Ford Ranger-Sondermodelle: Lifestyler, Raubein und Arbeitstier

Arne Roller

28 Okt. 2021

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Ford spendiert dem Ranger die Varianten Stormtrak, Wolftrak und Raptor Special Edition. Wir sind die neuen Editionen gefahren.


Seit 2016 ist der Ford Ranger bei uns auf dem Markt und hat sich in seinen Jahren als meistverkaufter Pick-up Europas einen Namen gemacht. Sein Marktanteil im Segment liegt auf unserem Kontinent bei satten 40 Prozent, in Deutschland sind es ebenfalls starke 33,7 Prozent. Der neue Ranger (auf dem dann auch die nächste Generation des Volkswagen Amarok basiert) befindet sich aktuell in ausgiebigen Tests und soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden (Marktstart: 2022). Nichtsdestotrotz gibt es jetzt für die bereits bewährte Generation drei neue und limitierte Sondermodelle namens Wolftrak, Stormtrak und Raptor Special Edition. Zum On- und Offroad-Test des Trios lud Ford uns an den schönen Tegernsee.



Ford Ranger Raptor Special Edition: Der Macho unter den Rangern


Los geht's mit dem Rambo unter den Rangern: dem Raptor in der neuen Special Edition. Groß, unvernünftig, ein bisschen martialisch und mit riesigen All-Terrain-Reifen ausgerüstet. Die Unterschiede der Special Edition zum "normalen" Ranger sind rein optischer Natur: Von der Motorhaube übers Dach bis zum Heck erstreckt sich ein mattschwarzer „Rennstreifen“, der von roten Linien eingegrenzt ist. Auch seitlich ziehen sich die schwarzen Dekorelemente vom Stoßfänger bis an die hinteren Radläufe, wo groß der Raptor-Schriftzug prangt. Im Innenraum taucht das Farbschema in Form eines mattschwarzen Instrumententrägers sowie roter Ziernähte an Lenkrad (mit roter 12-Uhr-Markierung), Armaturenbrett und Türverkleidungen wieder auf. Für die Karosserie stehen bei der Raptor Special Edition drei Farben zur Auswahl: Blau-Metallic, Race-Rot und Obsidian-Schwarz.


Technisch gleicht sich die Special Edition mit dem bisherigen Raptor. Unter der Haube arbeitet hier ebenfalls der 2,0-Vierzylinder-Diesel mit 213 PS und einem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmetern. Auch das Fahrwerk ist dasselbe: mit an Bord sind die Hochleistungs-Stoßdämpfer des Offroad-Spezialisten Fox, die vergrößerte Federwege ermöglichen und deren Dämpfung sich variabel einstellen lässt. Die Bodenfreiheit ist gegenüber anderen Ranger-Modellen um rund 50 Millimeter erhöht.


Auf dem Weg zum Offroad-Gelände in Hugolfing steuere ich die Raptor Special Edition über die Landstraßen um den Tegernsee. 10,5 Sekunden braucht der Raptor für das Erreichen von Landstraßentempo. Ein Performance-Gerät ist er also mit der Motorisierung für den deutschen Markt nicht. Jedenfalls nicht, was Leistungen auf der Straße angeht. Darüber kann auch der schöne „Ford Performance“-Schriftzug auf der Einstiegsleiste nicht hinwegtäuschen. Die mit offroadfreundlichen 2,6 Bar befüllten 285er General Grabber AT3-All-Terrain-Reifen zollen auf der Überlandfahrt ebenfalls ihren Tribut. Landstraße geht auf anderen Reifen besser. In ihrem Element sind die Reifen dann natürlich, als ich am Offroad-Gelände in einem Kieswerk ankomme. Hier ist der Raptor dann direkt Chef im Ring.


Eindrucksvolle Erscheinung: Der Ranger Raptor als Special Edition. (Foto: YesAuto)


Bevor es losgehen kann mit der Offroad-Fahrt, heißt es: Allradantrieb an, Untersetzung einschalten, Hinterachssperre rein. Dann dürfen wir, angeleitet von Armin Schwarz, dem Rallye-Europameister 1996, die Offroad-Fähigkeiten der drei Ranger-Sondereditionen testen: Verschränkung, Schräglage, Bergabfahrt (38 Grad Steigung!) und Mischuntergrund, der sich nur mit gesperrter Hinterachse absolvieren lässt.


Ein Ranger Wolftrak an der rund 38 Grad steilen Abfahrt. Links gehts ganz tief runter! (Foto: Ford)


In der Steigung gilt es, der Bergabfahrhilfe zu vertrauen und den Fuß von der Bremse zu nehmen. Dann hält das System automatisch die Geschwindigkeit, mit der ich die Abfahrt in Angriff genommen habe. Und bringt mich sicher nach unten.


Der Offroad-Parkours: Unter der Anleitung von Armin Schwarz und mit den Fähigkeiten des Ranger eine Kleinigkeit. (Foto: Ford)


Die Raptor Special Edition kommt im Offroad-Parkour noch nicht an ihre Grenzen und auch die anderen Modelle, Stormtrak und Wolftrak meistern die Challenges mit Bravour. Kommen wir damit zu Nummer zwei im Trio, dem schicken Stormtrak.


Ford Ranger Stormtrak: Alltags-Lifestyler mit Offroad-Kompetenz


Diese Variante basiert auf der bereits bekannten Wildtrak-Version und schlägt mit seinen Features in die Kerbe “Lifestyle“. Ob Extremsportler oder Outdoor-Liebhaber, hier findet die geneigte Kundschaft den richtigen Offroader, der auch optisch was hermacht. Exklusiv für dieses Modell bietet Ford die Außenlackierung im kräftigen "Lucid Rot". Angefangen beim roten-Kühlergrill-Einsatz über den sichtbaren Motorschutz bis über die schwarzen Stoßfänger und die breiten Laderaum-Bügel ist auch der Ranger Stormtrak eine massiger und auffälliger Pick-up.


Der Stormtrak ist der schicke Premium-Pick-up unter den Rangern.


Im Innenraum kommen stets Teilleder-Sitze mit eingesticktem „Stormtrak“-Logo zum Einsatz. Dieser Ranger richtet sich an die Sportler uns Ausflügler, die nach einem alltagstauglichen Fahrzeug suchen, das aber auch abseits der Straße keine Abstriche macht. Unter der Haube arbeitet hier derselbe Diesel wie im Raptor, der stärkere unter den Dieselvarianten für den Ranger.


Ford Ranger Wolftrak: Der Bodenständige


Der Wolftrak ist das robuste Arbeitstier unter den neuen Varianten und mein persönlicher Favorit. Ein Arbeiter ohne viel „Posh“, obwohl auch hier die Kommunikationsfarbe „Mystic Grau“ positiv auffällt und den Malocher gekonnt in Szene setzt. Dazu der schwarze Grill und die großen Haken zur Ladungssicherung an der Seitenwand. Auch dieser Pick-up sieht gut aus.


Alles andere als langweilig: “Mystic Grau” nennt sich diese Farbe am Wolftrak. (Foto: Ford)


Im Innenraum gehören eine mattschwarze Instrumententafel, der Wolftrak-Schriftzug auf dem Dashboard sowie strapazierfähige Allwetter-Fußmatten zu den Details. Das Navigationssystem Ford SYNC 3 mit 8-Zoll-Touchscreen ist Serie.


Der Wolftrak ikst als einziger der drei Neuen auch mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe verfügbar. (Foto: Ford)


Angetan hat es mir besonders die Kombination aus dem 6-Gang-Schaltgetriebe und dem 170 PS-Diesel. Klar, einem Pick-up merkt man seine Robustheit immer an, aber hier lässt es sich nicht nur schön schalten, auch stelle ich kein Poltern von der hinteren Starrachse fest. Das Getriebe kommt zudem gänzlich ohne Vibrationen aus. Das habe ich im Segment auch schon anders erlebt.

Nicht nur auf der Landstraße kommt dem Wolftrak das bereits ab 1.750 Umdrehungen anliegende, maximale Drehmoment von 420 Newtonmetern zugute. Mit solcher Dieselpower kann ich spritsparend im sechsten Gang über hügelige Landstraßen gleiten, ohne dass ich bei jedem Anstieg zurückschalten muss.


Auch bei 1,86 Metern Körpergröße könnte ich im Anderthalbkabiner noch hinter mir selbst Platz nehmen. (Foto: Ford)


Im Gegensatz zum Raptor (2,5 Tonnen) können die Versionen Storm- und Wolftrak ungebremst bis zu 3,5 Tonnen Last anhängen. Ales besonderes Extra hat der Woftrak zudem eine besonders robuste, beschichtete Ladefläche und kommt ab Werk auf All-Terrain-Reifen im Format 265/65 R 17.


Hat er seinen Kollegen voraus: Beim Wolftrak ist die gesamte Ladefläche mit einer Schutzschicht versiegelt. (Foto: Ford)



Ford Ranger-Sondermodelle: Limitierung & Preise


1.000-1.200 Raptor Special Editions, 6.000 Stormtrak und 4.000 Wolftrak sind für den europäischen Markt reserviert. Der Preis für die Special Edition, die immer als Doppelkabine mit dem stärkeren Motor und der Automatik kommt, liegt bei 70.014 Euro brutto.


YesAuto-Redakteur Arne Roller mit den drei Rangern und seinem Favoriten, dem Wolftrak. (Foto: YesAuto)


Der Stormtrak ist mit beiden Kabinenvarianten erhältlich, verfügt aber wie der Raptor stets über die Kombination aus dem 10-Gang-Getriebe und dem 213 PS starken Diesel. Die Variante mit Extrakabine startet bei 55.793 Euro.

Besonders variabel ist der Wolftrak: Bei den Kabinen und den Getriebevarianten hat man hier die Wahl. Der Motor allerdings bleibt immer die Version mit 170 PS. Zu haben ist der Anderthalbkabiner mit Schaltgetriebe ab 42.114 Euro.


Ford Ranger-Sondermodelle: Fazit


Während Mid-Size-Pick-up wie der Ranger auf anderen Kontinenten das Straßenbild mitprägen, ist ihre Anzahl in Deutschland doch sehr überschaubar. Lediglich 25.000 Fahrzeuge werden im Segment jährlich zugelassen. Ford will, dass der Ranger diese Statistik auch in seinem letzten Jahr am Markt anführt. Da macht es Sinn, das sich im Zielsprint befindende Modell mit den neuen Varianten aufzufrischen. Vor allem die auf ihren Einsatzzweck zugeschnittenen Modelle Storm- und Wolftrak könnten hier den Geschmack der in Deutschland überschaubaren Gruppe der Pick-up-Fans treffen. Die einen verfolgen den Outdoor- und Lifestyle-Anspruch, die anderen kaufen den Ranger als Arbeitsgerät.



Technische Daten: Ford Ranger Stormtrak (Doppelkabine)


Viertürer, fünfsitziger Geländewagen/Pick-up

Länge/Breite/Höhe: 5.282 mm/1.876 mm/1.848 mm

Radstand: 3.220 mm  

Motor: 2,0-Liter-Reihenvierzylinder-Turbodiesel, 157 kW/213 PS bei 3.750 U/min, maximales Drehmoment: 500 Newtonmeter bei 1.750 – 2.000 U/min

Motorposition: Frontmotor, längs verbaut

Antrieb: Hinterradantrieb (Allradantrieb + Untersetzung zuschaltbar)

Getriebe: 10-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht: 2.246 Kilogramm

0-100 km/h: 9,0 s

Vmax: 180 km/h

Durchschnittsverbrauch (NEFZ): 9,2 l/100 km

CO2-Ausstoß (WLTP): 241 g/km

Abgasnorm: Euro 6d

Preis: ab 55.972 Euro (Extrakabine ab 55.793 Euro)


 

 

Technische Daten: Ford Ranger Wolftrak ( Schaltgetriebe + Extrakabine)


Viertürer, fünfsitziger Geländewagen/Pick-up

Länge/Breite/Höhe: 3.890 mm/1.735 mm/1.480 mm

Radstand: 2.450 mm  

Motor: 2,0-Liter-Reihenvierzylinder-Turbodiesel, 95 kW/129 PS bei 5.500 U/min, maximales Drehmoment: 235 Newtonmeter bei 2.000 – 3.000 U/min,

Motorposition: Frontmotor, längs verbaut

Antrieb: Hinterradantrieb (Allradantrieb + Untersetzung zuschaltbar)

Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

Leergewicht: 2.510 Kilogramm

0-100 km/h: 11,3 s

Vmax: 180 km/h

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,2 l/100 km

CO2-Ausstoß (WLTP): 214 g/km

Abgasnorm: Euro 6d

Preis: ab 42.114 Euro

 


Technische Daten: Ford Ranger Wolftrak ( Automatik + Doppelkabine)


Viertürer, fünfsitziger Geländewagen/Pick-up

Länge/Breite/Höhe: 3.890 mm/1.735 mm/1.480 mm

Radstand: 2.450 mm  

Motor: 2,0-Liter-Reihenvierzylinder-Turbodiesel, 95 kW/129 PS bei 5.500 U/min, maximales Drehmoment: 235 Newtonmeter bei 2.000 – 3.000 U/min,

Motorposition: Frontmotor, längs verbaut

Antrieb: Hinterradantrieb (Allradantrieb + Untersetzung zuschaltbar)

Getriebe: 10-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht: 2.510 Kilogramm

0-100 km/h: 11,4 s

Vmax: 180 km/h

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,9 l/100 km

CO2-Ausstoß (WLTP): 233 g/km

Abgasnorm: Euro 6d

Preis: ab 45.934 Euro



Technische Daten: Ford Ranger Raptor Special Edition


Viertürer, fünfsitziger Geländewagen/Pick-up

Länge/Breite/Höhe: 5.363 mm/2.028 mm/1.873 mm

Radstand: 3.220 mm  

Motor: 2,0-Liter-Reihenvierzylinder-Turbodiesel, 157 kW/213 PS bei 3.750 U/min, maximales Drehmoment: 500 Newtonmeter bei 1.750 – 2.000 U/min

Motorposition: Frontmotor, längs verbaut

Antrieb: Hinterradantrieb (Allradantrieb + Untersetzung zuschaltbar)

Getriebe: 10-Gang-Automatikgetriebe 

Leergewicht: 2.510 Kilogramm

0-100 km/h: 10,5 s

Vmax: 170 km/h

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 10,6 l/100 km

CO2-Ausstoß (WLTP): 278 g/km

Abgasnorm: Euro 6d

Tankinhalt: 80 Liter

Preis: 70.014 Euro

Arne Roller

28 Okt. 2021