Citroën ë-Jumpy Hydrogen: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

10 Juni. 2021

1/5
Aller guten Dinge sind drei: Nach Opel und Peugeot bekommt auch Citroën seinen Wasserstoff-Transporter.

Auch Citroën verspricht 400 Kilometer Reichweite bei drei Minuten Tankzeit. Wir fassen zusammen, was den ë-Jumpy Hydrogen sonst noch auszeichnet.

Noch dieses Jahr soll die gesamte Nutzfahrzeugflotte von Citroën auch elektrifiziert angeboten werden. Die Wasserstoffvariante des Jumpy ist ein zusätzliches Angebot (Alle Bilder: Citroën)


Was ändert sich im Vergleich zur konventionell betriebenen Version?


Der Citroën ë-Jumpy Hydrogen führt als erstes Modell der Marke die Wasserstoff-Technologie ein. Der kompakte Transporter verfügt über einen Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit Plug-in-Batterie. Nutzlast und Ladevolumen entsprechen der Version mit Verbrennungsmotor. Das neue Modell hat eine Reichweite von über 400 Kilometern nach WLTP. Die drei 700-bar-Wasserstofftanks aus Kohlefaser, die neben der Batterie im Unterboden verbaut sind, können in drei Minuten befüllt werden. Durch den platzsparenden Einbau der Technik erreicht der Wasserstoff-Transporter dasselbe Raumangebot und Ladevolumen wie die Version mit Verbrennungsmotor.

Wie funktioniert die Technik?


Der ë-Jumpy Hydrogen fährt vollelektrisch und profitiert von zwei Energiequellen: einer 45-kW-Brennstoffzelle, die Strom erzeugt, indem sie den in einem Dreizylindertank bei einem Druck von 700 bar gespeicherten Wasserstoff verbraucht, und einer 10,5-kWh-Batterie, die als 50-km-Reserve dient und automatisch übernimmt, wenn der Wasserstofftank leer ist. Die Wasserstoff-Brennstoffzelle sorgt für die Reichweite des Fahrzeugs, die Batterie wird in Übergangsphasen wie starker Beschleunigung und Steigungen, die zusätzliche Leistung erfordern, benötigt. Diese beiden Energiequellen treiben gemeinsam den Motor an und versorgen den Antriebsstrang. Die Brems- und Verzögerungsenergie lässt sich zurückgewinnen und über den Elektromotor als Strom in die Batterie speisen. Die Batterie kann auch über ein Kabel an Ladestationen für Elektroautos aufgeladen werden.

Welche Versionen gibt es?


Der Wasserstoff-Jumpy wird in den Längen M (4,95 Meter) und XL (5,30 Meter) erhältlich sein und im französischen Sevel-Nord produziert und dann im Stellantis Kompetenzzentrum für Wasserstoff und Brennstoffzellen in Rüsselsheim bei Opel umgerüstet. Die ersten Auslieferungen an Flottenkunden werden ab Herbst 2021 erfolgen.

Preise für ihre Wasserstoff-Transporter haben weder Citroën, noch Peugeot oder Opel bekannt gegeben. Da die Modelle einzeln umgerüstet werden, gehen wir nicht von allzu großen Stückzahlen und entsprechenden Aufpreisen aus. Die Brennstoffzelle ist beim Stellantis-Konzern also auch nicht viel mehr als ein Versuchsballon, ob die Technik überhaupt von Kunden nachgefragt wird.


Lukas Schmidt

10 Juni. 2021