Er ist wieder da: Kimera Automobili legt Wiedergänger des Lancia 037 auf

Ralf Kund

26 Mai. 2021

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Rallye-Fans der Achtziger, aufgepasst! Eine der geilsten Karren ever kommt zurück.

(Fotos: Kimera Automobili)


„Restomod“ nennt sich die Spielart, bei der eine klassische Auto-Form mit neuer Technik verschmolzen wird. Am populärsten in diesem Genre dürfte etwa die amerikanische Firma Singer sein, die Porsche der 964er-Reihe aus den 90ern im Stil der 70er, also in Richtung G-Modell, modifiziert. Zwar sind die Fahrzeuge wegen mangelnder Originalität dann keine Oldtimer mehr, das Geschäft dennoch äußerst lukrativ, da modifizierte Elfer von Singer, Ruf oder Kaege kaum unter 500 000 Euro zu haben sind.


In eine ähnliche Bresche schlägt die italienische Firma Kimera, die eine Neuinterpretation des legendären Rallye-Boliden Lancia 037 aufbaut, den EVO37. Als bekannter Spezialist für die Restaurierung von Lancia 037-Modellen und Delta S4 (Straße und Gruppe-B) verfügt Kimera über viel Erfahrung und wagt sich jetzt an die Evolution des Rallye-Klassikers mit neuer Technik.

Basis und Spenderfahrzeug für jeden EVO37 ist ein Lancia Beta Montecarlo, dessen Fahrgastzelle mit einem Rohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl versehen wird. Die Karosserie ist neu gezeichnet und besteht aus Carbon, die Scheinwerfer sind in LED-Technik ausgeführt. Der Innenraum orientiert sich sehr stark am Vorbild und zeigt neben einem Überrollbügel das flache Armaturenbrett des Vorbilds und setzt auf edle Materialien wie Carbon und Alcantara.


Angetrieben werden wir beim Ahnen nur die Hinterräder, motorsporthistorisch war der 037 der letzte erfolgreiche, heckgetriebene Rallye-Bolide vor dem Siegeszug der Allradler. Der Motor sitzt für eine optimale Gewichtsverteilung mittig. Auch das Fahrwerk wurde neu konzipiert und mit einstellbaren Öhlins-Dämpfern versehen, die Brembo-Bremsen sind konventionell oder in Carbon-Keramik.

Der Vierzylinder-Motor basiert auf dem Gruppe-B-Block auf, der nach allen Regeln der Tuning-Kunst von Italtecnica neu aufgebaut wird. Der Roots-Kompressor für den Druck von unten wird mit einem modernen Turbolader kombiniert, was in Summe für 505 PS und ein maximales Drehmoment von 550 Nm sorgt. Das Getriebe hat sechs Gänge und ist sowohl manuell als auch sequenziell bestellbar. Nimmt man die einzelnen Eigenschaften zusammen, dürfte der Kimera EVO37 ein veritables Drift-Gerät mit erheblichem Spaßpotenzial sein.   


Von den geplanten 37 Exemplaren des Kimera EVO37 sind elf bereits verkauft, die offizielle Vorstellung des 480 000 Euro (plus Steuer) teuren Spielzeugs ist für Juli beim Goodwood Festival of Speed angekündigt.

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Ralf Kund

26 Mai. 2021