Formel 1: Grosjean entkommt Flammeninferno nach Mega-Crash

Frederik Hackbarth

02 Dez. 2020

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Haarscharf an der Katastrophe vorbei: die Formel 1 steht nach dem Großen Preis von Bahrain unter Schock und dankt den vielen Schutzengeln, die Romain Grosjean am Sonntag vor dem Schlimmsten bewahren.

(Fotos: Haas / F1 Twitter)


Haarscharf an der Katastrophe vorbei: die Formel 1 steht nach dem Großen Preis von Bahrain unter Schock und dankt den vielen Schutzengeln, die Romain Grosjean am Sonntag vor dem Schlimmsten bewahren.

Der Grand Prix in der Wüste ist erst wenige Sekunden alt, da kommt Grosjean nach einer Berührung mit Daniil Kvyat von der Strecke ab und rast mit über 220 km/h in die Leitplanken. Es folgt ein gigantischer Feuerball und anschließend bange Minuten für alle an der Box und vor den TV-Geräten.

Dann endlich erste Entwarnung: die Kameras fangen einen kreidebleichen aber weitestgehend unversehrten Grosjean im Medical Car vor der immer noch brennenden Unfallstelle ein. Während die Löscharbeiten vorangehen, zeigen die Zeitlupenbilder das ganze Ausmaß des Horror-Unfalls. Grosjeans Haas-Bolide wird beim Aufprall in zwei Teile gerissen. Die Überlebenszelle, besser bekannt als Monocoque, bohrt sich durch die Leitschiene und bleibt in dieser stecken.

Dass Grosjean mit dem Leben davon kommt, hat er eine Menge Glück zu verdanken und der Tatsache, dass alle Sicherheitssysteme greifen. Vor allem der erst vor wenigen Jahren in der Formel 1 eingeführte Cockpitbügel Halo, sorgt für das kleine Wunder bei einem der schlimmsten Formel-1-Unfälle der letzten Jahrzehnte.


32 Sekunden dauert es, bis sich Grosjean aus dem Flammeninferno befreien kann und ins Freie springt, wo ihn die Retter empfangen. "Es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit", sagt Medical-Car-Fahrer Alan van der Merwe, der gemeinsam mit FIA-Arzt Ian Roberts zu den Ersten an der Unfallstelle gehört.

Der Franzose wird anschließend mit dem Hubschrauber für weitere Checks in ein nahegelegenes Militärkrankenhaus gebracht. Außer Verbrennungen an Händen und Füßen, ergeben die Untersuchungen und Röntgenbilder aber keine weiteren Verletzungen. "Vor ein paar Jahren war ich auch gegen das Halo, aber es ist das Beste, was jemals eingeführt wurde", sagt Grosjean, der sich später mit einer Videobotschaft und dick verbundenen Händen vom Krankenbett aus bei den Fans meldet.

Den Fahrerkollegen läuft es beim Schicksal ihres Mitstreiters eiskalt den Rücken runter. "Ich bin einfach froh zu sehen, dass Romain aus diesem Unfall heil herausgekommen ist. Es ist unglaublich, dass er überlebt hat, wirklich ein Wunder", sagt Stallgefährte Kevin Magnussen. Weltmeister Lewis Hamilton erklärt: "Es war schrecklich, so einen Crash zu sehen und geht uns Fahrern sehr zu Herzen. Es zeigt auch, wie gefährlich unser Sport bei diesen Geschwindigkeiten ist."


Beeindrucken lässt sich Hamilton vom Schock aber nicht und gewinnt am Sonntag das Rennen, das nach eineinhalb Stunden Unterbrechung im Anschluss an den Unfall wieder aufgenommen wird - und angesichts der unglaublichen Bilder natürlich zur Nebensache gerät. Red-Bull-Pilot Max Verstappen wird Zweiter vor Teamkollege Alex Albon, Sergio Perez hingegen verliert nach Motorschaden seinen Podestplatz noch in der Schlussphase. Für einen weiteren Schreckmoment sorgt Racing-Point Stallgefährte Lance Stroll mit einem Überschlag nach Kollision. Auch dabei geht aber alles glimpflich aus.

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Frederik Hackbarth

02 Dez. 2020