Bugatti Bolide geht in Serie

Mathias Keiber

16 Aug. 2021

1/4
Im Oktober 2020 zeigt Bugatti ein aufsehenerregendes Experimentalfahrzeug – jetzt beginnt die Serienentwicklung.

„Was wäre, wenn Bugatti um den legendären 8-Liter-W16-Motor herum ein radikal leichtes Fahrzeug bauen würde?“ Diese Frage beantwortete die französische Luxuswagenschmiede im Oktober 2020 mit dem Experimentalfahrzeug Bolide. Ein „Gendanken-Experiment“, heißt es am Firmensitz im elsässischen Molsheim mit einer gehörigen Portion Understatement. Denn solche Gedanken-Experimente haben doch immer auch einen Hintergedanken: Wie reagiert die potenzielle Kundschaft?


Die Antwort kam prompt: „Nach der Präsentation baten uns viele Enthusiasten und Sammler, ein Serienfahrzeug des Experimentalfahrzeugs Bolide zu entwickeln. Die Reaktionen und die Rückmeldung von Kunden aus der ganzen Welt haben mich überwältigt“, sagte CEO Stephan Winkelmann letzte Woche bei der Monterrey Autoweek in Pebble Beach. „Daher haben wir uns entschlossen, eine Kleinserie des Bolide aufzulegen, um 40 Kunden die Chance zu geben, dieses unglaubliche Fahrzeug erleben zu können. Unser Team entwickelt nun ein Serienmodell, eine ultimative Fahrmaschine für den Track.“

Selbstredend handelt es sich dabei um „das extremste Fahrzeugkonzept, das jemals um den Antriebsstrang des W16-Motors mit vier Turboladern konzipiert wurde“. Nur etwa von einem Chiron auf Steroiden zu sprechen, erschiene in der Tat etwas untertrieben. Dazu muss man sich nur den Vorderwagen anschauen, der eher wie ein aerodynamisch ausgefeilter Le-Mans-Renner anmutet als wie ein Hypersportwagen. Die Ansaughutze auf dem Dach und der gigantische Heckflügel sprechen die gleiche Sprache.


Allerdings müssen Käufer im Vergleich zum Experimentalfahrzeug kleine leistungsmäßige Abstriche hinnehmen: Wurde dieses noch mit Rennbenzin mit 110 Oktan für eine Leistung von 1850 PS betankt, hat sich Bugatti bei der Serienversion für das weltweit verfügbare Super Plus mit 98 Oktan entschieden. Die verfügbare Leistung liegt damit bei 1600 PS und 1600 Newtonmetern Drehmoment ab 2.250 Umdrehungen. Für maximales Ansprechverhalten auf der Rennstrecke stimmen die Ingenieure den Antrieb auf höhere Drehzahlen ab und entdrosseln die Ansaug- und Abgasanlage. Ebenso werden das Kühlsystem für Turbolader, Motor, Getriebe und Differential für eine optimale Leistungsentfaltung angepasst.

Optimierungen an Design, Aerodynamik, Qualität und Sicherheit führen zu einem Leergewicht des Serienfahrzeuges von gerade einmal 1450 Kilogramm und einem Leistungsgewicht von 0,9 Kilogramm pro PS bei der Nutzung von Super Plus. Damit ist die Serienversion zwar 210 Kilogramm schwerer als das Experimentalfahrzeug, aber immer noch eine halbe Tonne leichter als ein Chiron.


Bugatti entwickelt den Bolide nach internationalen FIA-Sicherheitsstandards, wobei eine eine Vielzahl an Komponenten neu konzipiert wird. Zur Ausstattung zählen unter anderem HANS-System-Kompatibilität, eine automatische Feuerlöschanlage, Druckbetankung mit Kraftstoffblase, Zentralverschluss für Räder und eine Sechspunkt-Gurtanlage.

Eine Straßenzulassung wird es nicht geben. Aber: „Sicherheit der Kunden hat für uns stets oberste Priorität. Deshalb haben wir uns entschlossen, für dieses extreme Fahrzeug exklusive Track Days anzubieten, um so stets ein sicheres Umfeld zu gewährleisten und den Kunden Schritt-für-Schritt an die atemberaubende Performance des Bolide heranzuführen“, sagt Winkelmann.


Bis es soweit ist, wird es jedoch noch ein wenig dauern. In den nächsten drei Jahren wird der Bolide zur Serienreife entwickelt, die Auslieferung ist für 2024 geplant. Wer zum glücklichen Kundenkreis zählt, ist vier Millionen Euro plus Steuern leichter.


(Abbildungen: Bugatti)

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Mathias Keiber

16 Aug. 2021