Die zehn beliebtesten Vans in Deutschland

Attila Langhammer

21 Jan. 2021

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Rund 90.000 Vans und Minivans wurden 2020 in Deutschland neu zugelassen. Die praktischen Familienautos stehen zwar im Schatten der übermächtigen SUV, sind den Modeklötzen aber in den meisten Disziplinen haushoch überlegen.

(Fotos: Hersteller)


1. Volkswagen Touran – 24.308 Neuzulassungen

Auch im praktischen aber irgendwie unattraktiven Van-Segment kommt der Kundenliebling aus Wolfsburg. Hier setzt sich der VW Touran (ab 31.840 Euro) mit 24.308 von insgesamt 110.220 Zulassungen an die Spitze. Und warum? Weil er der Golf unter den Vans ist. Unauffällig, durchdacht und als Van zusätzlich mit einem cleveren Raumkonzept gesegnet. Vielleicht eines der gescheitesten Autos, die zur Zeit auf dem Markt sind.


2. Mercedes-Benz B-Klasse – 19.795 Neuzulassungen

Genau wie die Mercedes-Benz A-Klasse steht auch die B-Klasse (ab 29.233 Euro) seit 2018 auf einem neuen Unterbau. Aber während die A-Klasse ihre Herkunft vertuscht, bleibt die B-Klasse ein feiner und nützlicher Kompaktvan, der allerdings von den Designern schlankgezeichnet wurde. Dazu fährt und fühlt sich B bei identischer technischer Ausgangslage deutlich ausgewogener als A an, gibt also in dieser Mercedes-Ecke den besseren Kauf.


3. Ford S-Max – 8002 Neuzulassungen

Der Ford S-Max (ab 37.000 Euro) ist unter all diesen Vans das wahre Raumschiff. Die Sitzposition mit Ausblick auf die flach ansteigende Frontscheibe, die gefühlt die Ausmaße einer Kinoleinwand hat, fühlt sich einfach Kapitäns-mäßig an. Die Außenwelt rauscht beinah geräuschlos draußen vorbei und das Fahrwerk dämpft fast makellos nach der hohen Schule des Komforts. Sein einziges Manko: es gibt ihn nur noch mit einem Zweiliterdiesel (150/190 PS), andererseits schöpft er so das maximale Langstreckenpotential aus.


4. Peugeot 3008 – 7833 Neuzulassungen

Peugeot kennzeichnet seine Raumfahrzeuge mit der Doppelnull. Das Nomen aber nicht gleich ein schlechtes Omen sein muss, zeigt der 3008 (ab 29.550 Euro). Er fährt komfortabel, bietet ein klassenübliches Raumangebot und lässt sich nach kurzer Eingewöhnung leicht bedienen. Wie bei allen aktuellen Peugeot liegt auch im 3008 das Kombiinstrument oberhalb des Lenkrads. Trotzdem entsteht hier nicht so sehr der Eindruck, große Fahrer würden das Lenkrad auf den Knien haben. Dieses Design ist vor allem Geschmackssache, einen Nachteil hat diese Cockpitarchitektur nicht.


5. Seat Alhambra – 6960 Neuzulassungen

Für den Seat Alhambra (ab 36.950 Euro) gilt beinahe gleiches wie für den Ford S-Max. Auch der der spanische Van strahlt in alle Richtungen das großzügige Gefühl unendlicher Weite aus und das ist beim Autofahren einfach angenehm. Einzig beim Fahrerischen an sich schwächelt er leicht gegenüber dem Ford, wo dieser weltmännisch geschliffen abrollt und dämpft, wirkt der Seat gelegentlich herb, fast schon ein wenig unkultiviert. Gemeinsam mit dem Ford hat er wieder das schmale Motorenangebot, beim Alhambra steht allerdings nur ein einziger Benziner mit 150 PS in der Preisliste.


6. Renault Scenic – 4523 Neuzulassungen

Der Renault Scenic (ab 25.800 Euro) war einer der ersten Vans, die eigentlich was anderes sein sollten. Deswegen trägt er rundum Kunststoffplanken und rollt bereits serienmäßig auf sportlich-großen 20-Zoll-Rädern ab. Im Inneren bleibt er aber nach wie vor ein Kompakt-Van mit großzügigem Raumangebot und viel Variabilität. Dazu hat er bereits in der Basisausstattung eine Zweizonenklimaautomatik, vier elektrische Fensterheber, Apple Carplay, Android Auto sowie ein Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen an Bord. Die bereits erwähnten großen Räder sollen mittels schmaler Reifenbreite – nur 195er– beim Spritsparen helfen, besorgen aber in erster Linie ein hölzernes, wenig französisches Abrollgefühl. Für den Renault Grand Scenic (ab 27.000 Euro) gilt gleiches, er bringt in seiner größeren Karosse aber sieben Sitzplätze unter.


7. Peugeot 5008 – 3642 Neuzulassungen

Genau wie der Peugeot 3008 entsteht auch der Peugeot 5008 (ab 31.900 Euro) auf der Technikplattform EMP2. Die wird auch bei den Konzernmarken Citroën, DS und Opel für die großen Kaliber verwendet. Mit einem Radstand von 2,84 fährt der Peugeot 5008 sehr gediegen und bietet im Innenraum viel Flausch. Weniger überzeugend ist der Basisbenziner mit 130 PS aus 1,2 Liter Hubraum. Im Ein- oder Zwei-Passagier-Betrieb passt das ganz gut, aber wer den 5008 Van-gerecht nutzen und von bis zu 711 Kilogramm Zuladung profitieren will, dem verhagelt der schmalbrüstige Motor den Fahrspaß. Der nächstgrößere Benziner ist ein 1,6er mit 180 PS, im Fenster um 150 PS gibt es leider kein Angebot. Die beiden Dieselvarianten sind ebenfalls 1,6er mit 300 beziehungsweise 400 Newtonmeter Drehmoment.


8. Dacia Lodgy – 3524 Neuzulassungen

Der Dacia Lodgy (ab 13.990 Euro) ist ein Van der (kleinen) Superlative. Neben dem niedrigen Startpreis punktet er auch mit seinem maximalen Ladevolumen von bis zu 2617 Liter. Und mit seiner Modellzyklusdauer – am Markt seit 2012 – toppt er die anderen im Segment ebenfalls; 2019 gab es aber ein Facelift um ihn optisch an die moderneren Fahrzeuge der Flotte anzupassen. Wenn Du vor allem ein Auto suchst, das funktioniert und über das Du nicht ständig nachdenken musst, dann wirst Du beim Lodgy fündig.


9. Ford Galaxy – 3142 Neuzulassungen

Der Ford Galaxy (ab 39.000 Euro) basiert auf der gleichen Plattform wie der S-Max und der Mondeo. Und wie den S-Max gibt es auch ihn nur noch mit einem Zweiliterdiesel mit 150 oder 190 PS. Trotz gleicher Basis fährt er "mehr so" Van-artig wo der S-Max fein raumgleitet. Den Maßen nach ist der Galaxy größer und bietet dementsprechend mehr Nutzwert. Trotzdem werde ich den Eindruck nicht ganz los, dass sich beide Modelle wechselseitig die Existenz schwer machen.


10. Toyota Prius Plus – 1331 Neuzulassungen

Der Toyota Prius Plus heißt wie der Hybridpionier, ist aber tatsächlich ein eigenes Fahrzeug mit bis zu sieben Sitzen. Im letzten Jahr wurde die Produktion eingestellt – während Taxifahrer in Großstädten geradezu verrückt waren nach dem komfortablen, praktischen Kompakt-Van mit leichtem Einstieg, konnte er die Privatkunden nie so richtig für sich gewinnen.

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Attila Langhammer

21 Jan. 2021