Formel 1: Albon zerstört Red Bull und seine Karriere

Frederik Hackbarth

27 Nov. 2020

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Die WM-Entscheidung zugunsten von Lewis Hamilton ist vor dem Großen Preis von Bahrain bereits gefallen, auch die meisten Plätze in der nächstjährigen Startaufstellung sind längst vergeben. Die wohl spannendste Frage für die letzten drei Läufe der Formel-1-Saison lautet daher: wer setzt sich im Kampf um den begehrten zweiten Red-Bull-Sitz für 2021 durch?

(Fotos: Red Bull / Piquet Instagram)


Die WM-Entscheidung zugunsten von Lewis Hamilton ist vor dem Großen Preis von Bahrain (Sonntag, 15.10 Uhr deutscher Zeit) bereits gefallen, auch die meisten Plätze in der nächstjährigen Startaufstellung sind längst vergeben. Die wohl spannendste Frage für die letzten drei Läufe der Formel-1-Saison lautet daher: wer setzt sich im Kampf um den begehrten zweiten Red-Bull-Sitz für 2021 durch?

Das Top-Cockpit an der Seite von Max Verstappen ist weiter vakant. Auch, weil dessen aktueller Inhaber Alex Albon am Freitag im Bahrain-Training einmal mehr unter Beweis stellt, warum sein Weg bei Red Bull enden wird. In der Zielkurve kommt Albon zu weit von der Piste, bleibt trotzdem auf dem Gas und setzt sein Auto mit einem großen Knall in die Wand. Den Mechanikern steht eine Nachtschicht ins Haus, der Schaden ist enorm – und doch klein im Vergleich zu dem, den Albons Karriere nehmen wird.


Der erst 24-jährige Brite, der unter thailändischer Flagge antritt, steht vor dem Scherbenhaufen seiner noch jungen F1-Laufbahn. Die finalen drei Rennen hat er noch Zeit, seine Haut zu retten: Fehler, wie der am Freitag, zeigen: es wird ein Ding der Unmöglichkeit. Die Aufgabe, auf der Strecke gegen Wunderknabe Max Verstappen zu bestehen, ist eine Nummer zu groß – der mediale Druck daneben sowieso. Überflieger Verstappen verschleißt seine Teamkollegen mittlerweile wie einst PS-Lümmel James Hunt die Frauen im Fahrerlager der 70-er Jahre.

Passend dazu: diese Woche tauchte in den holländischen Medien auch noch das Gerücht auf, Verstappen habe eine neue Freundin: Kelly Piquet, die Tochter von Ex-Weltmeister Nelson Piquet – ihres Zeichens Exfreundin und Mutter des Kindes von Daniil Kvyat. Der Russe wurde 2016 bei Red Bull durch Verstappen ersetzt und zu Toro Rosso (heute AlphaTauri; d. Red.) degradiert. Auf die fahrerische Demütigung damals, folgt dem Vernehmen nach nun also auch noch die psychische. 'Mad Max', so Verstappens Spitzname, zermürbt seine Gegner mental.

Auch Albon-Vorgänger Pierre Gasly kann davon ein Lied singen. Obwohl der Franzose mit seinem Sensations-Sieg in Monza diese Saison eindrucksvoll sein Talent zeigte, bleibt ihm die Tür für eine Rückkehr zu Red Bull verschlossen. Zu klar war die Abreibung bei seinem ersten Duell mit Verstappen. "Max erinnert mich stark an Ayrton Senna und Michael Schumacher. Er zerstört seine Stallgefährten förmlich", erklärte zuletzt Ex-Champion Jenson Button.


Stellt sich die Frage: wer tut sich Verstappen als Nächstes an? Im Fahrerlager pfeifen die Spatzen schon lange von den Dächern, dass dafür nur zwei Routiniers in Frage kommen: Sergio Perez und Nico Hülkenberg gelten als aussichtsreichste Kandidaten, haben beide doch zumindest genügend Qualität und vor allem Erfahrung, um gegen Verstappen nicht vollends unter die Räder zu geraten.

Dabei hat Perez derzeit leichte Vorteile: in der Türkei zeigte er gerade mit Platz zwei auf, zudem bringt er mexikanische Sponsormillionen mit. Hülkenberg, der 2020 größtenteils auf der Couch mitverfolgte, musste indes eingestehen, dass es um seinen Draht zur Red-Bull-Führung zuletzt still wurde. Klar ist: sowohl Perez als auch Hülkenberg setzen alles auf diese eine Karte, spekulieren auf ihr spätes Glück im Top-Team. Die Niederrungen der Formel 1 will sich keiner von beiden mehr antun, dann schon lieber ein (weiteres) Sabbatjahr.


Auch bei Nachzüglerteam Haas gibt es zwar noch zwei freie Cockpits. Dort steht aber, neben dem finanziell schwergewichtigen Oligarchensohn Nikita Mazepin aus Russland, längst Michael Schumachers Sohn Mick in den Startlöchern. Mit der endgültigen Verkündung wollen die Offiziellen noch warten, bis Schumacher den Titel in der Formel 2 klargemacht hat. Die Chancen, dass dieses Kunststück noch am Wochenende in Bahrain gelingt, sind am Freitag gesunken: Tabellenführer Schumacher startet nur als Zehnter ins Hauptrennen, Titelrivale Calum Ilott steht auf der Pole.

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Frederik Hackbarth

27 Nov. 2020