Fahrbericht: Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid AWD

Attila Langhammer

23 März. 2021

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Kia hat die Topmotorisierung unter den Sorento-Modellen vorgestellt und die kommt als Plug-in-Hybrid daher. Ich bin das Raum-SUV mit 265 PS Systemleistung gefahren

YesAuto Bewertung:

/ 100

Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

(Fotos: Kia)

265 PS Systemleistung und bis zu 350 Newtonmeter Drehmoment – das sind die Leistungsdaten des Kia Sorento Plug-in-Hybrid und sie machen ihn zum stärksten Sorento in der Modellpalette. Aber trotz des PS-Kurses in Richtung 300 bleibt Kias größtes PKW-Modell ein ausdauernder und kräftiger Luxustransporter, die Jagd nach den Bestzeiten überlässt er anderen.


Praktischer und technischer Nutzwert im Kia Sorento


Diese anderen sind, Länge und Radstand von 481 beziehungsweise 281,5 Zentimetern zu Grunde gelegt, beispielsweise BMW X3 oder Mercedes-Benz GLC. Dafür zeigt der Sorento den beiden deutschen Premiumvertretern in puncto Raumangebot unverblümt, wo der Hammer hängt: der Kofferraum des fünfsitzigen Plug-in-Sorento fasst mindestens 898 Liter – ein Wert, den der BMW X3 xDrive30e (450 l) und der Mercedes GLC 300 e 4Matic (395 l) nicht einmal erreichen, wenn sie zusammen angefahren kommen.

Kia erreicht das üppige Volumen relativ einfach. Das absolut zeitgemäße Design folgt der Kastenmaxime, die Volvo bis in die 90er Jahre auf seine Automobile angewendet hat: der zur Verfügung stehende Raum wird möglichst rechtwinklig umschlossen. Trotzdem handelt es sich beim Sorento nicht um ein gestaltungsfreies form-follows-function-Objekt. Des weiteren wird der umbaute Raum gut ausgenutzt. Der 139 Kilo schwere Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit 13,8 kWh Kapazität ist unterhalb der ersten Sitzreihe verbaut und schwingt sich sattelförmig über den Kardantunnel; der 67-Liter-Benzintank (BMW und Mercedes je 50 l) ist unter der Rücksitzbank installiert; unterm Kofferraumboden wird lediglich etwas Platz vom 3,3-kW-Onboardlader verbraucht.

Mit der Elektroperipherie wird ein 66,9-kW/304-Nm-Elektromotor gespeist, der im Sechsstufenautomatikgetriebe verbaut ist; das Benzin fließt aus dem Tank in den bekannten, überarbeiteten 1,6-Liter-Turbobenziner, der 180 PS und 265 Nm leistet. Der Benziner verfügt über eine neuartige Ventilsteuerung, die unterschiedlich lange Ventilöffnungszeiten ermöglicht – Continously Variable Valve Duration (CVVD) – das Prinzip sorgt vor allem bei niedrigen Drehzahlen für ein kleines Leistungsplus. Das Zusammenspiel beider Maschinen ergibt die oben angegebene Systemleistung. Den Standardsprint auf 100 km/h erledigt der auch ohne Fahrer noch immer über zwei Tonnen schwere Plug-in-Hybrid laut Kia in 8,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 193 km/h begrenzt.


So fährt der Sorento Plug-in-Hybrid


Nach dem was ich erlebt habt, klingt dieser Wert sehr realistisch, aber trotz der genannten Leistungsdaten darfst Du beim diesem Sorento keine mitreißende Performance erwarten. Statt dessen schiebt er dich immerzu voran, im Benzinerbetrieb liegen von 1500 bis 4500 Umdrehungen – also in nahezu jedem Fahrzustand – 265 Newtonmeter Drehmoment an. Der Wert klingt zu Turbodieselzeiten nicht brachial, reicht aber immer für eine spürbare Reaktion auf Deine Gasbefehle. Deutlich wacher wirkt dagegen die sehr gut ansprechende Bremse, die reagiert sportlich fix, lässt sich aber trotzdem sehr gut dosieren.

Das Fahrwerk ist sehr komfortabel abgestimmt und passt so ganz gut zum vorwärtsdrängenden aber niemals sprintenden Charakter. In Kurven ist bei dieser Sanftheit naturgemäß mit Seitenneigung zu rechnen, aber Du musst keine üblen Anflüge von Seekrankheit befürchten. Die elektromechanische Servolenkung arbeitet auf dem bekannt guten Niveau, der aktive Spurhalteassistent scheint eine gefälligere Abstimmung erhalten zu haben, als in den Kia-Modellen, die schon etwas länger auf dem Markt sind – er reagiert nun nicht mehr ganz so sprungartig, dadurch wirken seine Eingriffe etwas ausgewogener, weniger unangenehm. Der Helfer lässt sich aber auch deaktivieren.

Der Sorento als Plug-in-Hybrid startet mit der zweiten Ausstattungslinie Vision (ab 53.940 Euro) und hat da bereits einen sehr üppigen Assistenzumfang: adaptiver Abstandstempomat, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Notbremsassistent, Spurhalte- und Stauassistent. Einzig die von mir immer favorisierte, bremsende und lenkende Totwinkel- und Querverkehrsüberwachung kostet 290 Euro Aufpreis. Für die folgende Ausstattung Spirit (ab 57.940 Euro) ist sie Serie, aber die Anzeige des toten Winkels im Kombiinstrument kostet im Paket dann nochmal 790 Euro.


Fazit


Der Kia Sorento bleibt auch mit der zusätzlichen Plug-in-Hybridtechnik ein echtes Raumwunder – sein Platzangebot ist fast schon Van-artig. Das nüchterne aber komfortable Fahrerlebnis passt bestens zu diesem Konzept und macht den Riesen zu einem tollen Familien- (oder Reise-)auto. Die unterschiedlichen Ausstattungsumfänge lassen ebenso kaum Wünsche offen. Das einzige Manko, dass ich sehe, ist die mangelnde Bereitschaft der deutschen Käuferschaft dem trotz hohen Preises eigentlich recht günstigen Premium-Neuling eine Chance zu geben. Dabei belohnt der Sorento die Mutigen ab dem ersten Kilometer.


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Attila Langhammer

23 März. 2021