Erstes Facelift für den Disco im neuen Dresscode

Mathias Keiber

10 Nov. 2020

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Die britische SUV-Marke hat ihrem Discovery ein umfassendes Facelift kredenzt. Dazu gehören Design-Updates außen und innen, neue Motoren mit Mildhybrid-Technologie, aber keine Variante mit Plugin-Hybrid-Antrieb.

(Alle Abbildungen: Land Rover)


Die britische SUV-Marke hat ihrem Discovery ein umfassendes Facelift kredenzt. Dazu gehören Design-Updates außen und innen, neue Motoren mit Mildhybrid-Technologie, aber keine Variante mit Plugin-Hybrid-Antrieb.



Weinen Sie der vierten Generation des Land Rover Discovery auch immer noch hinterher? Der eckigen Form? Der klar sichtbaren – und nicht nur angedeuteten – Stufe im Dach? Dann wird es vermutlich Zeit, damit so langsam aufzuhören. Denn vier Jahre nach ihrer Vorstellung auf dem Pariser Autosalon erhält die fünfte „Disco“-Generation nun ein Facelift. Die Updates fallen durchaus reichhaltig aus.


Vernetzung und Infotainment basieren dabei auf EVA 2.0, der von den Briten neu entwickelten „Electrical Vehicle Architecture“. Davon profitieren zum Beispiel das weiterentwickelte „Terrain Response 2“-System für verschieden beschaffene Böden, die Fähigkeit zum Bezug von Software-Updates „over the air“ oder das neue System zur Filterung der Innenraumluft.



Auch optisch hat Land Rover das ein oder andere verändert: Etwa bekommt der Disco neue LED-Scheinwerfer, in denen die Tagfahrlichter weiter unten angeordnet sind; die Blinker zeigen die Fahrrichtungsänderung vorne und hinten nun sequenziell an, also von innen nach außen; dazu sind die seitlichen Lufteinlässe nun in Wagenfarbe lackiert. Auch der vordere Stoßfänger zeigt sich leicht verändert mit einer in Wagenfarbe gehaltenen Grafik. Augenscheinlichste Änderung sind die jeweils mit drei vertikalen Streben versehenen Lufteinlässe links und rechts an der Front. Sie lassen den Disco noch etwas gieriger wirken.


Zwischen den neuen LED-Rückleuchten am Heck fällt eine neue, in glänzendem Schwarz gehaltene Querleiste mit „Discovery“-Schriftzug ins Auge. Land Rover folgt hier nach eigener Auskunft dem Prinzip des „Reduktionismus“, einer Design-Sprache also, die die Gestaltung besonders aufgeräumt erscheinen lässt.




Aufgeräumt, wie immer bei den Briten, wirkt der Innenraum insbesondere durch eine weitere Reduzierung von Knöpfen und Schaltern am Armaturenbrett und am Mitteltunnel. Einzug erhält das medial gelobte Infotainmentsystem „Pivi Pro“, dessen Full-HD-Touchscreen im Format 11,4 Zoll in der neu gestalteten Mittelkonsole untergebracht ist. Auch bei der Integration von Smartphones hat sich was getan: induktives Laden ist möglich, Signalverstärkung ebenso und natürlich ist das System mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel. Außerdem können per Bluetooth zwei Smartphones gleichzeitig mit dem Infotainment gekoppelt werden.


Dank Dual-eSIM-Technologie ist es mittels zweier LTE-Modems möglich, dass der Disco mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt. Etwa kann Musik gestreamt werden, während Software-Updates „over the air“ (SOTA) runterladen. Mithilfe der SOTA-Technologie können 44 einzelne Elektronikmodule unterwegs und ohne Werkstattbesuch Updates beziehen.



Das Navigationssystem überträgt sein Bild nicht allein auf den zentralen Touchscreen, sondern wahlweise auch auf das 12,3-Zoll-Instrumentendisplay. Dieses kann entweder zwei konventionelle Instrumentenskalen abbilden, im Vollbildmodus die 3-D-Navigation, oder eine Kombination aus beidem. Ein Headup-Display ist ebenfalls verfügbar.


Den Kopf nach oben richten können derweil auch Mitfahrer auf der Rückbank – dank sogenannten „Click and Go“-Tablet-Haltern an den Rückseiten der Vordersitzlehnen. Bis zu acht Geräte lassen sich mit dem 4G-Wi-Fi-Hotspot des Discovery verbinden. Das ist ein Anschluss mehr als die maximale Sitzanzahl. Und damit sind wir beim Kofferraum-Volumen angelangt, das eine gigantische Lade-Spanne zwischen 258 Litern beim 7-Sitzer und bis zu 2.485 Litern beim 5-Sitzer aufweist, wobei sich die Rücksitze per Touchscreen oder Smartphone-App umklappen lassen. Die Anhängelast beläuft sich generell auf stattliche 3,5 Tonnen.



Land Rover bietet den Disco zum neuen Modelljahr in den Ausstattungsversionen Discovery, S, SE und HSE an – außerdem als besonders sportlichen R-Dynamic und als Nfz-Modell für den gewerblichen Einsatz. Letzteres bietet 2024 Liter Ladevolumen und weitere Staufächer unter dem Fahrzeugboden.


Bei den Motoren sind zwei Diesel und zwei Benziner verfügbar, beide jeweils mit 48-Volt-Mildhybrid-Technologie. Der D250 („D“ wie in Diesel) kommt mit einem drei Liter großen Reihensechszylinder mit 249 PS und 570 Nm maximalem Drehmoment, 8-Stufen-Automatik und Allradantrieb. Beim D300 bleiben die Komponenten dieselben, allerdings steigt die Leistung um 51 auf 300 PS und das maximale Drehmoment auf 650 Nm. Der Einstiegsbenziner P300 ist ein 2-Liter-Reihenvierzylinder und leistet bei einem maximalen Drehmoment von 400 Nm 300 PS. Das Kürzel P360 steht für einen 3-Liter-Reihensechszylinder mit 360 PS und 500 Nm maximalem Drehmoment. Wie die Selbstzünder kommen die Benziner generell mit 8-Stufen-Automatik und Allradantrieb. Eine Version mit Plugin-Hybrid-Antrieb sucht man leider vergeblich.



Das Mild-Hybrid-System fängt die üblicherweise beim Bremsen oder Verzögern verloren gehende Energie auf und stellt sie zur späteren Verwendung bereit: zum Beispiel, um den Motor beim Beschleunigen zu unterstützen oder für ein noch verbessertes Ansprechen des Start-Stopp-Systems.


Serienmäßig liefert Land Rover den Disco mit Luftfederung aus. Bei höheren Geschwindigkeiten senkt diese zudem die Karosserie für mehr Aerodynamik und damit auch für weniger Verbrauch. Nur bei den Varianten D300, P300 und P360 zur Standard-Ausrüstung gehört indes das adaptive Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern. Bis zu 500 Mal in der Sekunde überwacht es die Fahrzeugbewegungen und die Beschaffenheit der Straße. Land Rover verspricht dank dessen „minimale Karosseriebewegungen und somit eine ruhige und entspannte Fahrt“.



Mike Cross, bei Land Rover für die Fahrwerksentwicklung verantwortlich: „Der aktuelle Discovery besitzt eine optimierte Fahrwerksgeometrie für jeden Untergrund – mit betonter Dynamik und exzellenter Karosseriesteuerung. Er überzeugt zugleich mit dem Fahrkomfort, der ihn für Familien und viele andere Nutzer zur ersten Wahl macht. Ein hochmodernes Fahrwerkslayout, die leichte Aluminiumarchitektur und fortschrittliche Antriebe stellen in der Modellgeneration 2021 sicher, dass der Discovery extrem vielseitig, universell leistungsfähig und überaus kultiviert ist – und darüber hinaus eine Menge Fahrspaß bereitet.“


Konfigurier- und bestallbar ist der Discovery des Modelljahres 2021 bereits. Die Preise starten bei 59.506 Euro, die Auslieferungen erfolgen im Frühjahr.



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Mathias Keiber

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