Formel 1: Mexican Standoff zwischen Verstappen und Hamilton

Frederik Hackbarth

05 Nov. 2021

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Im knallharten WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen erwarten nicht wenige Experten den nächsten Knall – kommt es schon in Mexiko zur erneuten Eskalation?

Die Bühne für den nächsten Gipfelsturm der beiden Formel-1-Rivalen Max Verstappen und Lewis Hamilton ist wortwörtlich angerichtet: beim Mexiko Grand Prix rast die Königsklasse auf über 2000 Höhenmetern um das 4,3 Kilometer lange Autodromo Hermanos Rodriguez.

 

Die Höhenlage der Strecke sorgt für dünne Luft, die Motoren können dadurch weniger PS abrufen und der Abtrieb der Autos sinkt. Augenscheinlich ein Vorteil für Red Bull, denn das Honda-Aggregat der Bullen verfügt über einen größeren Turbolader als die Konkurrenz von Ferrari, Renault und allen voran Mercedes. Doch der fünftletzte Lauf der spannungsgeladenen Saison 2021 wird nicht nur zur technischen Zerreißprobe, sondern für die Protagonisten vor allem zur nervlichen.

Denkbar dünn ist die Luft bei nur zwölf Punkten Abstand zwischen den WM-Kontrahenten auch in Sachen Spielraum für mögliche Fehler. Red-Bull-Berater Helmut Marko stellt bereits vorab fest: "Ein Ausfall, egal ob technischer Natur oder durch einen Unfall, kann ab jetzt die Weltmeisterschaft entscheiden."

 

Ausgerechnet Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist jedoch davon überzeugt, dass den beiden Crashs zwischen Verstappen und Hamilton (in Silverstone und Monza) bis zum Saisonfinale noch mindestens ein dritter folgen wird. Der Österreicher erwartet in den kommenden Rennen eine harte Gangart.

 

"Spätestens wenn wir zum Finale nach Abu Dhabi kommen und beide gegeneinander um den Titel fahren, wird der, der vorne liegt, mit Sicherheit etwas versuchen wie wir es in den Jahren bei Senna und Prost gesehen haben", glaubt Wolff. Die WM-Duelle zwischen dem Brasilianer und dem Franzosen Ende der Achtziger sind legendär und endeten 1989 und 1990 zweimal mit einem Crash der Titelrivalen.

Für Wolff sind die Parallelen unverkennbar: "Beide sind Gladiatoren in ihren Maschinen. Das macht den Sport so interessant. Wenn sie crashen, was werden sie sagen? Werden sie sich in die Augen schauen? Eingreifen würden wir nicht, das wird jetzt zwischen den beiden ausgetragen", gießt Wolff vor dem knappsten Showdown seit 2016 Öl ins ohnehin schon lodernde WM-Feuer.

 

Immerhin: Hamilton gibt sich etwas zurückhaltender als sein Boss. Der siebenfache Weltmeister stellt in Bezug auf Wolffs Aussagen klar: "Ich habe noch nie eine Meisterschaft auf diese Art und Weise gewonnen und das würde ich auch gar nicht wollen. Ich bin hier, um auf Grund meiner Fähigkeiten, meinem Fokus und harter Arbeit zu siegen." Zwar hätten er und Verstappen das ganze Jahr über hart gekämpft. "Aber ich will auf die richtige Art gewinnen und falls ich verliere, auch auf die richtige Art verlieren."

 

Gegner Verstappen schlägt in die gleiche Kerbe: "Ich will diesen WM-Titel unbedingt gewinnen, indem ich mehr Punkte erobere als mein Gegenüber. Dabei werde ich gegen jeden hart vorgehen, nicht nur gegen Lewis. Aber ich werde sauber fahren."

Spätestens wenn sich die Streithähne am Sonntag (Start 20.00 Uhr deutscher Zeit, live auf Sky) auf der Strecke begegnen, wird sich zeigen, ob es sich bei den warmen Worten der WM-Rivalen um mehr handelt als nur laue Lippenbekenntnisse – oder ob Anheizer Wolff mit seiner Crash-Prognose am Ende doch recht behält...


(Fotos: F1, Mercedes)

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Frederik Hackbarth

05 Nov. 2021