Fahrerassistenz: Cadillac schlägt Tesla

Mathias Keiber

01 Nov. 2020

Laut „Consumer Reports“ bietet Cadillac seinen Kunden einen besseren „Autopiloten“ als Tesla. Das Urteil der Verbraucherorganisation hat Gewicht.

Laut „Consumer Reports“ bietet Cadillac seinen Kunden einen besseren „Autopiloten“ als Tesla. Das Urteil der Verbraucherorganisation hat Gewicht.


Man denke an „Stiftung Warentest“ und den Effekt, den die Verbraucherorganisation seit ihrer Gründung im Jahr 1964 auf das Kaufverhalten von Verbrauchern in Deutschland hat. Eine solche Organisation gibt es in den USA auch. Sie heißt „Consumer Reports“ und ist die erste (seit 1936) und bis heute größte Verbraucherorganisation der Welt: Sie hat 7 Millionen zahlende Online- oder Print- Abonnenten (Stiftung Warentest: 400.000).


Wenn „Consumer Reports“ also zum Schluss kommt, dass das System von Cadillac zum automatisierten Fahren besser ist als das von Tesla, dann hat das schon ein gewisses Gewicht. Und genau das sagt „Consumer Reports“ aktuell. Konkret: Die Organisation hat 17 Fahrzeuge mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen getestet. Die Technologie von Cadillac belegte dabei den ersten Platz.


Die meisten Autohersteller experimentieren heutzutage in irgendeiner Form mit solcher Technologie. Doch keiner wird auch nur annähernd so viel Aufmerksamkeit zuteil wie der von Tesla. Möglicherweise liegt das am Namen des jeweiligen Systems. Bei Tesla heißt es „Autopilot“ und lässt damit vermuten, die Technologie wäre in der Lage, ein Auto vollkommen selbstständig zu fahren – was natürlich noch nicht der Fall ist.


„Supercruise“, „EyeSight“ und „Driver Assist“ sind sicherlich keine schlechten Namen für eine solche Technologie. Aber was lassen sie vermuten? Autos von Cadillac können offenbar supergut cruisen, während Autos von Subaru (EyeSight) wohl Augenlicht haben und jene von Volkswagen anscheinend den Fahrern assistieren können.


„Consumer Reports“ ließ die Namen natürlich außen vor und bewertete die jeweiligen Systeme anhand von 36 Tests in verschiedenen Kategorien: Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit, wie das System die Aufmerksamkeit von Fahrern bindet, wie es sichere Anwendungsbereiche erkennt und wie es auf nicht reagierende Fahrer reagiert.


Drei der fünf Kategorien gewann Cadillac, zwei Tesla


Der „Autopilot“ ist demnach am einfachsten zu bedienen und konnte das Auto besser als jedes andere System in der Spur halten, während „SuperCruise“ die geistige Abwesenheit von Fahrern am besten entdeckt, Fahrer besser als alle anderen über mangelnde Aufmerksamkeit informiert und außerdem am zuverlässigsten ist, wenn es darum geht, sichere Anwendungsbereiche zu identifizieren.


Man könnte also sagen: Das System von Tesla ist das, das am besten funktioniert. Für die meisten Verbraucher dürften das – oberflächlich betrachtet – am aller wichtigsten sein. Andererseits lässt sich der Schluss ziehen, dass das System von Cadillac schlicht sicherer ist. Und im Endeffekt dürfte das Hauptziel einer jeden Fahrt sein, gesund am Bestimmungsort anzukommen.


Obendrein schneidet Tesla nur mittelmäßig ab, wenn es darum geht, Fahrer aufmerksam zu halten und sie über ihren Aufmerksamkeitsstatus zu informieren. Cadillac ist hier aufgrund seiner Infrarotkamera weit überlegen. Schwächen hat das System des Herstellers nur in der Benutzerfreundlichkeit, während es in Sachen Leistungsfähigkeit nur knapp hinter Tesla liegt.


Kelly Funkhouser, bei „Consumer Reports” für Fahrzeug-Vernetzung und -Automatisierung zuständig, drückt es so aus: „Die besten Systeme erlauben es Fahrern, etwa die Kontrolle über Steuerung oder Geschwindigkeit unabhängig zu übernehmen, so dass sie präzise entscheiden können, wie viel Assistenz sie wann in Anspruch nehmen.“


Man kann ihr nur beipflichten.


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Mathias Keiber

01 Nov. 2020