Formel 1: Saisonhighlight in Monaco

Frederik Hackbarth

21 Mai. 2021

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Die Königsklasse ballert am Wochenende durch die Häuserschluchten von Monte Carlo. Mischt sich beim Klassiker neben Mercedes und Red Bull ein drittes Team in den Kampf um den Sieg ein?

(Fotos: Ferrari, Haas, McLaren, Mercedes)


Er kennt die engen Gassen wie seine Westentasche: ausgerechnet Lokalmatador Charles Leclerc fährt Bestzeit im Training zum Monaco GP, das traditionell bereits am Donnerstag abgehalten wird. Ein Ferrari auf Platz eins im Fürstentum – in den letzten Jahren ein eher ungewohntes Bild. Doch Teamkollege Carlos Sainz bestätigt die starke Form der Scuderia auf dem Stadtkurs, wird mit einem Zehntel Rückstand Zweiter. Mit der gleichen Platzierung lässt der Spanier auch schon in der ersten Session aufhorchen, Leclerc muss mit Getriebe-Problemen da noch passen.

"Es sieht definitiv so aus, als ob wir hier eine echte Gefahr wären", freut sich Sainz. Auch die Konkurrenz ist gewarnt: "Ich bin einfach überrascht, wie konkurrenzfähig Ferrari ist. Ich denke es zeigt auch, dass wir ziemlich schwach und noch deutlich zu langsam sind. Wir müssen unbedingt mehr Pace finden", sagt der WM-Zweite Max Verstappen. Zwar kann der Niederländer im ersten Training die drittbeste Zeit verbuchen, Stallgefährte Sergio Perez ist da sogar Schnellster. Am Nachmittag fehlen Verstappen als Viertem aber schon vier Zehntel auf Ferrari.


Titelkonkurrent und Weltmeister Lewis Hamilton sortiert sich direkt vor Verstappen als Dritter ein. Auch der Brite schielt auf die schnellen Ferrari: "Es ist überraschend, dass sie sich so verbessert haben. Aber aus irgendeinem Grund haben sie schon in der Vergangenheit immer schnell Temperatur in die Reifen bekommen." In Monaco ist das, mit der besonderen Beschaffenheit des Asphalts auf den ansonsten öffentlichen Straßen und der kurzen Runde von nur 3,337 Kilometern, ein Vorteil – und gleichsam die Achillesferse des Mercedes, der sich damit schwer tut.

Noch nicht wirklich rund läuft der erste Tag im Fürstentum auch für die beiden deutschen Starter im Feld. Sebastian Vettel belegt im Aston Martin zwar immerhin die Ränge acht und zehn, seinen Longrun muss der Heppenheimer aber abbrechen, weil er etwas im Auge hat. "Es fühlt sich an als würden meine Augen bluten", funkt Vettel, später gibt es Entwarnung. Mick Schumacher ist hingegen in beiden Sitzungen langsamer als Teamkollege Nikita Mazepin und crasht kurz vor Ende des zweiten Trainings dann auch noch bei der Anfahrt zum Casino.

Mit stark beschädigter Hinterradaufhängung humpelt der Rookie noch über den halben Kurs, hinter der Hafenschikane muss Schumacher seinen kaputten Haas-Boliden dann endgültig abstellen. "Jetzt kenne ich das Limit und weiß, wie weit ich gehen kann. In Monaco gibt es keinen Raum für Fehler und ich habe einen kleinen gemacht. Dann passiert das eben", erklärt der 22-Jährige nach seinem Abflug.

Für das optische Highlight in Monaco sorgt am Wochenende McLaren: in einer einmaligen Aktion mit Teamsponsor Gulf treten Lando Norris und Daniel Ricciardo in babyblau-orangener Speziallackierung an, wie man sie sonst nur vom Klassiker bei den 24 Stunden Le Mans kennt – auch die Helmdesigns der McLaren-Piloten sind für das Wochenende an der Côte d'Azur angepasst. Damit stiehlt der Rennstall aus Woking ausgerechnet zum Jubiläum einem anderen britischen Traditionsteam die Show: denn Williams feiert in Monaco am Wochenende seinen 750. Grand-Prix-Start in der Formel 1.

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Frederik Hackbarth

21 Mai. 2021