Fahrbericht Range Rover Evoque P300e: Plug-in-Hybrid mit Dreizylinder

Arne Roller

09 Dez. 2020

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Mit dem Modelljahr 2021 verpassen die Briten dem Evoque drei neue Motoren, darunter Mild- und Plug-in-Hybride sowie ein neues Infotainmentsystem und neue Ausstattungsvarianten. Wir sind den PHEV mit Dreizylinder-Benziner bereits gefahren.

(Foto: Land Rover)


Von kleineren SUV wie dem Audi Q2 oder dem MINI Countryman kennt man es schon: Dreizylinder-Motoren befeuern nun auch größere Autos, als man es aus der Vergangenheit gewohnt ist. Ganz besonders bieten sich die kleinen, aber feinen Benziner in Kombination mit Elektromotoren an. Diesen Weg geht jetzt Land Rover mit dem neuen Range Rover Evoque.


Der neue Vollaluminium-Dreizylinder im Evoque ist 37 Kilo leichter als sein Pendant mit vier Töpfen und leistet satte 200 PS. Zusammen mit dem in der Hinterachse integrierten Elektromotor mit 80 kW/109 PS ergibt sich eine maximale Systemleistung von 309 PS und ein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern. Mit dieser Power feuert das 4,37 Meter lange und knapp über 2,1 Tonnen schwere SUV in lediglich 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.


Der Elektromotor ist ab Geschwindigkeiten von über 135 km/h nicht mehr am Vortrieb beteiligt, um die Effizienz zu steigern. Fährt der Evoque wieder langsamer als 135 km/h, schaltet sich der Stromer wieder zu. Seine Energie erhält der E-Antrieb aus der unter den Rücksitzen platzierten Batterie mit 15 kWh Kapazität. Nach dem WLTP-Verfahren kommt der Range Rover Evoque P300e auf 43 g/km CO2-Emissionen und einen Verbrauch von 2,0 Liter/100 km. Die elektrische Reichweite gibt Land Rover mit 55 Kilometern an.


Range Rover Evoque P300e: Der Innenraum


Was nach dem Einstieg in den Evoque sofort auffällt, ist die besonders hohe, schöne Sitzposition. Von innen wirkt der Evoque noch viel größer, als er von außen aussieht. Das Platzangebot ist üppig und die Übersicht über das Verkehrsgeschehen aus der thronenden Sitzposition hervorragend. Die Materialien im Innenraum erfreuen die Sinne. Angenehme Haptik, schön anzusehende Materialien wie Leder und Holz … ja, tatsächlich, das in letzter Zeit eher aus der Mode gefallende Naturmaterial Holz findet sich in der Mittelkonsole. Oldschool möchte man denken. Aber wie kaum sonst jemand schafft Land Rover es, die Holzelemente äußerst gefällig in den sehr modern und frisch wirkenden Innenraum einzufügen. Die Sitze in meinem Testfahrzeug tragen mit der aktuell besonders trendigen Kombination aus Stoff und Velours zu einem sehr positiven Gesamteindruck bei.


Modernes Design und hochwertige Materialien: Das Evoque-Cockpit begeistert. (Foto: Land Rover)


Ausfahrt im Range Rover Evoque P300e


Startet man seine Reise in der Stadt, bleibt erstmal alles ruhig, der 109 PS starke Elektromotor übernimmt hier je nach gewähltem Fahrmodus die Arbeit alleine. Das lauteste Geräusch im Innenraum ist dann der Blinker. Das bleibt aber auch bei hohen Geschwindigkeiten so, der Blinker ist ungewohnt laut im Evoque. Das mag auch daran liegen, dass sich alle anderen Geräusche angenehm zurückhalten: Auf der Landstraße bleiben Abroll- und Windgeräusche minimal, genauso wie der Sound des Motors. Hier zeigt sich der Premiumanspruch von Land Rover.


Die Beschleunigung im P300e ist flott und direkt. Bis auf Tempo 150 spurtet man mit viel Schmackes. Darüber hinaus merkt man dann doch, dass man mit einem kleinen Motor unterwegs ist. Die Beschleunigung ist trotz der 200 PS des Benzinmotors nicht mehr so knackig. Bei Tempo 180 letztlich wirkt der Ingenium-Dreizylinder dann etwas angestrengt. Die Abdichtung von Windgeräuschen ist aber auch bei dieser Geschwindigkeit noch sehr gut.


Bei meiner kleinen Ausfahrt herrschen nicht die besten Bedingungen, um den Evoque für Agilitätstests gewagt in Kurven zu werfen. Bei einem Grad Außentemperatur und leichtem (Schnee-)Regen ist man dazu nicht geneigt, das Kurvenverhalten im Grenzbereich zu testen. Für solche Spielereien ist der Evoque aber auch nicht gemacht, vom einem sportlichen Fahrwerk kann nicht die Rede sein.


Der Evoque ist hoch gelegen und fährt sich äußerst komfortabel. Trotz beachtlicher Fahrleistungen ist er nicht auf flotte Kurvenräuberei ausgelegt. Schließlich gibt es neben dem Komfortmodus statt eines Sportprogramms verschiedene Offroad-Fahrprogramme zur Auswahl. Abseits der Straße kann der Evoque mit einer Bodenfreiheit von 212 Millimetern punkten. Auch die Böschungswinkel sind mit 22,2 Grad vorne und 30,6 Grad hinten richtig gut und reichen für weit mehr als nur dem Gondeln über den viel beschworenen Waldweg. Land Rover bleibt also auch beim Lifestyle-SUV Range Rover Evoque seiner DNA als Offroad-Marke treu.


Die Kombination aus Elektromotor und sparsamem 1,5-Liter-Motor im Range Rover Evoque P300e ist vernünftig und macht gleichzeitig Spaß. Der richtige Motor zur richtigen Zeit versüßt seine Effizienz – wenn man es denn darauf anlegt – mit dem rauen Klang des Dreizylinders. Bei normaler Fahrweise hingegen hält sich das Aggregat stets zurück.


Kann mehr als nur Waldweg: 212 Millimeter Bodenfreiheit und steile Böschungswinkel befähigen den Evoque auch abseits fester Straßen. (Foto: Land Rover)


Range Rover Evoque P300e: Die Fahrmodi in der Übersicht


  • HYBRID-Modus: Das Fahrzeug findet automatisch die bestmögliche Kombination aus Benzin- und Elektroantrieb für die jeweilige Situation. Hierbei entscheidet die Regelstrategie auf Basis von Faktoren wie Fahrbedingungen oder Energievorrat in den Akkus. Sobald ein Ziel in das Navigationssystem eingegeben wird, nutzt das System auch Navigationsdaten zur Maximierung der Effizienz.
  • EV-Modus: Antrieb ausschließlich per E-Motor.
  • SAVE-Modus: Diese Einstellung räumt dem Verbrennungsmotor Vorrang ein. Während der Benziner als Hauptantriebsquelle dient, wird der Batterieladestand automatisch auf dem gewählten Niveau gehalten. Ein Aufladen der Batterie durch den Verbrenner ist im Evoque nicht möglich.


Range Rover Evoque P300e: Die Lademöglichkeiten


Mit einem Mode-2-Ladekabel kann der P300e laut Land Rover an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose in 6 Stunden 42 Minuten komplett aufgeladen werden. Schneller geht es mit dem Mode-3-Ladekabel. Es passt zu 7-kW-Wallboxen oder öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen. Auf diese Weise soll sich der Akku in einer Stunde und 24 Minuten auf 80% laden lassen. Noch zügigere Möglichkeiten stellt das wachsende Netz öffentlicher Gleichstrom-Schnellladesäulen in Aussicht: Mit 32 kW sind in knappen 30 Minuten wieder 80 Prozent der Energie im Akku.


Memo an alle Dienstwagenfahrer: So sieht ein ladender Evoque P300e aus. Das Kabel findet sich im Kofferraum. Ist gar nicht so schwer! (Foto: Land Rover)


Zu den neuen Features des 2021er Evoque gehören Over-The-Air-Software-Updates: Dank der nun verfügbaren Dual-eSim nutzt der Evoque beim Updaten nicht die SIM-Karte des Nutzers. Apps, Services und die Systemsoftware bleiben automatisch immer auf dem neusten Stand.


Dank Over-the-Air-Software-Updates bleibt die Technik hinter der futuristischen Mittelkonsole stets auf dem neuesten Stand. (Foto: Land Rover)


Range Rover Evoque P300e: Die Preise


Den Plug-in-Hybriden P300e gibt es nur ab der höheren Ausstattungsklasse S und mit Automatikgetriebe: die Preise beginnen bei 54.563 Euro. Abzuziehen ist hier noch die Umweltprämie über 5.625 Euro. Weitere Vorteile ergeben sich durch die nach wie vor gültige Dienstwagenregelung für Elektrofahrzeuge und Plug-In Hybride. Diese werden statt mit 1 mit nur 0,5 Prozent des Listenpreises versteuert. Das Laden des Autos beim Arbeitgeber muss zudem nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. Dieser Umstand und die schnellen Ladezeiten lassen keine Ausreden mehr für Lademuffel. Werden Plug-in-Hybride richtig genutzt, und Batterie sowie Ladekabel nicht nur als zusätzlicher Ballast spazieren gefahren, dann kann die Technik ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten.



Range Rover Evoque P300e – Technische Daten:


Fünftürer, fünfsitziges SUV

Länge/Breite/Höhe: 4.371 mm/1.996 mm/1.649 mm

Radstand: 2.681 mm

Motoren: 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 147 kW/200, Permanent-magnet-Synchronmotor, 80kW/109 PS

Systemleistung: 227 kW/309 PS bei 5.500 U/min, maximales System-Drehmoment: 540 Newtonmeter bei 1.600-4.500 U/min

Antrieb: Antrieb Benzinmotor vorn, elektrischer Hinterradantrieb

Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht: 2.157 Kilogramm

0-100 km/h: 6,4 s

Vmax: 213 km/h

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 2,0 l/100 km

CO2-Ausstoß (NEFZ): 43 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-Final

Effizienzklasse: B

Elektrische Reichweite (WLTP): 55 km

Tankinhalt: 57 Liter

Kofferraumvolumen: 591 bis 1.383 Liter

Preis: ab 54.563 Euro


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Arne Roller

09 Dez. 2020