Daimler: Nissan verkauft alle Anteile für 1,15 Milliarden

Arne Roller

05 Mai. 2021

Der japanische Hersteller hat seine Anteile an der Daimler AG für mehr als eine Milliarde Euro veräußert. Den Erlös will Nissan ins eigene Geschäft investieren.

Zu einem Kurs von rund 70 Euro pro Aktie warf das japanische Unternehmen am Dienstag ein 6,4 Millionen Einheiten starkes Aktienpaket auf den Markt. Mit dem Geld aus dem Verkauf der Aktien will Nissan das eigene Geschäft voranbringen. Unter anderem soll es in den Bereich der Elektroantriebe fließen.



Nissans "Ausstieg" folgt auf den von Renault


Erst im März hatte der französische Autoriese Renault die Gunst der Stunde genutzt und seine zuletzt stark im Wert gestiegenen Anteile am deutschen Konzern verkauft

Bei Nissan hieß es, die industrielle Partnerschaft mit Daimler sei vom Verkauf der Aktien unberührt. Doch schon mit Investment-Ausstieg von Renault zeichnete sich ab, dass es um die Zukunft der Daimler-Renault-Nissan-Allianz nicht gut bestellt ist. Dass jetzt auch Nissan sein Investment beim deutschen Großkonzernaufgibt, unterstreicht die Zerfallserscheinungen. Renault und Nissan waren vor mehr als zehn Jahren mit je 1,55 Prozent bei Daimler eingestiegen. Mit einer Überkreuzbeteiligung hatten die drei Schwergewichte der Autoindustrie damals eine umfassende Partnerschaft untermauern wollen. Doch wirklich zünden konnte die Allianz nie. Die Zusammenarbeit von Daimler, Renault und Nissan beschränkte sich auf wenige Modelle – hauptsächlich aus dem Bereich der Nutzfahrzeuge. Und die Macher von damals – Dieter Zetsche und Carlos Ghosn– sind längst nicht mehr im Amt.


Daimler arbeitet intensiv mit Geely


Die eigenen Aktienpakete der Partner hat man im Ländle längst in das Pensionsvermögen eingebracht hat, aus dem die Betriebsrenten für die Belegschaft gezahlt werden. Das gilt als Zeichen dafür, dass man die Anteile nicht mehr als strategisch wichtig erachtet. Daimler hält jeweils 3,1 Prozent an Renault und Nissan.


Die Schwaben haben sich inzwischen anders orientiert: Bei der Motorenentwicklung arbeitet man verstärkt mit dem chinesischen Autobauer Geely zusammen, dem Unternehmen von Daimlers Großaktionär Li Shufu.



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Arne Roller

05 Mai. 2021