Daimler: Verbrenner-Aus noch früher!

Mathias Keiber

12 Juli. 2021

Ende des Jahrzehnts fahren möglicherweise schon die letzten Mercedes mit Verbrenner vom Band.

 In den Chefetagen bei Daimler hielt man die Elektromobilität lange für einen vorrübergehenden Trend. Die Zukunft? Gehört dem Diesel. Selbst nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen im Jahr 2015 blieb mancher Manager in Stuttgart davon überzeugt. Das änderte sich zusehends unter dem neuen CEO Ola Källenius. Zwar konnte man sich in dessen frühen Tagen als Chef schon fragen, ob Daimler nun Vollgas für Elektro geben wolle, oder doch technologieoffen gen Zukunft zu fahren gedenkt. Seit Amtsvorgänger Dieter Zetsche aber seinen Verzicht auf den Aufsichtsratsvorsitz erklärt hat, wirkt Källenius wie von der Leine gelassen – was sich in immer kürzeren Zeiträumen bis zur geplanten Abwicklung von Verbrennungsmotoren äußert.

 

Ursprünglich sollten Ottos und Selbstzünder bei Daimler noch bis 2039 vom Band fahren. Dann hieß es, Anfang oder Mitte der 2030er Jahre könnte es schon soweit sein. Doch auch das war Källenius nicht schnell genug. Wie die „Automobilwoche“ nun erfahren hat, soll Daimler noch vor Ende des aktuellen Jahrzehnts auf ein Verbrenner-Aus vorbereitet sein. Auch Plugin-Hybride werde es nach 2030 möglicherweise nicht mehr geben.

 

Pacemaker ist Daimler damit aber nicht. Multi-Marken-Konzerne wie Ford oder Stellantis haben einen ähnlichen Zeitplan. Und beim Erzrivalen Audi soll schon 2026 das letzte Modell mit Verbrenner debütieren. Die Devise lautet: Zeit ist Geld. Denn es drohen weitere Verschärfungen der CO2-Vorgaben durch die EU. Seit diesem Jahr dürfen die verkauften Neuwagen eines Herstellers im Schnitt nur noch 95 g CO2/km ausstoßen. Liegt ein Hersteller darüber, wird’s teuer – und immer teurer, umso weiter der Grenzwert verfehlt wird. Für PS-starke Premiummarken wie Mercedes-Benz ist das besonders brenzlich.

 

Ein konkretes Datum für die Abwicklung des Verbrenners wird es laut „Automobilwoche“ aber nicht geben. Hintergrund: Verbrenner könnten je nach Lade-Infrastruktur in einigen Märkten auch nach 2030 noch gefragt sein. Die aktuelle S-Klasse dürfte aber schon die letzte mit Verbrennungsmotor sein, gleiches gelte für die C-Klasse.

 

Am 22. Juli will Källenius bei einem Strategietag weitere Details bekannt geben. Vielleicht gibt es dann auch eine Ansage zu einem etwaigen Einstieg in eine eigene Zellproduktion. Der Betriebsrat pocht darauf, da die Produktion von Elektroautos weitaus weniger personalintensiv ist als die von Verbrennern und deshalb Stellen in der Fertigung wegfallen. 


(Foto: Daimler)

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Mathias Keiber

12 Juli. 2021