Die 10 beliebtesten Elektroautos Deutschlands

Mathias Keiber

20 Jan. 2021

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Deutschlands 10 beliebteste Elektroautos des vergangenen Jahres bieten einen fast perfekten Querschnitt durch die einzelnen Segmente: vom zweisitzigen Kleinstwagen bis zum zweieinhalb Tonnen schweren Oberklasse-SUV ist fast alles dabei. Nur einer fehlt: Deutschlands Auto des Jahres 2020, der Honda e, hat es nicht in die Top 10 geschafft.

(Fotos: Hersteller)


1. Renault Zoe – 30.376 Neuzulassungen

Der Renault Zoe war der Gewinner des Jahres und profitierte wie kein anderes Auto von der Innovationsprämie. Im von Absatzeinbrüchen gezeichneten Pandemiejahr fand der französische Stromer in Deutschland mehr als dreimal so viele Käufer als im Jahr davor. Von der Basisversion für 29.900 Euro kann man aktuell sogar 10.000 Euro abziehen, da Renault sein Momentum nutzen will und seinen Anteil an der Förderung aufgestockt hat. Und mehr noch: Privatkunden erhalten bis Ende Februar bei Finanzierung oder Leasing zusätzlich zum Bonus die Wallbox „G4 Smart“ von Schneider EVlink gratis. Das Angebot berücksichtigt die KfW-Förderung – die Differenz zur UPE der Wallbox in Höhe von 1.273,30 Euro übernimmt Renault.


2. VW e-Golf – 17.438 Neuzulassungen

Der E-Golf ist Geschichte: Kurz vor Weihnachten fuhr in der Gläsernen Manufaktur in Dresden das letzte von insgesamt 50.401 Exemplaren seit März 2017 vom Band. Die Vorzüge sind schnell erklärt: Der E-Golf kombinierte den Fahrspaß des unmittelbar einsetzenden Drehmoments mit den klassischen Qualitäten der Markenikone: ordentlich Platz, solide Verarbeitung, einfach bedien- und fahrbar. Aktuell wird der Fertigungsbereich der Gläsernen Manufaktur umgebaut, ab Ende Januar rollt dann er ID.3 in Dresden vom Band.


3. Tesla Model 3 – 15.202 Neuzulassungen

Das Model 3 ist der Tesla für den Ottonormalverbraucher. Seit heute gibt es die Mittelklasse-Limousine effektiv ab 34.970 Euro. Damit löst CEO Elon Musk sein Versprechen vom 35.000-Dollar-Auto mithilfe der Bundesregierung gewissermaßen in Deutschland ein. Die Reichweite der Mittelklasse-Limousine ist mit 448 Kilometern im WLTP-Fahrzyklus absolut vorbildlich, gleiches gilt für die Fahrleistungen. Überhaupt nicht vorbildlich ist hingegen die Verarbeitung: Bei schwankenden Spaltmaßen und welligen Türgummis verstehen deutsche Auto-Fans keinen Spaß. Nun sind Tesla-Käufer aber in aller Regel Tesla-Fans. Und die dürfen sich nicht nur über den neuen Tiefstpreis freuen, sondern auch über mittlerweile handelsübliche Lieferzeiten.

4. VW ID.3 – 14.493 Neuzulassungen

So wie der E-Golf ein klassischer Kompaktwagen mit jungfräulichem Elektroantrieb war, so ist der ID.3 ein jungfräuliches Elektroauto mit klassischen Golf-Qualitäten, manchen jedenfalls. Konkret: Platz gibt’s reichlich, Fahrfreude auch, in Sachen Material und Verarbeitung kann man jedoch noch nicht vom Golf fürs elektro-mobile Zeitalter sprechen - härteres Plastik, dafür breitere Spaltmaße. Außerdem lässt sich anhand des Bordcomputers durchaus nachvollziehen, warum die Wolfsburger ihre Investitionen in die Digitalisierung auf 27 Milliarden Euro erhöht haben. Neun Ausstattungsvarianten gibt es aktuell, von „Pro“ ab 34.995 Euro bis „Tour“ ab 49.685 Euro. Letztere ist damit schon in der Grundausstattung nicht mehr voll förderfähig, statt 9000 Euro, gibt’s nur 7500 Euro Zuschuss.


5. Hyundai Kona Elektro – 14.008 Neuzulassungen

Selten wurde eine Modellpflege dem Begriff „Facelift“ so gerecht wie beim seit kurzem erhältlichen Kona Elektro. Die „Falten“ des vorher noch angedeuteten Kühlergrills hat Hyundai gestrafft, die Front ist nun glatt wie ein Baby-Bobbes. Und damit das auch so bleibt, ist der Kona Elektro serienmäßig nicht nur mit autonomem Notbremsassistenten mit Frontkollisionswarner und Fußgängererkennung ausgestattet, sondern ebenso mit aktivem Spurhalteassistenten. Letzteres ist bei Einstiegsversionen alles andere als üblich. Damit kommt der modellgepflegte Kona Elektro, der bislang nur mit stärkerem 150-kW-Motor und größerer 64-kWh-Batterie erhältlich ist, auf einen Basispreis von 41.850 Euro. Voll förderfähig ist er trotzdem. Gleiches wird natürlich auch für die Variante mit 100 kW Leistung und 39,2-kWh-Batterie gelten.


6. Smart Fortwo – 11.544 Neuzulassungen

Der Smart ist als zweisitziger Kleinstwagen natürlich prädestiniert für die Rolle des städtischen Stromers: Er bringt leer maximal 1125 Kilogramm auf die Waage, was sich natürlich positiv auf den Stromverbrauch auswirkt. So kommt der Smart mit einer 17,6 kWh großen Batterie aus, die nach WLTP gut für 153 Kilometer Reichweite ist. Daimler lässt sich das Auto aber teuer bezahlen: Selbst nach Abzug der vollen Innovationsprämie kostet die geschlossene Variante knapp 13.000 Euro, die Cabrio-Variante etwas über 16.000 Euro.


7. VW e-Up – 10.839 Neuzulassungen

Zum Smart-Preis bekommt man bei Volkswagen doppelt so viel Auto. Konkret heißt das: Platz für vier ausgewachsene Menschen, wenn auch nicht unbedingt Komfort, und eine Reichweite von 260 Kilometern nach WLTP. Das Modell ist markentypisch solide verarbeitet, aber aktuell leider nicht bestellbar. Der Grund: Als voll förderfähiger Stromer war der E-Up effektiv ab 12.421 Euro erhältlich. Die Folge: Die Nachfrage überlastet die Produktionskapazität seit Monaten.


8. BMW i3 – 8.629 Neuzulassungen

Der BMW i3 war seiner Zeit voraus. Nicht technisch, aber beim Absatz. Seine Nachfragekurve auf dem Heimatmarkt ist ein echtes Unikum, sie verläuft absolut antizyklisch: Anfangs ein ziemlicher Ladenhüter, übertraf der i3 bis 2019 fünfmal infolge seine Verkaufszahlen des Vorjahres. Und vermutlich hätte er 2020 in Deutschland erstmals die 10.000er-Marke durchbrochen, wären die Autohäuser nicht wochenlang geschlossen gewesen. Dieses Jahr könnte er es schaffen. Zwar ist nicht jede Variante voll förderfähig, aber die Basisversion ist effektiv ab 30.000 Euro zu haben. Und die Produktion läuft weiter bis 2024.


9. Audi E-Tron – 8.135 Neuzulassungen

Der Markenname „e-tron“ soll nach dem Willen von Audi die ikonische Strahlkraft des „quattro“ erreichen. Ob das gelingt, steht noch in den Sternen. Einen gewissen „Vorsprung durch Technik“ hat sich Audi mit dem e-tron jedoch bereits erspielt. Seinen Stuttgarter Rivalen, den Mercedes EQC, steckt das Ingolstädter Elektro-SUV locker in die Tasche. Doch ab Ende des Monats kommt mit dem BMW iX3 wahrscheinlich hochkarätigere Konkurrenz. Einstweilen darf Audi jedoch von sich behaupten, als erster der drei deutschen Premium-Platzhirsche mit einem Oberklasse-Modell in die Top 10 der meistverkauften Elektroautos auf dem Heimatmarkt gekommen zu sein. Und vermutlich wird das auch so bleiben. Denn die Anzahl der förderfähigen Modelle nimmt zu – und der e-tron ist mit seinem Einstiegspreis von 69.100 Euro genausowenig förderfähig wie seine Konkurrenten aus Stuttgart und München.


10. Opel Corsa-e – 6.016 Neuzulassungen

Anders als VW hat Opel seinen Kleinwagen-Dauerbrenner elektrifiziert. Zwar ist der Anteil des Stromers an den Neuzulassungen noch recht klein, rund 88 Prozent der 2020 in Deutschland verkauften Corsas waren Verbrenner. Doch wer sich für den Corsa-e entscheidet, bekommt ein gutes Auto zu einem guten Preis. Nach Abzug der Prämie bleiben noch knapp 21.000 Euro übrig. An einer Gleichstrom-Station lässt sich die Batterie mit bis zu 100 kW in 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent laden. Das reicht für bis zu 337 Kilometer Wegstrecke.


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Mathias Keiber

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