Formel 1: Verstappen verzweifelt an Mercedes-Taktik

Frederik Hackbarth

10 Mai. 2021

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Der Große Preis von Spanien wird zur Machtdemonstration von Mercedes' starker Taktik – Max Verstappen trotz langer Führung am Ende chancenlos

(Fotos: Aston-Martin, Mercedes, Red Bull)


Solche Fehler kann man sich im WM-Kampf mit Mercedes nicht erlauben: Max Verstappen macht am Sonntag in Barcelona alles richtig, geht nach starkem Start von Platz zwei aus mit einem knallharten Manöver gegen Lewis Hamilton in der ersten Kurve in Führung und diktiert von da an das Rennen von der Spitze. Im Ziel ist Verstappen trotzdem nur zweiter Sieger – weil Red Bull nicht auf Mercedes aggressive Strategie reagiert: die Bullen verpennen den Sieg!

Verstappen angefressen: "Ich habe es kommen sehen. Gegen Ende war Lewis schneller und wir konnten nicht mehr viel machen. Ich war im Grunde leichte Beute." Schon der erste Boxenstopp des Red-Bull-Piloten ist mit über vier Sekunden nicht gut, Verstappen hat aber Glück weil er vor Hamilton reinkommt – der Brite kann Red Bulls Patzer so nicht nutzen und sortiert sich erstmal wieder hinter dem Holländer ein.

Auf frischeren Reifen macht Hamilton gegen Mitte des Rennens dann aber mächtig Druck – und kommt schließlich zum Undercut an die Box. Obwohl das Zeitfenster um vorne zu bleiben zwei Runden lang groß genug ist, reagiert Red Bull nicht und lässt Verstappen auf seinen alten Schlappen weiterfahren. Bei über 20 ausstehenden Runden, nur etwas mehr als 20 Sekunden Rückstand und einem Zeitvorteil von weit über einer Sekunde pro Runde mit den neuen Reifen, ist Hamilton in der Schlussphase des Grand Prix wieder dran an Verstappen und überholt seinen Gegner mühelos zum Sieg.

"Ihr beeindruckt mich immer wieder", lobt Hamilton nach seinem 98. Triumph in der Formel 1 den Mercedes-Kommandostand. Was dem Briten an seinem Erfolg zusätzlich schmeckt, ist der Lerneffekt durch seine lange Verfolgerrolle im Rennen: "Ich bin sehr dicht hinter Max hergefahren und habe dabei viel über sein Auto und darüber wie er es einsetzt gelernt. Auch was das angeht, war es ein guter Tag." Die Psychospielchen der WM-Kontrahenten sind also bereits in der Frühphase der Saison intakt. Mit 14 Punkten Vorsprung führt Hamilton nach den ersten vier Saisonrennen vor Verstappen.


Abseits vom Taktik-Krimi an der Spitze bietet der Spanien GP über weite Strecken die für den Circuit de Catalunya übliche Prozession: Platz drei geht am Sonntag an Mercedes' Nummer zwei Valtteri Bottas – Sergio Perez im zweiten Red Bull muss als Fünfter sogar noch dem Ferrari von Charles Leclerc den Vortritt lassen. Daniel Ricciardo kann bei seinem neuen Team McLaren als starker Sechster überzeugen und landet damit zwei Plätze vor Stallkollege Lando Norris, zwischen beide schiebt sich noch Lokalmatator Carlos Sainz im Ferrari. Die beiden Franzosen Esteban Ocon (Alpine) und Pierre Gasly (AlphaTauri) runden die Top-10 ab.


Keine Punkte gibt es einmal mehr für Sebastian Vettel: der Aston-Martin-Pilot wird mit einer Runde Rückstand als 13. abgewunken, zwei Positionen hinter Teamkollege Lance Stroll. "Für uns war es kein gutes Rennen. Im Nachhinein ist es immer einfacher zu sagen, aber ich denke, wir hätten von der Strategie her anders unterwegs sein können", so ein niedergeschlagener Vettel, für den die Erkenntnis immer klarer wird, dass die großen Ziele 2021 erst einmal hinten anstehen müssen. So wie für Mick Schumacher: mehr als der 18. und vorletzte Platz ist für den Deutschen im flügellahmen Haas nicht drin.

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Frederik Hackbarth

10 Mai. 2021