Fahrbericht: Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid

Mathias Keiber

07 Okt. 2021

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Unser Matze war mit dem teilelektrischen Flaggschiff von Hyundai in Rheinhessen unterwegs. Seine Eindrücke.

Hyundai hat in Deutschland einen klar formulierten Anspruch: „DER Anbieter alternativer Antriebe unter den Importeuren“ zu sein. Heißt konkret: Hybrid, Plugin-Hybrid, Elektro und Brennstoffzelle. Und bei ihren SUV oberhalb des Bayon kann die koreanische Marke für die ersten acht Monate des Jahres hohe Vollzugsquoten vermelden: beim Kona entschieden sich 82 Prozent der Käufer in Deutschland für Elektro- oder Hybrid-Antrieb, beim Tucson 92 Prozent für Hybrid- oder Plugin-Hybrid-Antrieb und bei Nexo und Ioniq 5 selbstredend 100 Prozent für die Brennstoffzelle bzw. BEV. Noch etwas Nachholbedarf besteht beim Santa Fe, der per Ende August hierzulande auf eine Elektrifizierungsquote von 62 Prozent kam. Grund genug für eine Testfahrt im lokalen Markenflaggschiff mit Plugin-Hybrid-Antrieb.

Ein Grill, der seinesgleichen sucht. (Foto: Mathias Keiber)


Schaut man sich den letztes Jahr modellgepflegten Santa Fe der vierten Generation an, und lässt dann die vorherigen Generationen Revue passieren, dann wirkt das ein bisschen so wie die Markengeschichte von Hyundai in der Bundesrepublik „en miniature“: von der grauen Maus zur Importmarke Nummer eins (August und September 2021), beziehungsweise vom rundlich-pummeligen Typ SM der ersten Santa-Fe-Generation zum heutigen Mittelklasse-SUV mit krediblem Premiumanspruch. Vor seinen Konkurrenten aus Stuttgart, Ingolstadt und München braucht sich der Santa Fe in aktueller Entwicklungsstufe nicht zu verstecken – insbesondere dank seines prächtigen Kühlergrills, einem echten automobilen Augenschmaus.

Viele Tasten? Ja, aber hilfreiche Tasten. (Foto: Hyundai)


Doch auch von innen weiß der Santa Fe zu gefallen. Das mehrschichtige Dashboard webt Elemente wie die Lüftungsdüsen oder das digitale Kombiinstrument gekonnt ein, während der 10,25 Zoll große Touchscreen freistehend an der obersten Armaturenschicht lehnt. „Digital Natives“ werden bei der Armada an Tasten darunter erschaudern, doch tatsächlich sind die mechanischen Bedienelemente überaus hilfreich. Sie sind einfach belegt und deutlich beschriftet. Wer sie auswendig kennt, kann sie während der Fahrt erfühlen, und muss wie beim „Touchscreen only“ nicht den Blick von der Straße nehmen – in Sachen Sicherheit ein klarer Vorteil.

Auch in der Seitenheckansicht: ein schönes Auto. (Foto: Mathias Keiber)


Auch vorteilhaft: Die Platzverhältnisse sind durch und durch familientauglich. Wer vorn sitzt, sitzt komfortabel auf klimatisierten Ledersitzen. Fondpassagiere freuen derweil sich über USB-Anschlüsse, Sitzheizung und verstellbare Sitzlehnen. Der Kofferraum dahinter fasst großzügige 571 Liter, durch Umklappen der Rücksitzlehnen lässt sich der Stauraum auf bis zu 1.649 Liter erweitern. Optional ist eine dritte Sitzreihe verfügbar, sodass insgesamt bis zu sieben Personen Platz finden. Die Kofferraumklappe öffnet sich elektrisch.


Und damit ab auf die Straße…


Der Antriebsstrang des Hyundai Santa Fe kombiniert einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS mit einem 67 kW (91 PS) starken Elektromotor. Zusammen kommen die beiden auf eine Systemleistung von 265 PS und 350 Nm Drehmoment. Für die Kraftübertragung per intelligentem Allradantrieb (Eco-Modus: 100% vorn / Komfort-Modus: 65/35 / Sport-Modus: 50/50) sorgt eine Sechsstufen-Automatik. Damit sprintet das 4,80 Meter lange und 2,1 Tonnen schwere SUV aus dem Stand in 8,8 Sekunden auf Tempo 100 – ein durchaus beachtlicher Wert. Allerdings klingt der Vierzylinderturbo dabei doch ziemlich angestrengt. Und so ab einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometer wirkt der Santa Fe auch nicht mehr so besonders dynamisch. Bis er seine 187 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, muss er sich ganz schön strecken.

Clever: die Umsetzung des Totwinkelassistenten. (Foto: Mathias Keiber)


Weniger angestrengt, genau genommen gar nicht, verhält sich der Santa Fe innerorts. Rein elektrisch sind nach WLTP bis zu 69 Kilometer drin, was so manchem Pendler zum Arbeitsplatz und zurück reichen wird. Über einen 3,3-kW-Bordlader lässt sich die 13,8 kWh große Batterie laut Hersteller an der Steckdose innerhalb von 8,5 Stunden laden. Das sollte über Nacht genauso reichen wie während des Arbeitstags. Kaum Wünsche offen lassen Lenkung und Fahrwerk. Richtig klasse ist der Totwinkelassistent: Blinkt man rechts, der das Kamerabild des toten Winkels im Tacho angezeigt, blinkt man links, im Drehzahlmesser.


Ab vergleichsweise zurückhaltenden 55.750 Euro ist der Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid bestellbar.

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Mathias Keiber

07 Okt. 2021