Formel 1 Grand Prix von Mexico 2021: Fiesta Max-icana, Red Bull im Jubelrausch

Frederik Hackbarth

09 Nov. 2021

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Max Verstappen gewinnt in Mexiko und kommt dem WM-Titel ein Stück näher. Das Publikum feiert aber vor allem Teamkollege Sergio Perez für sein Podium

Red Bull in Feierlaune beim Mexiko Grand Prix: Das liegt vor allem an Lokalmatador Sergio Perez, der vom enthusiastischen Publikum 71 Runden lang nach vorne gebrüllt wird und als Drittplatzierter schließlich als erster Mexikaner bei seinem Heimrennen aufs Podium darf: "Ein unglaublicher Tag", jubelt Perez, dessen Vater den tausenden Fans vor Ort als überschwänglicher Stimmungsmacher mit der mexikanischen Flagge ordentlich einheizt.

Gefeiert wird aber auch Perez' Teamkollege Max Verstappen, der das Rennen am Sonntag gewinnt: Der WM-Spitzenreiter zischt mit einem Raketenstart schon auf den ersten Metern an die Spitze und ist für die Konkurrenz anschließend außer Reichweite. "Es ging darum, so spät wie möglich zu bremsen. Dadurch bin ich von Platz drei auf eins vor, das hat für mich das Rennen gemacht", sagt Verstappen. "Danach konnte ich mich auf mich fokussieren, die Pace im Auto war fantastisch."

Red-Bull-Teamchef Christian Horner muss schmunzeln, nachdem sein Team das Qualifying am Samstag noch überraschend gegen Mercedes verlorenen hatte: "Im Nachhinein war das ein Segen. Die Ironie der Geschichte ist, dass wir sonst wohl eine lahme Ente hin zu Kurve eins gewesen wären", sagt Horner. "Aber so hatte Max Windschatten. Das hat uns natürlich geholfen, er hat das perfekt genutzt. Überrascht war ich nur, dass sie (Mercedes; d. Red.) ihm den Raum dazu gegeben haben."


Ein Umstand, der auch bei Mercedes für Ärger sorgt. "Das hätte man besser verteidigen können auf der linken Seite", kritisiert Sportchef Toto Wolff Pole-Mann Valtteri Bottas. Und auch Lewis Hamilton findet: "Valtteri hat Max offensichtlich die Tür aufgemacht." Der Finne lässt daraufhin beide WM-Anwärter in Kurve eins ziehen, ist dabei aber dermaßen früh und vorsichtig auf der Bremse, dass er von hinten ein Stupser von Daniel Ricciardo bekommt, sich dreht und ans Ende des Feldes zurückfällt.

 

Erst am Ende des Rennens hat Bottas dann nochmal einen Auftritt: Mercedes zieht dem Finnen neue Reifen auf, damit er Verstappen den Extrapunkt für die schnellste Runde abluchst. Das Unterfangen gelingt und zeigt, wie eng es im Titelkampf 2021 wirklich zugeht: In der Konstrukteurs-WM behält Mercedes durch die Aktion um einen Zähler die Oberhand gegenüber Red Bull.

In der Fahrer-WM allerdings sieht es für Verstappen vier Rennen vor Schluss zunehmend rosiger aus: 19 Punkte Polster hat der Holländer auf Hamilton. Nach seinem bereits dritten Sieg in Mexiko nach 2017 und 2018, geht es nun nach Brasilien – auch dort konnte Verstappen beim letzten Auftritt der Königsklasse vor der Pandemie 2019 schon gewinnen. "Ich freue mich jetzt auf Brasilien. Da habe ich auch gute Erinnerungen dran", gibt sich der 24-Jährige selbstbewusst.

 

Wo Mercedes innerhalb nur einer Woche hingegen die Pace für einen Konter hernehmen soll, wissen im Moment die Wenigsten im Fahrerlager. "Lewis hat sein Team hier mehrfach gefragt, wo der Red Bull schneller ist. Aber die Antwort darauf wäre: Mexiko", spottet beispielsweise Ex-F1-Pilot und TV-Experte Martin Brundle: "Das hier war einfach ein total dominanter Sieg von Max Verstappen."

 

Auch Hamilton macht sich nichts vor: "Sie sind eine halbe Sekunde schneller als wir. Allein die Tatsache, dass mir Checo (Perez; d. Red.) am Ende im Nacken hing, zeigt wie viel Pace sie haben. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich den zweiten Platz heute halten konnte", räumt der Brite ein. Toto Wolff erklärt nach der deutlichen Niederlage in Mexiko: "Natürlich ist die Stimmung heute punktuell nicht großartig. Wir müssen das Wochenende jetzt abhaken und nach Brasilien schauen."

 

"Diese Mannschaft ist topmotiviert, wir haben sieben Titel gewonnen. Dieses Jahr ist zäh und mühsam zu uns, aber es gibt sicher einen Plan, warum das so ist", glaubt der Wiener. Auch Ex-Weltmeister Jenson Button schreibt Mercedes noch nicht ab, wenngleich er von Red Bulls aktueller Form beeindruckt ist: "Das war das erste Mal seit vielen Rennen, dass ein Auto dem Rest mal wieder so richtig davongefahren ist. Es kann sich aber schnell drehen, das haben wir von Samstag auf Sonntag gesehen. Mercedes kommt sicher stark zurück."

 

(Fotos: F1, Mercedes, Red Bull)

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Frederik Hackbarth

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