Erste Details zum Qashqai drei: Selbstzünder ist nicht mehr

Mathias Keiber

16 Nov. 2020

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Im Frühjahr 2021 will Nissan in Europa die ersten Exemplare des neuen Qashqai ausliefern. Statt auf Diesel setzen die Japaner in der dritten Generation des Kompakt-SUVs auf seriellen Hybrid-Antrieb.

Im Frühjahr 2021 will Nissan in Europa die ersten Exemplare des neuen Qashqai ausliefern. Statt auf Diesel setzen die Japaner in der dritten Generation des Kompakt-SUVs auf seriellen Hybrid-Antrieb.


Deutsche Autokäufer mögen den Nissan Qashqai. Zwischen 2009 und 2019 wurden jedes Jahr mehr als 20.000 Exemplare in der Bundesrepublik neu zugelassen, 2011 waren es sogar über 30.000. Dieses Jahr wird das Corona-bedingt nicht mehr klappen (bis Ende Oktober waren es knapp 12.000). Im Frühjahr 2021 rollt dann die dritte Generation des Kompakt-SUV an – auf der neuen CMF-C-Allianzplattform, die das Modell als erstes in Europa nutzt.


Die Architektur setzt auf einen neuen Materialmix aus Aluminium und ultrahochfestem Stahl. So besteht etwa die Heckklappe aus einem Kunststoff-Verbundmaterial, was allein 2,6 Kilogramm Gewicht einspart. Türen, Kotflügel und Motorhaube sind aus Aluminium. Gegenüber der Rohkarosserie des aktuellen Modells werden dadurch 21 Kilogramm Gewicht eingespart. Derweil ist der Anteil ultrahochfester Stähle in der Fahrzeugstruktur um 50 Prozent gestiegen. Unterm Strich ist die Rohkarosserie somit 60 Kilogramm leichter und 41 Prozent steifer als die des Vorgängers. Auf dieser Basis verspricht Nissan ein Plus an Fahrqualität, Komfort, Ansprechverhalten, Sicherheit und Effizienz.

In den Frontantrieb-Varianten mit bis zu 19 Zoll großen Rädern kommt hinten eine Verbundlenkerachse zum Einsatz, in den Versionen mit 20-Zöllern sowie in den Allradvarianten ist der Qashqai mit einer Mehrlenker-Hinterachse ausgerüstet. Der Einsatz der Verbundlenkerachse mit vertikaler Ausrichtung von Federn und Dämpfern verbessert die Absorption von Fahrbahnunebenheiten und unterdrückt Fahrbahngeräusche. Das doll für ein gelassenes Fahrverhalten sorgen und bei Richtungswechseln die Wankbewegungen der Karosserie unterdrücken.


Für die Mehrlenker-Aufhängung hinten verspricht Nissan sogar „ein in dieser Klasse herausragendes Gleichgewicht aus Fahrkomfort und dynamischem Ansprechverhalten“. Sie ist über Buchsen mit dem Hilfsrahmen verbunden, um so Geräusche und Vibrationen zu reduzieren.


Zwei Antriebsoptionen gibt es: einen 1,3-Liter-Benziner mit Mild-Hybrid-System in zwei Leistungsstufen (138 oder 155 PS) sowie einen seriellen Hybriden mit 188 PS. Dessen sogenanntes „e-Power“-System umfasst neben Batterie, Generator, Inverter und Elektromotor auch einen Benzinmotor, der jedoch ausschließlich die Batterie auflädt, während die Räder rein elektrisch angetrieben werden. Dadurch unterscheidet sich das System grundlegend von konventionellen Hybriden, bei denen sowohl der Elektromotor als auch der Verbrenner im Zusammenspiel die Räder antreiben.


Beim Benziner umfasst das 12-Volt-Mildhybrid-System eine im Unterboden platzierte Lithium-Ionen-Batterie und einen Riemen-Generator zur Rückgewinnung von Bremsenergie. Mit der rekuperierten Energie können die elektrischen Motorsysteme versorgt und die Nutzungsdauer der Start-Stopp-Funktion verlängert werden, was die Gesamt-CO2-Emissionen verringert. Zudem ermöglicht das System das Segeln und liefert beim Beschleunigen zusätzliches Drehmoment. Eine Diesel-Variante wird es indes nicht mehr geben.


Auch in Sachen Assistenz hat sich was getan. Optional an Bord ist ab der mittleren Ausstattungslinie „N-Connecta“ das weiterentwickelte System „ProPilot mit Navi-Link“. Es kann das Fahrzeug innerhalb einer Spur auf Autobahnen auf eine eingestellte Geschwindigkeit beschleunigen und abbremsen. Im dichten Stop-and-Go-Verkehr wird das Fahrzeug bei Bedarf bis zum Stillstand abgebremst. Steht der Qashqai für weniger als drei Sekunden still und das Vorderauto fährt los, setzt er sich automatisch wieder in Bewegung. Zudem reagiert das System automatisch auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und reduziert die Fahrgeschwindigkeit vor besonders engen Kurven oder Ausfahrten.


Zu den weiteren neuen Funktionen zählen beispielsweise ein Lenkeingriff für den Totwinkel-Assistenten, ein automatischer Bremseingriff für die Bewegungserkennung sowie ein Flankenschutz, der den Fahrer vor seitlichen Kontakten warnt. Mehr Sicherheit bei Nachtfahrten bietet das neue Lichtsystem mit intelligenten LED-Scheinwerfern. Die zwölf einzelnen LED-Elemente können bei Gegenverkehr separat deaktiviert werden und bieten damit ein helles und breites Lichtfeld, ohne entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden.


Bis heute hat Nissan in Europa mehr als drei Millionen Qashqai verkauft – weltweit sind es über fünf Millionen. Mit der dritten Generation dürfte die ein oder andere Million hinzukommen. Ausgeliefert werden sollen die ersten Benziner im späten Frühjahr 2021, die e-Power-Variante ein paar Monate später. Zu den Preisen hüllt sich Nissan noch in Schweigen.


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Mathias Keiber

16 Nov. 2020