Formel 1: King Lewis bei Istanbul-Comeback vor Krönung

Frederik Hackbarth

13 Nov. 2020

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Er regiert die Formel 1: fünf der letzten sechs Weltmeistertitel hat Lewis Hamilton gewonnen. Am Sonntag wird sich der Dominator der vergangenen Jahre wohl endgültig zum König der Königsklasse krönen. Beim Großen Preis der Türkei (Start 11.10 Uhr deutscher Zeit) kann der Mercedes-Pilot seinen insgesamt siebten WM-Titel einfahren.

(Fotos: Mercedes / Red Bull)


Er regiert die Formel 1: fünf der letzten sechs Weltmeistertitel hat Lewis Hamilton gewonnen. Am Sonntag wird sich der Dominator der vergangenen Jahre wohl endgültig zum König der Königsklasse krönen. Beim Großen Preis der Türkei (Start 11.10 Uhr deutscher Zeit) kann der Mercedes-Pilot seinen insgesamt siebten WM-Titel einfahren.

"Ich wäre unglaublich stolz, mit einer Ikone wie Michael Schumacher gleichzuziehen", sagt Hamilton mit Blick auf seinen Vorgänger bei den Silberpfeilen, den bisherigen Rekordchampion aus Deutschland. Bei Pole-Positions (97) und Siegen (93) hat Hamilton Schumacher unlängst schon überholt. Kommt er am Sonntag in Istanbul vor seinem Teamkollegen und einzig verbliebenen WM-Rivalen Valtteri Bottas ins Ziel, ist Hamilton der siebte Triumph nicht mehr zu nehmen. Der Finne muss seinerseits mindestens neun Punkte auf Hamilton aufholen, um die WM-Entscheidung bei dann noch drei ausstehenden Rennen zu vertagen.


Wirklich glauben mag daran im Corona-bedingt aktuell recht leeren Fahrerlager niemand mehr. Zu dominant war Hamilton das ganze Jahr über, zu allmächtig scheint seine Mercedes-Wunderwaffe. 2010 konnte der Brite schon einmal in Istanbul gewinnen, zudem ist er einer von nur vier Fahrern im Feld, die auf dem Kurs bereits ein F1-Rennen bestritten haben.


In den beiden Trainings am Freitag hat zwar Red-Bull-Ass Max Verstappen die Nase vorne. Mercedes lässt es auf der neu asphaltierten und noch sehr rutschigen Strecke aber erst mal ruhig angehen. Nach einem wenig aussagekräftigen Einfahren am Vormittag, steigert sich Hamilton in der zweiten Session auf Platz vier, hinter Teamkollege Bottas, Charles Leclerc im Ferrari und Spitzenreiter Verstappen. Zwar bereiten neben dem glatten Untergrund auch die harten Pirelli-Reifen und die kühle Jahreszeit den Fahrern Probleme, wenn es im Qualifying am Samstag aber darauf ankommt, dürfte die alte Hackordnung wieder hergestellt sein.


Mercedes realistisch den Sieg streitig machen, das kann im F1-Imperium anno 2020 sowieso nur Max Verstappen. Weil Teamkollege Alex Albon leistungsmäßig viel zu oft ein Totalausfall ist, agiert der Holländer bei Red Bull als One-Man-Show. Die Konkurrenz kann er so nur schwer unter Druck setzen. "Natürlich ist es schön, auf dem Podium zu stehen", sagt Verstappen, der diese Saison bei Zielankunft stets unter den Top-3 landete. "Aber immer mit den beiden (Mercedes; d. Red.), fühlt es sich ein bisschen an wie das dritte Rad am Wagen beim Dinner eines Liebespaares."

Mit der Tristesse erloschener Liebe muss sich indes der zweiterfolgreichste Fahrer im Feld herumschlagen. Sebastian Vettel war 2011 noch der letzte Sieger im Istanbul-Park, ehe die Strecke, die im Corona-Notfallkalender der F1 nun zum Comeback kommt, in der Versenkung verschwand. In der Versenkung des Mittelfelds ist momentan auch Vettel verschwunden, dass er bei der Rückkehr nach neun Jahren noch einmal in den vorderen Regionen des Klassements auftaucht, eher unwahrscheinlich. Der Blick aufs Formbarometer des vierfachen Weltmeisters offenbart die desaströse Bilanz von 1:40 Punkten in den letzten fünf Rennen gegen Teamkollege Leclerc.


Die Luft in seiner Abschiedssaison mit Ferrari ist längst raus bei Vettel, die Stimmung mit der Scuderia vergiftet. Brav sitzt der Deutsche seine letzten Rennen vor dem Wechsel zu Aston Martin ab, wie ein Schulkind die letzten Tage vor den Sommerferien. Es sind die letzten Zuckungen des zerplatzten Traums, bei Ferrari seinem Kindheitsidol Michael Schumacher nachzueifern. Dessen Rekorde hat sich längst ein anderer gekrallt: König Lewis Hamilton.

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Frederik Hackbarth

13 Nov. 2020