Fahrbericht Mazda CX-5: Milde Maßnahmen für 2021

Attila Langhammer

28 Jan. 2021

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Mazdas Kompakt-SUV CX-5 wurde für das aktuelle Modelljahr ein wenig optimiert. Ich habe die Überarbeitungen gecheckt und sage Dir, was davon wie gut geworden ist. Und wie der große Mazda jetzt fährt

(Fotos: H. Dawo, Mazda)

Komfortabel, kultiviert, bei Bedarf aber auch druckvoll – so fahren eigentlich alle Mazda CX-5


Mazda hat das Kompakt-SUV CX-5 fürs aktuelle Modelljahr überarbeitet. Alle Veränderungen haben unterm Blech stattgefunden, der Neue sieht zunächst also aus wie der Alte. Beim Blick ins Cockpit fällt aber sofort auf, das nun auch der CX-5 die zweite Generation des Mazda Connect Infotainmentsystems auf der Mittelkonsole trägt. Das 10,25-Zoll-Display verfügt endlich über eine zeitgemäße Auflösung und wird dem insgesamt sehr wertigen Anspruch des Interieurs deutlich besser gerecht. Das alte System war – ich bleibe höflich – alles andere als eine Augenweide. Das neue System verfügt aber nicht nur über einen neuen Bildschirm, auch die Menüführung wurde nochmal feingetunt, die Orientierung gelingt jetzt etwas intuitiver. Und nach kurzer Eingewöhnungszeit erfolgt die Bedienung völlig stressfrei mit dem Dreh-Drücksteller zwischen Ganghebel und mittlerer Armlehne. Eine echte Wonne der Funktionalität gegenüber den Herstellern, die aufs maximale Tatsch-Erlebnis setzen.

Das neue Infotainment, das erstmals auch Android Auto und Apple Carplay in den Mazda CX-5 bringt, gibt es allerdings erst ab der dritten Ausstattungslinie Exclusive (ab 32.390 Euro). Und die Topausstattung Sports (ab 38.390 Euro) wird sogar um eine virtuelle 360-Grad-Draufsicht bereichert, die mit Daten aus vier Kameras errechnet wird. Eine reine, als nützlich erachtete Rückfahrkamera für alle CX-5 steht leider nicht in der Preisliste, lässt sich aber im Zubehör finden.

Endlich Infotainment mit zeitgemäßer Auflösung, leider nur für die Ausstattungslinien drei und vier


Neben der Elektrotechnik wurde auch die mechanische Hardware angepackt: Alle Antriebsvarianten wurden soweit überarbeitet, dass sie – laut Hersteller-WLTP – weniger Kraftstoff verbrauchen; im Schnitt durch die gesamte Palette rund 0,5 Liter weniger. Bei den Benziners setzt Mazda dazu unter anderem auch die Zylinderabschaltung im Teillastbetrieb ein; beim kleinen Benziner (165 PS) aber nur in Verbindung mit dem manuellen Getriebe. Außerdem sollen die Wandlerautomatikgetriebe nun noch schneller reagieren. Fakt ist, der Sechsstufenwandler im Testwagen war hellwach und schaltete komfortorientiert verschliffen, im Sportmodus wirkten die Schaltvorgänge extrem fließend. Wer da noch von einem Doppelkupplungsgetriebe träumt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Wie andere moderne Wandlerautomatikgetriebe arbeitet auch das Sechsstufenmodell im Mazda CX-5 tadellos


Eine weitere Premiere ist der bekannte Top-Diesel mit 184 PS, der in diesem Jahr auch mit Vorderradantrieb und manuellem Sechsganggetriebe geordert werden kann. Mazdas Schaltgetriebe lassen sich präzise bedienen, aber der Schalthebel liegt trotzdem etwas beliebig in der Hand.

Der Komfortabstand zwischen Handschaltgetriebe und Automatik ist deutlich


In Fahrt bewegt sich der CX-5 äußerst komfortabel. Die Lenkung ist direkt und präzise und ergänzt den guten Fahreindruck passend. Der große Benziner mit 2,5 Liter Hubraum und 194 PS geht richtig gut, klingt aber aufgrund des hohen Verdichtungsverhältnisses etwas knurrig. Beide Benziner sind übrigens Saugmotoren und kommen so ohne Ottopartikelfilter aus. Die Diesel können beide locker das, was auch westliche Diesel können. Motorenseitig ist der CX-5 sehr gut aufgestellt.

Die Benziner schalten im Teillastbereich zwei Zylinder ab, sparen so etwas Kraftstoff


Weil der Innenraum ziemlich großzügig und weit gestaltet ist, hatte ich trotz einer Fahrzeugbreite ohne Spiegel von nur 1,84 Meter immer wieder ein ausladendes Gefühl wie ich es mir vorstelle, wenn ich einen Reifrock trüge. Hier ist ein wenig Eingewöhnungszeit nötig um sich mit den Dimensionen des CX-5 anzufreunden. Danach geht's aber auch problemlos durch den Stadtverkehr.


Die Rückbank ist serienmäßig 40:20:40 geteilt und lässt sich in zwei Stufen in der Neigung verstellen, ersteres ist prima, letzteres höchstens nett, weil daraus nur ein geringer Mehrwert entsteht. Eine praktischere Längsverstellung der hinteren Sitzflächen ist nicht möglich. Im Normalfall fasst der Kofferraum bei Benzinern 506, bei den Dieseln 494 Liter, im Maximum 1620 beziehungsweise 1608 Liter.

An den Knieen eng, am Kopf luftig – Hyundai Tucson oder Kia Sportage sind mit ihren Fondpassagieren großzügiger


In der Fondarmlehne finden sich zwei USB-Anschlüsse – prima, aber leider nicht Standard


Fazit


Während die meisten Hersteller die Zeiträume zwischen Modelleinführung, Facelift und Modellablösung vor allem mit kontinuierlichen Preissteigerungen anreichern, verbessert Mazda seine Modelle kontinuierlich. Schade nur, dass die sinnvollen Optimierungen in diesem speziellen Fall nicht bei der gesamten CX-5-Palette ankommen. Das die Basismodelle nach wie vor mit dem alten Infotainment rumfahren ist schon ein bisschen fies.

Wer die SUV-Frage für sich mit "Ja" beantwortet, der sollte dem Mazda CX-5 eine faire Chance geben

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Attila Langhammer

28 Jan. 2021