Die zehn beliebtesten Kompaktautos Deutschlands

Attila Langhammer

13 Jan. 2021

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 600.000 neue Kompaktfahrzeuge zugelassen. Hier zeigen wir Dir die zehn beliebtesten Modelle.

(Fotos: Hersteller)


Die Kompaktklasse ist in Deutschland nach wie vor der automobile Goldstandard – und mit 622.996 von 2.917.678 Neuzulassungen handelt es sich nach wie vor um das stärkste Segment. Warum sind die Kompakten trotz des SUV-Ansturms nach wie vor populär? Sie fahren besser und und bieten mehr fürs Geld. Dazu kommt eine Variantenvielfalt, die in anderen Segmenten bereits weggespart wurde: Neben den klassischen Fünftürern gibt es fast immer auch einen Kombi und seltener sogar geräumige Fließhecklimousinen oder sportliche Dreitürer. Und wenn Du Bock auf die sportliche Mitte hast, nimmst Du einen Hot Hatch aus der 300-PS-Klasse – auch sowas findet sich in der Kompaktklasse.


1. Volkswagen Golf – 136.324 Neuzulassungen

Das gesamte Segment wird immer wieder gern als Golf-Klasse bezeichnet. Klingt in meinen Ohren zwar etwas (sprich: sehr) pathetisch, trifft aber den Kern, denn die Dinge, die ihm fehlen – Innovation, Leidenschaft, Mut – werden durch die Disziplinen, die er beherrscht – Einfachheit, Fahrkomfort, Vielseitigkeit – locker ausgebügelt. Wer einen Führerschein hat, wird einen VW Golf (ab 20.395 Euro) fahren können, egal ob den Ersten von 1974 oder den 320 PS starken R dieser Tage. Und wenn Du ein solides Budget für den nächsten Autokauf hast, könntest Du immer was passendes finden; selbst wenn es sich um einen gebrauchten Golf handeln sollte.


2. Mercedes-Benz A-Klasse / CLA – 68.500 Neuzulassungen

Mercedes' A-Klasse (ab 30.798 Euro) ist ihren Ursprüngen – Rentners Raumwunder (Darf ich sagen, denn wir haben so ein praktisches Fahrzeug im Haushalt.) – mittlerweile entwachsen und stellt so etwas wie den Hipster-Traum unter den Kompakten vor: viel Technik bei höchstens durchschnittlichen Praxisnutzen, dafür ziemlich teuer. Immerhin fährt der Wagen recht gut, die Verarbeitung im Innenraum ist fein und wenn Du Dich mit dem Infotainment ausreichend lange befasst, wird es zu einem netten Gimmick. Und als 421 PS starker, allradgetriebener Mercedes-AMG A 45 S (ab 62.684 Euro) wird die Kiste sogar Porsche-schnell. Entgegen der KBA-Zählung haben wir auch den sportlichen Limo-Ableger CLA hier dazugezählt, denn die technischen Unterschiede sind marginal.


3. Ford Focus – 53.378 Neuzulassungen

Nicht Fisch, nicht Fleisch denke ich jedes Mal wenn ich mich mit diesem Weltauto des US-Konzerns Ford auseinander setze. Aber nach wenigen Kilometern würgt Focus (ab 18.490 Euro) diese Bedenken mit dem besten Serienfahrwerk der Kompaktklasse gnadenlos ab. Das einzige echte Manko, das er mit sich rumfährt, ist das nicht konkurrenzfähige Multimediasystem Sync: je nach Generation mangelt es entweder Geschwindigkeit oder an Intuitivität. Das ist eben dieses Weltauto-Geschmäckle – ein Paket muss auf möglichst vielen Märkten funktionieren.


4. Skoda Octavia – 53.302 Neuzulassungen

Eigentlich müssten für die tschechischen Modelle aus VWs modularem Querbaukasten (MQB) eigene Kategorien eingeführt werden, weil die Fahrzeuge immer einen Hauch zu groß sind. Trotzdem ist der Skoda Octavia (ab 20.990 Euro) als enger Verwandter des Golfs in der Kompaktklasse ganz richtig. Was macht er nun anders als der Wolfsburger? Er hat das bessere Platzangebot, begeistert teilweise mit feinen serienmäßigen oder optionalen Funktionsextras, die Skoda als "simply clever" vermarktet. Mittlerweile werden die Skoda-Ableger auch technologisch nicht mehr so kurz gehalten, können also spätestens zum Facelift all das, was in Wolfsburg zuerst gefeiert wurde.


5. Seat Leon – 37.310 Neuzulassungen

Auch der Seat Leon (ab 20.570 Euro) ist ein Zögling aus VWs MQ-Baukasten. Also noch ein Golf? Oder noch ein Octavia? Weder noch. Klar, beim Blick auf die Datenblätter der Motoren oder den Infotainmentschirm wird die Verwandschaft offensichtlich. Trotzdem entwickelt der Leon, wie der Octavia, einen ganz eigenen Charakter: Während der Tscheche den breitschultrigen Praktiker gibt, kommt im Spanier der dynamische Leichtfuß durch. Ich empfehle jedem auch nur ansatzweise autobegeisterten Käufer, der einen Golf in Betracht zieht, auf eine Probefahrt beim Seat-Händler vorbeizuschauen. Der Leon steht dem Golf in fast nichts nach und bietet auf jeden Fall das aktivere Fahrgefühl.


6. Audi A3 – 34.098 Neuzulassungen

Genau wie Golf, Leon und Octavia entspringt auch der Audi A3 (ab 26.800 Euro) dem MQB. Aber wo die beiden Import-VWs ihre Unterschiede zum Golf deutlich herausarbeiten, bleibt beim neuen A3 der fahrerische Wow-Effekt ein wenig aus. Er gibt quasi den Luxus-Golf, der sich auf angenehme Art ultrasatt anfühlt. Zu meckern gibt es nichts und für Langzeiterfahrungen in puncto Technikqualität ist er noch zu jung. Aus Premium-Gründen gibt es von ihm auch keinen mehrwertigen Kombi-Ableger.


7. BMW 1er – 32.831 Neuzulassungen


BMWs Kompaktmodell wurde in der dritten Generation F40 (ab 26.400 Euro) von dem sportlichen und in der Kompaktklasse einzigartigen Antriebskonzept mit Frontmotor und Hinterradantrieb auf den konventionellen Ansatz – Frontmotor + Vorderradantrieb – umgestrickt. Dabei ist leider mehr verloren gegangen als nur das Hinterachsdifferential. Sein Fahrwerk ist zwar immer noch sportlich-agil und der Vorderradantrieb so stark kaschiert, dass die lenkenden Räder quasi nicht scharren, aber wer die beiden Vorgänger kennt, spürt den Unterschied. Und der Platzgewinn, der durch den Verlust von Differential und Kardan zustande kommt, ist eher theoretischer Natur.


8. Opel Astra – 31.317 Neuzulassungen

Die Zeiten des ewigen Zweiten scheinen vorbei, zu deutlich ist der Rückstand des Opel Astra (ab 20.240 Euro) auf den Klassenprimus von VW. Dabei hat auch der Astra echte Stärken: in den Punkten Fahrwerk und aktiver Spurhalteassistent kauft er dem Golf locker den Schneid ab und Matrix-LED-Licht hat er schon sehr viel länger in der Preisliste stehen, als der Konkurrent. Dafür fällt er bei der Qualitätsanmutung deutlich zurück und auch das Infotainment wirkt nicht ganz up-to-date. Vielleicht sind Opelkäufer auch einfach preisbewusster – immerhin hat sich der ähnlich kompetente Corsa bei den Kleinwagen am besten verkauft.


9. Kia Ceed – 24.799 Neuzulassungen

Für die beiden Kandidaten auf den Plätzen Neun und Zehn ließe sich fast der gleiche Text schreiben, denn beide Fahrzeuge kämpfen mit den gleichen Problemen: An vielen Autoexperten-Stammtischen hält sich nämlich hartnäckig die Mär vom Koreaschrott. Dabei haben beide Hersteller, auf geteilter technischer Basis enorme Fortschritte gemacht. Bei VW könnten sie vermutlich schon autonome Flugtaxis anbieten, wenn in Wolfsburg mit relativ identischem Entwicklungseinsatz die Sprünge zwischen den Golf-Generationen stattgefunden hätten. Der Kia Ceed (ab 16.690 Euro) ist der Koreaner, der mit Lenkung und Fahrwerk etwas mehr Sportlichkeit vermittelt, ...


10. Hyundai i30 – 17.624 Neuzulassungen

... wohingegen der reguläre Hyundai i30 (ab 18.990 Euro) zunächst etwas biederer wirkt, mit dem mittlerweile 280 PS starken i30 N dann aber den wahren Volkssporthammer schwingt. Weiter gemeinsam ist beiden Modellen die gute Assistenz- und Infotainmentausstattung sowie die ganz bewußt an europäischen Kundenbedürfnissen orientierte Abstimmung und Ausrichtung von Fahrwerk und Raumangebot. Wenn es bei beiden Marken entsprechend weitergeht, werden sie sich sicherlich in der Tabelle hocharbeiten.


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Attila Langhammer

13 Jan. 2021