Formel 1: Rekordchamp Hamilton zieht mit Schumacher gleich

Frederik Hackbarth

16 Nov. 2020

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Mit einer Gala-Vorstellung zum Rekordtriumph: die Formel 1 bietet in Istanbul dank rutschigem Asphalt und Wetterkapriolen an beiden Tagen ein Spektakel. Am Ende gewinnt aber wie immer Lewis Hamilton und feiert seinen bisher größten Erfolg.

(Fotos: Mercedes)


Mit einer Gala-Vorstellung zum Rekordtriumph: die Formel 1 bietet in Istanbul dank rutschigem Asphalt und Wetterkapriolen an beiden Tagen ein Spektakel. Am Ende gewinnt aber wie immer Lewis Hamilton und feiert seinen bisher größten Erfolg.

Der Mercedes-Star holt am Sonntag seinen siebten WM-Titel und kürt sich zum zweiten Rekordweltmeister neben F1-Legende Michael Schumacher: "Das war als Kind der unmögliche Traum! Die letzten Runden waren sehr emotional. Ich habe gefühlt, wie es näher kommt und an meine ganze Karriere gedacht, an meine Familie und alle, die mir geholfen und an mich geglaubt haben. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, hat es mich umgehauen", sagt Hamilton, der sich auf der Auslaufrunde und am Podium immer wieder Tränen aus dem Gesicht wischt.


Das chaotische Rennen unter schwierigsten Bedingungen nutzt Hamilton noch einmal zur Machtdemonstration. Im Stile eines Champions macht er den Titel mit einem Sieg klar.

Dabei steht am Sonntag bereits nach wenigen Metern praktisch fest, dass die Krönung schon beim Türkei-GP steigt: Hamiltons letzter WM-Rivale, Teamkollege Valtteri Bottas, dreht sich am Start in Kurve eins. Im weiteren Rennverlauf folgen eine Kollision und noch vier weitere Dreher des Finnen mit seinem angeschlagenen Auto. Am Ende kommt Bottas außerhalb der Punkteränge ins Ziel und wird von Hamilton zur Höchststrafe sogar noch überrundet!


Der Sieger fährt indes ein taktisch kluges und nahezu fehlerfreies Rennen, spielt dabei seine ganze Erfahrung aus. Obwohl zunächst zurückgefallen, kann Hamilton die Überraschungs-Führenden vom Team Racing Point im letzten Renndrittel noch abfangen. Er spart sich einen zweiten Reifenwechsel und überholt im Kampf um die Spitze Sergio Perez – dank besserer Pace auf abtrocknender Strecke. Hamilton verlässt sich dabei auf seinen Instinkt: "Je älter ich werde, desto besser wird auch mein Bauchgefühl. Und mein erstes Gefühl ist meistens richtig."


Wie wichtig bei den herausfordernden Verhältnissen der Faktor Erfahrung ist, zeigt nicht nur das Beispiel Hamilton: mit Perez und dem drittplatzierten Sebastian Vettel schaffen es zwei weitere alte Hasen aufs Podest - weil sich ihre jungen Teamkollegen auf nasser Fahrbahn Fehler erlauben. Pole-Mann Lance Stroll geht zwar zunächst in Führung und zeigt eine starke erste Rennhälfte, teilt sich aber die Reifen nicht richtig ein. Vettel-Stallgefährte Leclerc patzt hingegen auf den letzten Metern und wirft beim Angriff auf Platz zwei das Podium weg. Der Deutsche bedankt sich und feiert sein erstes Top-3-Ergebnis der Saison.

Nach Rennende steht aber auch für Vettel nur Rekordmann Hamilton im Fokus. "Lewis ist der beste Fahrer unserer Generation. Es ist auch speziell für uns andere Piloten, weil gerade Geschichte geschrieben wird", so Vettel, der im Parc fermé einer der ersten Gratulanten ist und den Briten anschließend würdigt: "Natürlich hat jede Ära ihre Helden und für mich wird aus emotionaler Sicht immer Michael (Schumacher; d. Red.) der Größte sein. Aber Lewis ist jetzt der Erfolgreichste. Er hat mehr Siege, viel mehr Poles und damit alles getan, was man von ihm verlangen konnte."


Zuletzt heizte unter anderem Max Verstappen die Debatte an, Hamilton habe seine Rekordjagd vor allem dem dominanten Mercedes zu verdanken. Doch geht Red Bulls Wunderknabe im Regen von Istanbul baden und kann die starke Form seines Teams im Nassen nicht nutzen. Wie Teamkollege Alex Albon wirft Verstappen alle Siegchancen mit einem Dreher weg. Derweil hat Hamilton nun wohl auch den letzten Kritiker mundtot gemacht.

"Mein Dad hat mich gelehrt, lieber Ergebnisse statt Worte für mich sprechen zu lassen. Deshalb wünsche ich mir gerne mehr von diesen Wochenenden, von solch schweren Bedingungen. Denn dann kann ich noch öfter zeigen, was ich kann", sagt Hamilton, ehe er zur Siegesfeier in einer Traube von Mechanikern und Teammitgliedern abtaucht. Mercedes-Teamchef Toto Wolff adelt unterdessen seinen Rekordchampion: "Er war heute wieder hungrig wie ein Löwe. Seine Motivation lässt einfach nicht nach."


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Frederik Hackbarth

16 Nov. 2020