und vielen computergestützten Systeme und Verkabelungen. „Das war ziemlich neu für mich und ich habe viel gelernt“, resümiert Kimura, der sich sonst vorwiegend mit älteren Motorrädern beschäftigt, den handwerklichen Prozess.

Shinya Kimura hat ursprünglich Insektenkunde studiert. Er wuchs in der familieneigenen Nietfabrik auf, wo er stets von Gerüchen nach Stahl und Öl und den Geräuschen von Maschinen und Metallen umgeben war. 1992 gründete er die Firma „Zero Engineering“ und wurde mit der Custom Harley-Davidson „Samurai Chopper“ international bekannt.

BMWs SoulFuel-Projekt wurde zur Markteinführung der BMW R nineT im Jahr 2013 gestartet. Mit der R 18 und ihrem riesigen, 1,8 Liter großen Boxermotor, setzen die Münchner die Reihe fort. Nach Roland Sand und Dirk Oehlerkings "Spirit of Passion" ist Shinya Kimura der dritte Zweirad-Veredler, der eine Brücke zwischen Serie und Custom Bikes schlägt.  

Fotos: BMW

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Ralf Kund

10 Nov. 2021