Formel 1: Hamilton gewinnt Mega-Auftakt

Frederik Hackbarth

29 März. 2021

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Die Formel-1-Saison 2021 startet verheißungsvoll: Lewis Hamilton und Max Verstappen liefern sich in Bahrain ein tolles Duell – und nun auch einen engen Titelkampf?

(Fotos: Aston Martin, F1, Haas, Mercedes, Red Bull)


Es war der Saisonstart auf den die Fans gehofft hatten: zwar hieß der Sieger am Ende einmal mehr Lewis Hamilton, die Dominanz vergangener Jahre scheint 2021 aber gebrochen. Nur hauchdünn schlägt der Brite am Ende Herausforderer Max Verstappen, der das ganze Wochenende über in der Wüste dominiert hatte: Bestzeit in allen drei Trainings, überlegene Pole-Position, nur im Rennen muss sich der Holländer denkbar knapp geschlagen geben.

Dabei sieht es zu Rennbeginn noch gut aus: Verstappen kann seine Führung am Start verteidigen. Dann aber spielt Mercedes den Taktik-Trumpf aus: mit frühen Reifenwechseln setzen sie den Führenden unter Druck. Vier Runden früher als sein Widersacher stoppt Hamilton und schnappt sich mit der auf frischen Reifen gewonnenen Zeit die Spitze. Auch beim zweiten Reifenwechsel legt der Brite vor. 16 Umläufe vor Schluss holt sich schließlich auch Verstappen neue Gummis und gibt dann mächtig Gas.


Vier Runden vor dem Ende ist der Red-Bull-Pilot dran am Mercedes und es kommt zum Showdown: zwar überholt Verstappen Hamilton, gerät dabei jedoch so weit neben die Strecke, dass er den Briten anschließend auf Anweisung der Rennleitung wieder vorbei lassen muss. Eine zweite Attacke kann Verstappen danach nicht mehr starten, überquert nur 0,745 Sekunden hinter Hamilton als Zweiter die Ziellinie. "Am Ende saß Max mir ganz schön im Nacken. Es war eines der härtesten Rennen, das ich seit einer ganzen Weile hatte. Wirklich ein toller Kampf", freut sich Sieger Hamilton.

Der siebenfache Weltmeister ist seit Sonntag nun auch der Fahrer mit den meisten Führungsrunden in der Geschichte der Königsklasse. Gemischt fallen hingegen die Gefühle beim Zweitplatzierten aus: "Es ist enttäuschend nicht zu gewinnen, aber immerhin haben wir mit Mercedes kämpfen können, also müssen wir insgesamt happy sein", sagt Verstappen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner pflichtet bei: "Das ist nur das erste von 23 Rennen. Wir kriegen noch die Chance zurückzuschlagen. Die wahren Gewinner sind heute aber die Fans."

Mercedes-Sportchef Toto Wolff jubelt beim Fallen der Zielflagge ausgelassen am Kommandostand: "Es war eine großartige Strategie-Schlacht. Mit dem frühen Stopp haben wir einen starken Move gemacht und danach gleich nochmal, um uns unsererseits gegen einen Undercut abzusichern. Am Ende sind uns etwas die Reifen ausgegangen, aber es hat knapp gereicht." Das starke Mercedes-Ergebnis, trotz der schwachen Eindrücke bei den Testfahrten, rundet Valtteri Bottas als Dritter ab - dem Finnen fehlen allerdings satte 37 Sekunden auf das Spitzen-Duo.


Freude gibt es auch bei McLaren: Lando Norris wird starker Vierter, Neuverpflichtung Daniel Ricciardo beendet seinen ersten Auftritt für den Traditionsrennstall aus Woking als Siebter. Sergio Perez belegt bei seiner Red-Bull-Premiere immerhin Rang fünf. Und auch bei Ferrari stehen die Zeichen auf Verbesserung: Charles Leclerc wird Sechster, Carlos Sainz Achter. Als bester der drei Rookies im Feld holt Yuki Tsunoda im AlphaTauri auf Platz neun sogar zwei WM-Punkte. Im Pech ist hingegen Altmeister Fernando Alonso. Der Spanier zeigt im Alpine ein starkes Qualifying und Rennen, wird dann aber von einem Bremsdefekt zur Aufgabe gezwungen.


Desaströs verläuft auch Sebastian Vettels Einstand bei Aston Martin: nur Platz 18 im Qualifying, schließlich wird Vettel sogar ganz ans Ende der Startaufstellung versetzt als Strafe für das Missachten gelber Flagge. Im Rennen arbeitet sich der Heppenheimer zwar etwas nach vorne, kachelt dann aber Alpine-Pilot Esteban Ocon ins Heck. Dafür kassiert Vettel eine Zehn-Sekunden-Strafe, wird am Ende nur als 15. abgewunken. Nach dem ersten Rennwochenende hat er nun schon fünf Strafpunkte auf dem Konto - bei zwölf gibt es eine Rennsperre. Einziger Lichtblick: Teamkollege Lance Stroll fährt mit dem Aston Martin als Zehnter immerhin in die Punkteränge.

Mick Schumachers Formel-1-Debüt im unterlegenen Haas endet direkt hinter Vettel auf Platz 16. Der Deutsche macht seine Sache, mit Ausnahme eines Drehers auf kalten Reifen beim Re-Start, ganz ordentlich - und deutlich besser als Teamkollege Nikita Mazepin, der sein Auto am Start schon nach zwei Kurven ohne Feindkontakt verliert und in den Reifenstapeln versenkt, sodass das Safety-Car ausrücken muss. Mit insgesamt fünf Drehern am Bahrain-Wochenende wirkt der Schumacher-Stallgefährte noch reichlich überfordert. Für Verbesserungen haben die Fahrer und Teams nun drei Wochen Zeit: dann steigt im italienischen Imola der zweite Saisonlauf.

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Frederik Hackbarth

29 März. 2021