Formel 1 vor spannendem Auftakt: "Wird ein Hundekampf"

Frederik Hackbarth

26 März. 2021

1/5
Max Verstappen fährt auf Red Bull die ersten Bestzeiten der Saison, aber die Konkurrenz auf McLaren und Mercedes folgt dicht auf – es sieht also ganz nach einer spannenden Saison aus

(Fotos: Haas, McLaren, Mercedes, Red Bull)


Max Verstappen hat seine starke Form von den Testfahrten am ersten Tag der neuen Formel-1-Saison bestätigt: in beiden Trainings in Bahrain erzielt der Holländer im Red Bull die Bestzeit. Zur Mittagszeit liegt er drei Zehntel vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und eine halbe Sekunde vor McLarens Lando Norris. Der Brite ist dann auch in der Flutlicht-Session am Abend Verstappens erster Verfolger, verpasst die Bestmarke nur um knappe 95 Tausendstel. Platz drei geht an Titelverteidiger Lewis Hamilton im schwarzen Silberpfeil.


"Auch wenn die Bedingungen heute wieder anders waren als beim Test, ist das Auto und das Gefühl darin wieder gut. Beim Umgang mit den Reifen und der Balance können wir noch etwas feintunen, aber insgesamt bin ich zufrieden", freut sich Verstappen. "Es war ein guter Start ins Wochenende."

Gemischt ist die Gefühlslage hingegen bei Mercedes: "Wir haben in den letzten Wochen definitiv einen Schritt nach vorne gemacht, aber trotzdem einen großen Berg Arbeit vor uns", sagt Hamilton nach dem Training. "Es sieht dieses Wochenende besser aus, aber noch lange nicht perfekt." Der Brite, der die erste Session mit über einer halben Sekunden Rückstand auf Verstappen beendet, erklärt seine Probleme: "Du brauchst ein stabiles Auto, damit die Reifen halten - vor allem bei diesem Klima und mit dem Wind wird das der Schlüssel." Der Mercedes rutscht aber noch zu viel. Hamilton: "Für Sonntag ist mehr Wind angesagt, das ist nicht gut für uns, so unruhig wie das Heck ist."

Teamkollege Bottas beklagt den Silberpfeil gegen Ende des Trainings sogar als "unfahrbar". "Wenn wir um die Pole oder den Sieg kämpfen wollen, haben wir noch sehr viel zu tun", glaubt der Finne. Zumal sich mit McLaren ein drittes Team in das Ringen um die Spitze einzumischen droht. "Das wird ein richtiger Hundekampf, wenn man die Zeiten aller übereinander legt und sieht, wie eng die Abstände sind", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff. "Für uns geht es jetzt vor allem ums Set-Up. Wir haben im Moment mehr Reifenverschleiß als andere, aber wir wissen, wo wir ansetzen können."


Sollte Mercedes die Probleme nicht in den Griff kriegen, droht den Stuttgartern am Sonntag womöglich eine besondere Schmach: dann nämlich könnte mit McLaren ein Mercedes-Kundenteam dem großen Werksrennstall auf der Nase rumtanzen. Der neue Wunderdiffusor des Teams aus Woking verleiht am Freitag vor allem Norris Flügel. Noch will der Brite dem Braten aber nicht trauen: "Morgen im Qualifying werden wieder die gleichen vier Autos (Mercedes und Red Bull; d. Red.) vorne und vor uns sein", prophezeit der McLaren-Pilot und auch Verstappen glaubt mit Blick auf die Konkurrenz: "Ich erwarte schon, dass Mercedes auch das stärkste Mercedes-Auto sein wird."


Beim deutschen McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist die Freue über die starke Perfromance dennoch groß: "So weit, so gut. Wir hatten zwei problemlose Sessions. Aber natürlich ist es noch früh. Jetzt hoffen wir einfach, dass sich unsere gute Vorbereitung auszahlt." Weniger Grund zu Strahlen haben die beiden deutschen Fahrer im Feld. Sebastian Vettel kommt im Aston Martin nicht über die Ränge 12 und 14 hinaus. Während er in der ersten Sitzung Teamkollege Lance Stroll noch knapp schlägt, muss er sich bei Nacht vier Zehntel hinter dem Kanadier einsortieren.

Den Teamkollegen klar im Griff hat an seinem ersten Arbeitstag als offizieller F1-Stammpilot zwar Mick Schumacher: die Ränge 19 und 18, mit zweieinhalb respektive drei Sekunden Rückstand zur Spitze, bestätigen aber sämtliche Befürchtungen über die Form seines Haas-Teams: der US-Rennstall ist 2021 nur zehnte Kraft und damit Letzter. Positivere Signale gibt es indes von den italienischen Teams der Formel 1: Ferrari zeigt sich im Vergleich zu den Testfahrten formverbessert. "Die haben definitiv noch etwas zurückgehalten", urteilt Experte Paul di Resta. Scuderia-Neuling Carlos Sainz glänzt in der zweiten Session mit Platz vier und starker Longrun-Pace.

Durchgehend überzeugen kann auch AlphaTauri. Pierre Gasly und Rookie Yuki Tsunoda sehen wie sichere Top-10-Kandidaten aus. Alfa Romeo muss sich dafür zwar strecken, zudem leistet sich Routinier Kimi Räikkönen einen Abflug: besser als letztes Jahr sind die rot-weißen-Renner aber auf jeden Fall unterwegs. Enttäuschend verläuft das Training indes für Fernando Alonso und sein Alpine-Team: der Spanier und Teamgefährte Esteban Ocon verpassen die ersten Zehn in beiden Sitzungen.

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Frederik Hackbarth

26 März. 2021