E-Autos: Brandgefahr oder nur Gerücht?

Sind E-Autos brandgefährlich? Der Versicherer DEVK wollte es wissen und startete eine Umfrage in Deutschland. Was dabei rauskam.

Man liest es immer wieder. Darum glaubt man auch, dass irgendwo immer gerade ein E-Auto abfackelt. Die Medienberichte haben offenbar diese Auswirkungen. Denn 49 Prozent der repräsentativ befragten Deutschen in der Altersgruppe 18 bis 54 Jahre glauben, dass die Stromer ohne Weiteres in Flammen aufgehen können. Bei den über 55-Jährigen meinen das 55 Prozent.


Doch die Umfrageteilnehmer liegen falsch. Der DEVK jedenfalls verzeichnet dieses Jahr bis einschließlich Oktober noch keinen einzigen Brand eines Pkw mit E-Kennzeichen. Auch die Allianz bestätigte das auf ihrem diesjährigen Autotag. „Wir erkennen im Moment keine höhere Brandwahrscheinlichkeit als bei Benzinern“, sagte Allianz-Sicherheitsforscher Carsten Reinkemeyer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt das Risiko ebenfalls als moderat ein.


Dennoch ist ein Brand nicht auszuschließen und vergleichsweise schwierig zu löschen. „Sie brennen aufgrund der chemischen Reaktionen innerhalb der Batterie, die das Feuer immer wieder anfachen, deutlich länger und deutlich heißer als Verbrenner“, sagt Nils Büker, DEVK-Schadenspezialist. Das habe zur Folge, dass E-Autos „derzeit kaum, oder nur mit extrem viel Wasser über einen langen Zeitraum gelöscht werden“.


Wie deutlich der Unterschied ist, macht Peter Bachmeier, Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren klar: „Ein normales Auto löschen wir in einer Viertelstunde und brauchen dafür 500 Liter Wasser. Beim E-Auto sind wir hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt und brauchen 10.000 Liter Wasser.“ Anschließend müsse, so Bachmeier, das Fahrzeug 72 Stunden beobachtet werden, weil die Batterie erneut Feuer fangen könnte.


Doch im Gegensatz zum E-Auto schätzen die Befragten die Brandgefahr bei Benzinern mit 10 Prozent viel geringer ein. 7 Prozent sind es bei Autogas und nur 4 Prozent glauben, dass ein Diesel in Brand geraten kann. Wasserstoff- und Hybridantriebe sind mit jeweils 3 Prozent nach Meinung der Studienteilnehmer im ganz geringen Maße betroffen.


Richtig ist: Benzin ist leichter entzündlich als Diesel. Mit Autogas und Wasserstoff betriebene Pkw können im Brandfall explodieren. Hybridfahrzeuge vereinen zwar mehrere Gefahrenquellen, jedoch in geringerem Umfang: Die Batterie ist deutlich kleiner als bei einem reinen E-Auto und es ist weniger Sprit im Tank als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Laut GDV brennen in Deutschland täglich im Schnitt etwa 40 Autos – überwiegend Benziner oder Diesel.


(Foto: DEVK)

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